Im November vergangenen Jahres hatte die Bürgeriniative mit einer Aktion an der Fährkrugbrücke auf ihr Anliegen
Im November vergangenen Jahres hatte die Bürgeriniative mit einer Aktion an der Fährkrugbrücke auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht. Michaela Kumkar
Studie kritisiert

Initiative drängt auf Reaktivierung der Bahnstrecke Templin-Prenzlau

Eine Untersuchung räumt der Wiederbelebung der Strecke keine Chance ein. Fahrgastverband und Bürger sehen das anders.
Uckermark

Das Land Brandenburg hat untersuchen lassen, welche Bahnstrecken und -halte reaktiviert werden sollten. Das Ergebnis dieser Potenzialstudie des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg liegt inzwischen vor. Der Landesverband Berlin-Brandenburg e. V. des Fahrgastverbandes PRO BAHN sieht dringenden Nachbesserungsbedarf. Er fordert des Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung auf, das Gutachten „auf der Basis landes- und regionalplanerischer Grundsätze überarbeiten zu lassen. Anderenfalls sieht es für uns sehr nach einer Alibiveranstaltung aus, um das aktuell deutschlandweit besprochene Thema Streckenaktivierungen auch bespielt zu haben.“

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In seiner Stellungnahme kritisiert der Fahrgastverband unter anderem auch, dass es die stillgelegte Bahnverbindung Templin-Prenzlau nicht in die Nutzwertanalyse geschafft hat. Insgesamt waren 32 Gesamtstrecken und zehn Teilstrecken von der PTV Transport Consult GmbH betrachtet worden.

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Für die Bürgerinitiative „Mehr Eisenbahn in Brandenburg“ (BI) dürfte das Ergebnis der Analyse enttäuschend sein. Sie möchte, dass die stillgelegte Bahnstrecke Templin–Prenzlau wieder aktiviert wird. Auch wenn die Gleise schon längst abgebaut, ehemalige Bahngrundstücke privatisiert sind, sollte das aus Sicht der BI machbar sein. „Wir teilen die grundsätzliche Kritik des Fahrgastverbandes PRO BAHN an dieser Studie und sehen ebenfalls Nachbesserungsbedarf“, sagte Matthias Koch, Vertreter der BI.

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„Fragen haben wir aber auch, was die Auswahl der untersuchten Strecken angeht. Zudem wurde der ganze Bereich Güterverkehr und Netzkapazitäten in der Untersuchung nicht berücksichtigt.“ Aus Sicht der BI sei darüber hinaus der festgelegte Untersuchungszeitraum bis 2030 mit Blick auf das gesamte Templiner Kreuz und eine überregionale Anbindung aller Strecken für eine Planung von solch weitreichenden Ausmaßen viel zu kurz gegriffen. Matthias Koch kündigte deshalb in diesem Zusammenhang an, dass die BI ihr Engagement fortsetzen werde.

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