ABERGLAUBE

Kinderwunsch soll an diesem Ort in Erfüllung gehen

Die Hoffnung stirbt zuletzt – das gilt auch beim Schlitterstein von Menkin, dem magische Kraft nachgesagt wird. Bis heute zieht es die Jugend dort hin.
Seit Jahrhunderten schon pilgern Uckermärker und Vorpommerer an diese Stelle und flüstern Wünsche.
Seit Jahrhunderten schon pilgern Uckermärker und Vorpommerer an diese Stelle und flüstern Wünsche. Claudia Marsal
Bei Sabine Witthuhn ist der Kindertraum in Erfüllung gegangen.
Bei Sabine Witthuhn ist der Kindertraum in Erfüllung gegangen. Claudia Marsal
Menkin.

Seit Jahrhunderten schon pilgern Menschen an Orte, denen sie besondere Kräfte nachsagen. Zwischen Menkin und Bergholz findet sich so eine Stätte, der so genannte Schlitterstein, auch Opfer- oder Fruchtbarkeitsstein bekannt. Anwohnerin Sabine Witthuhn erinnert sich, dass sie als junges Mädchen dort oft mit ihrer Schulfreundin Gudrun zu finden war. „Es war nämlich überliefert, dass an diesem Platz Wünsche in Erfüllung gehen”, erzählt die 71-Jährige. Ihre Freundin und sie hätten sich auf diesem Koloss den Po wundgerutscht, lässt sie lachend wissen: „Wir hatten an ihn die heimliche Bitte, dass er doch jeder von uns drei Kinder bescheren möge. Und was soll ich sagen: Bei uns beiden ging das später in Erfüllung.” Laut geäußert werden durften solche Bitten allerdings nicht, nur Flüstern war erlaubt. „Der Stein hat uns aber nachweislich erhört”, ergänzt sie lachend. Sabine Witthuhn weiß, dass der Schlitterstein nicht nur in ihrer Kindheit ein Begegnungsort des Dorfnachwuchses war. „Er erfreut sich wieder wachsender Beliebtheit.”

An der Landesgrenze

Zu finden ist der Dicke direkt an der Chaussee, unmittelbar an der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern. Sie hat vor, den kleinen Weg dorthin wieder begehbar zu machen – in der Hoffnung, dass der Schlitterstein noch mehr Träume erfüllt. Beim Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe ist er zumindest kein Unbekannter mehr, sondern sogar in der Findlingskarte drin, vermerkt unter Nummer 2146 mit einem Volumen von immerhin 35,1 Kubikmetern. Da können der Kraatzer Fünffingerstein mit seinen 6,2 Kubikmetern, der Warnitzer Wrangelstein mit 3,5 Kubikmetern oder der Stegelitzer Steinknacker mit 4,4 Kubikmetern nicht mithalten. Ernstzunehmendere Konkurrenten sind da schon der Wichmannsdorfer Dornstein mit 28,2 Kubikmetern und der Boitzenburger Verlobungsstein mit 24,8 Kubikmetern. Was die so genannten Großgeschiebe, also Findlinge, anbelangt, ist Brandenburg reich gesegnet. Der Dickste in übrigens der Kleine Markgrafenstein mit immerhin 180 Kubikmetern – zu finden in Rauen, Landkreis Oder-Spree. Den hübschesten Namen trägt ein Findling in Bliesendorf (Potsdam-Mittelmark), der 1,9 Kubikmeter misst und „Die drei dicken Männer von Resau” heißt.

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Kommentare (1)

"Ihre Freundin und sie hätten sich auf diesem Koloss den Po wundgerutscht,..",
".. dass er doch jeder von uns drei Kinder bescheren möge."

Und unten lag der Bauernlümmel mit geöffneter Bux und ließ die Wünsche der Damen in Erfüllung gehen.