MISSBRAUCHSSKANDAL

Jüngstes Kind der Sex-Täterin lebt nun beim Vater

Mario T. versichert, dass er nicht gewusst habe, was seine Ex-Partnerin mit ihrer Tochter anstellte. Die jetzt rechtskräftige Verurteilung beruhigt ihn.
Die Vierjährige ahnt nicht, was ihrer großen Schwester angetan wurde. Das alleinige Sorgerecht bekam ihr Vater zuge
Die Vierjährige ahnt nicht, was ihrer großen Schwester angetan wurde. Das alleinige Sorgerecht bekam ihr Vater zugesprochen. Privat
Prenzlau.

Silke S. (Name bekannt) fiel ihrem Sohn weinend in die Arme, als sie am Wochenende die Schlagzeile von der rechtskräftigen Verurteilung der Prenzlauer Sex-Täterin las, der Uckermark Kurier berichtete. „Da wurde uns nämlich klar, dass die Revision damit endgültig vom Tisch ist und sie nun wirklich hinter Gitter muss“, sagte die 55-Jährige kurz darauf im Gespräch mit dem Uckermark Kurier.

Die vierfache Mutter ist froh, dass damit endlich ein stückweit Gerechtigkeit geschaffen wurde, wie sie betont: „Uns war sowieso unverständlich, dass diese Frau nach dem Prozess noch so lange auf freiem Fuß bleiben durfte. Einen Mann hätten sie nach solchen schlimmen Taten sofort weggesperrt gehabt.“ Warum Silke S. die der 30-Jährigen Prenzlauerin zur Last gelegten Taten so sehr berühren, ist schnell erklärt: Ihr Sohn Mario T. hat mit der wegen Kinderpornografie verurteilten Frau eine gemeinsames Tochter. „Die Dame erzählt in der Öffentlichkeit zwar immer, dass sie nur einen Sohn und eine Tochter hat. Aber unsere Kleine ist das dritte Kind, das von ihr geboren wurde.“

Schwester missbraucht

Das Mädchen war ein knappes Jahr alt, als der sexuelle Missbrauch ihrer großen Schwester (heute 9) aufgedeckt wurde und die Behörden sie in die Obhut von Pflegeeltern gaben. Zu diesem Zeitpunkt lebte Mario T. noch mit der Kindsmutter zusammen, sei aber jobbedingt nur manchmal bei seiner Familie in der Uckermark gewesen, wie Silke S. sagt. Die beiden älteren Kinder seien ihm aber trotzdem schnell ans Herz gewachsen gewesen, versichert seine Mutter, vor allem der kleine Junge, der erst ein paar Monate alt war, als der neue Mann in die Familie kam.

„Mario wollte diese Frau sogar heiraten und war lange eine Bezugsperson für die Kinder. Das schlimme Geschehen und die Tatsache, dass er die anderen beiden Kinder urplötzlich gar nicht mehr sehen durfte, haben ihm das Herz gebrochen“, berichtet die Oma. Sie selbst habe sich bei den Begegnungen mit ihrer Schwiegertochter in spe und derem Nachwuchs nur immer gewundert, dass sich das älteste Mädchen so auffällig benahm, berichtet sie erschüttert. „Die Mutter hat dieses nicht kindgerechte Verhalten immer auf den Kindsvater geschoben und damit begründet, dass sie deshalb auch den Kontakt zu ihm unterbinde“, erinnert sich Silke S. zurück: „Heute weiß ich, was der wahre Grund dafür war und dass sie damit nur den Missbrauch der Kleinen durch sich selbst verschleiern wollte.“ Ihrem Sohn lasse es bis heute keine Ruhe, dass er nicht gemerkt habe, was seine damalige Lebensgefährtin während seiner Abwesenheit mit ihrer Großen trieb, bilanziert die 55-Jährige.

Oma entsetzt

„Unglaublich, was diesem Kind angetan wurde“, sagt die Großmutter entsetzt. Zumindest für ihr eigenes Enkelkind hat sie die Weichen in eine bessere Zukunft gestellt. „Die Verhaftung der Mutter fiel auf einen Freitagabend. Noch am Wochenende haben wir versucht, das Jugendamt zu erreichen und eine Unterbringung bei uns zu erwirken“, erinnert sie sich zurück. Aber das sei erst am Montag darauf gelungen. „Nur wenige Stunden später war meine Enkelin dann bei uns, wo sie bis heute lebt.“ Mario T. hat das alleinige Sorgerecht für das Kind zugesprochen bekommen und lebt mit ihm nur unweit entfernt vom Rest seiner Familie. Dadurch ist vor allem der Kontakt zu den Halbgeschwistern, einem neunjährigen Zwillingspaar aus einer früheren Beziehung gewährleistet, wie er sagt. Silke S. bedauert nur, dass sein jüngstes Kind nicht die anderen beiden Halbgeschwister mütterlicherseits kennenlernen darf. „Das wurde von Anfang an verhindert. Mir tut das in der Seele leid.“ Aber vielleicht ergebe sich das in ihrem späteren Leben noch. „Jetzt werden wir erstmal dafür sorgen, dass die Kleine unbeschadet aufwachsen darf.“

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