Der alte Wagen der Familie steht jetzt für den fünffachen Preis wieder im Netz.
Der alte Wagen der Familie steht jetzt für den fünffachen Preis wieder im Netz. Privat
Thomas Lehnhardt macht gute Miene zum bösen Spiel.
Thomas Lehnhardt macht gute Miene zum bösen Spiel. Privat
Dedelower warnt:

Kauft bloß nicht mein altes Auto!

1700 Euro in den Sand gesetzt – Familienvater Thomas Lehnhardt aus Dedelow musste viel Lehrgeld zahlen. Der 44-Jährige fiel auf eine Fake-Plakette rein.
Dedelow

Thomas Lehnhardt ist ein Gemütsmensch. Das schätzen alle, die mit dem 44-Jährigen zu tun haben; allen voran seine Frau Katrin und die vier Kinder im Alter von 6, 13, 16 und 17 Jahren. Aber auch bei seinen Kollegen im Zustelldienst ist der Dedelower wegen seiner Loyalität und Freundlichkeit hoch angesehen. Der Uckermärker hat sich bis heute den Glauben an das Gute im Menschen bewahrt. Doch genau dieses Urvertrauen wurde nun erschüttert. Der vierfache Vater ging nämlich Betrügern auf den Leim. Alles nahm seinen Anfang, als die sechsköpfige Familie aus der Uckermark nach einem neuen fahrbaren Untersatz suchte. Sie wollten ihren alten Citroen Xsara gegen ein etwas besseres Auto eintauschen.

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Im Internet fiel die Wahl auf einen Audi, Baujahr 1999, der rein äußerlich topp in Schuss war und laut vorherigem Besitzer noch TÜV bis März 2024 hatte. Damit glaubte sich Thomas Lehnhardt auf der sicheren Seite: „Die Plakette war ja dran und im Fahrzeugbrief auch der Stempel drin. Dass es nichts Schriftliches gab, diskutierte der Verkäufer auf meine Frage hin irgendwie weg. Er meinte, ich könnte den Bericht ja nachträglich bei der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) anfordern.“

Deal in Berlin

Dass sich der Uckermärker bei dem Deal in Berlin trotzdem überraschend schnell auf den Pkw-Kauf einließ, hatte seiner Meinung nach auch mit der besonderen Situation an diesem Tag zu tun: „Fast zeitgleich mit uns trafen andere ‚Interessenten‘ für den Wagen ein, und es hieß dann, dass ich sofort zusagen müsste, sonst wäre er weg.“

Thomas Lehnhardt gab nach und fuhr mit dem vermeintlichen Schnäppchen heim, nur um wenig später bei der GTÜ gesagt zu bekommen, dass es gar keine TÜV-Untersuchung für besagtes Auto gab. „Alles gefaked“, ärgert sich der Käufer. In einer Werkstatt in Wohnortnähe habe man ihm dann durch die Blume gesagt, dass der Wagen so gut wie Schrott sei, und er mindestens 2000 Euro in die Hand nehmen müsste, um ihn straßentauglich zu machen.

„Das Geld haben wir nicht“, räumen die Eheleute betroffen ein: „1700 Euro in den Sand gesetzt...“

1100 Euro für Schrottwagen

Und die Geschichte geht leider noch weiter. Unmittelbar danach tauchte dann auch der von ihnen in Zahlung gegebene Citroen wieder im Netz auf. 200 Euro war er dem Verkäufer wert gewesen. „Jetzt will er 1100 Euro dafür haben; angepriesen wird das Auto als tadellos und fahrbereit. Aber das stimmt nicht. Hände weg von diesem Pkw. Kauft das Auto bloß nicht! Es hat Macken“, warnt Thomas Lehnhardt andere.

+++ Vermeintliche „Traumrendite“ endet in Albtraum +++

Natürlich könnte sich der geprellte Kunde jetzt die Hände reiben und sich wünschen, dass auch andere Lehrgeld zahlen müssen. „Aber so bin ich nicht. Ich will andere stets vor Schaden bewahren.“ Deshalb hat der Vertriebsmitarbeiter Anzeige bei der Polizei in Prenzlau erstattet; in der Hoffnung, dass den miesen Betrügern das Handwerk gelegt wird: „Der Name und die Anschrift des Ganoven standen ja auf dem Kaufvertrag.” In der Direktion Ost in Frankfurt/Oder bestätigte man auf Nachfrage, dass die Kripo in diesem Fall wegen Betruges ermittele.

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