Ist der Zug schon abgefahren für die RB 63? Der Entwurf für den Landesnahverkehrsplan könnte den Eindruck erwec
Ist der Zug schon abgefahren für die RB 63? Der Entwurf für den Landesnahverkehrsplan könnte den Eindruck erwecken. Sigrid Werner
Die RB 12 soll schneller in Berlin sein und die RB 63 dauerhaft etabliert werden – beide Forderungen finden sich im Land
Die RB 12 soll schneller in Berlin sein und die RB 63 dauerhaft etabliert werden – beide Forderungen finden sich im Landesnahverkehrsplan, der bis 2027 fortgeschrieben werden soll, nicht. Sigrid Werner
Landesnahverkehrsplan

Ist der Zug für die RB 63 jetzt komplett abgefahren?

Die Linie RB 63 Templin-Joachimsthal soll eingestellt werden. Im Landesnahverkehrsplan-Entwurf deutete sich das an. Nun wurde der Landtag informiert.
Prenzlau

In der 68. Sitzung des Landtages soll Staatssekretär Rainer Genilke (CDU) bestätigt haben, dass im Dezember 2022 die Linie RB63 (Templin-Joachimsthal) eingestellt werden soll. Darüber informierte der verkehrspolitische Sprecher der Linken, Andreas Büttner. Der Landtag habe den Antrag der Fraktion BVB/Freie Wähler, den Probebetrieb fortzusetzen, in den Infrastrukturausschuss verwiesen, der das nächste Mal im Juni tagt. Nächste Stufe wäre eine Anhörung, die vermutlich erst im Herbst stattfinden dürfte. Eine Nachbestellung von Zügen dürfte danach kaum noch möglich sein”, befürchtet der verkehrspolitische Sprecher der LINKEN im Landtag, Andreas Büttner. Er wertete es als einen „absoluten Skandal”, dass die RB63 zum Jahresende eingestellt werden soll.

„Im Landesnahverkehrsplan wurde noch behauptet, dass es zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Machbarkeitsstudie brauche. Nun schiebt das Ministerium die niedrigen Fahrgastzahlen vor. Klar, die Zahlen sind wegen Corona sehr niedrig, aber das kommt dem Ministerium wohl zu pass”, vermutet der Landtagsabgeordnete. Templin verliere neben dem Bahnanschluss in die Kreisstadt nun auch den Bahnanschluss ins nächste Oberzentrum, nach Eberswalde. Sebastian Walter, Vorsitzender der Linksfraktion im Landtag kritisierte, dass der Landesregierung die Meinung der betroffenen Kommunen entlang der Strecke offensichtlich egal sei. „Mit diesem Ende der RB 63 müssen und werden noch mehr Menschen ihr Auto benutzen – das ist absolut kurzsichtig und ein falsches Signal. Wir ermutigen alle Betroffenen dazu, in den kommenden Tagen Widerspruch beim Verkehrsministerium einzureichen.“

Auch der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen in der Uckermark hatte sich eine Fortsetzung des Probebetriebs gewünscht. Der RB 63 müsste erst eine reelle Chance gegeben werden, sich als verlässliches Angebot zu etablieren. Das sei in der Coronazeit nicht möglich gewesen, hatte der neue Vorsitzende Patrick Telligmann noch einen Tag vor der Landtagssitzung gesagt.

Im Internet können Uckermärker auf der Beteiligungsplattform https://brandenburg-bewegen.de/ noch bis zum 21. Juni ihre Hinweise, Kritiken und Anregungen zum Landesnahverkehrsplan 2023 bis 2027 abgeben.

Mehr zum Bahnausbau nach Stettin: Tempo 160 für Bahn Berlin Angermuende gefordert

Auch dort finden sich auf den 220 Seiten für die nächsten fünf Jahre wenig Verbesserungen im Schienenpersonennahverkehr für die Uckermark Lediglich die Modernisierung der SPNV-Station Prenzlau, eine Stärkung des grenzübergreifenden Verkehrs über Angermünde nach Stettin nach erfolgtem zweigleisigem Ausbau der Strecke Berlin-Stettin (RB/RE 66) durch eine Taktverdichtung auf 60 Minuten ab 2027 sind avisiert.

Zu den Wünschen aus Templin: Aufnahme der RB 63 in Landesnahverkehrsplan gefordert

Regelrecht abgehangen dürften sich die Templiner fühlen. Denn ihre Wünsche nach Verstetigung und Verbesserung des jetzigen Bahnangebotes finden im Planentwurf keinen Widerhall. Templin fordert bekanntlich die Fortsetzung des Probebetriebs auf der Strecke der RB 63 bis 2024 und danach den regulären Weiterbetrieb durch das Land.

Mehr zur Attraktivität der RB 12: Templiner fordern attraktivere Bahnanbindung nach Berlin

Mehr noch: Für die RB 12 zwischen Templin und Berlin über Löwenberg/Oranienburg wird zwar der bisherige Ein-Stunden-Takt fortgeschrieben. Von Sprinterzügen, wie sie Templin mit seinen Partnern in Zehdenick, Löwenberg und Oranienburg vorgeschlagen hat, ist nicht mal in den Randbemerkungen als perspektivische Option die Rede.

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