BESONDERER EINSATZ

Katze miaut herzzerreißend im Regenwasserschacht

Eine junge Frau hörte das Tier und wollte es nicht seinem Schicksal überlassen. Sie rief die Feuerwehr. Die Kameraden brachen den Einsatz nach zwei Stunden ab. Doch die Katze hatte am Ende doch noch Glück.
Mehrere Gullis wurden von den Feuerwehrwehrleuten geöffnet.
Mehrere Gullis wurden von den Feuerwehrwehrleuten geöffnet. Michaela Kumkar
Fabian Lipski vom Zweckverband (rechts) brachte die Kamera zum Einsatz.
Fabian Lipski vom Zweckverband (rechts) brachte die Kamera zum Einsatz. Michaela Kumkar
Gerettet: Einsatzleiter René Müller und Feuerwehrmann Steffen Schröder mit der Katze.
Gerettet: Einsatzleiter René Müller und Feuerwehrmann Steffen Schröder mit der Katze. Feuerwehr
Erinnerungsbild mit dem vierbeinigen „Pechvogel”, der am Ende doch noch Glück hatte.
Erinnerungsbild mit dem vierbeinigen „Pechvogel”, der am Ende doch noch Glück hatte. Feuerwehr
In diesem Schacht vermuteten die Kameraden die Katze zunächst.
In diesem Schacht vermuteten die Kameraden die Katze zunächst. Michaela Kumkar
Templin ·

Das war ganz sicher ein ungewöhnlicher Einsatz für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Templin: Am Sonnabend wurden sie um 14.30 Uhr wegen einer Tierrettung alarmiert. Passanten hatten an der Ecke Werder-/Goethestraße eine Katze in einem Regenwasserschacht entdeckt. „Eigentlich haben wir nur das Jammern der Katze gehört. Zu sehen war sie nicht”, so die Templinerin Lea Brandenburg. Sie war mit Freunden unterwegs. „Uns war klar, dass man das Tier nicht seinem Schicksal überlassen konnte. Deshalb haben wir die Feuerwehr verständigt”, so die junge Frau.

Erster Versuch fehlgeschlagen

Acht Kameraden rückten mit einem Löschfahrzeug aus. Zunächst verschafften sie sich einen Überblick. Die Katze war inzwischen in ihrer Angst in eines der angrenzenden Rohre gekrochen. Einsatzleiter René Müller veranlasste, dass mehrere Gullis geöffnet wurden. In der Hoffnung, das Tier zu sehen und es aus seiner misslichen Lage zu befreien. Alle Bemühungen blieben leider vergeblich. Mitarbeiter einer Pizzeria brachten Wurstscheiben, um die Katze auf diese Weise anzulocken. Jan Juranek bekam das Tier zwar kurz zu sehen, konnte es jedoch nicht so schnell in dem engen Schacht greifen. „Wir werden jetzt mit Hilfe von B-Schläuchen Wasser in die in Frage kommenden Rohre spülen. Vielleicht läuft die Katze dann zu einem Punkt, wo man sie doch zu fassen bekommt”, erklärte René Müller. Er hatte inzwischen veranlasst, dass auch der Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Westuckermark verständigt wurde.

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Bereitschaftsdienst Fabian Lipski ließ eine Kamera in eines der Rohre. Immer wieder war das Miauen des völlig verängstigten Tieres zu hören. Und dann tauchte es plötzlich wieder in dem Rohr auf, entwischte jedoch erneut in den Regenwasserschacht und verschwand dort in einem Abwasserrohr, das zum Kanal führte.

Gerettete Katze zum Gnadenhof gebracht

Nach über zwei Stunden entschied René Müller, den Einsatz abzubrechen. „Der Aufwand, jetzt noch weiter zu machen, wäre einfach zu groß.” Als eigentlich schon alle Kameraden auf dem Weg ins Gerätehaus waren, tauchte die schwarze Katze mit weißem Latz plötzlich doch wieder hinter dem Gitter eines Regenwassereinlaufes in der Stadtmauer auf. Feuerwehrmann Marco Zick gelang es, nach ihr zu greifen und sie festzuhalten. „Das Tier befindet sich jetzt auf dem Gnadenhof in Dorettenhof”, so René Müller als Information für den Besitzer der Katze.

 

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