30 Mitarbeiter des Krankenhauses Prenzlau legten am Mittwoch die Arbeit nieder. In Angermünde waren es laut Verdi 80.
30 Mitarbeiter des Krankenhauses Prenzlau legten am Mittwoch die Arbeit nieder. In Angermünde waren es laut Verdi 80. Privat
Streik in der Uckermark

Klinikpersonal hat noch keine Corona-Prämie gesehen

Verdi bestreikt die GLG-Kliniken in Prenzlau und Angermünde und fordert 16 Prozent mehr Lohn und damit die Angleichung der Bezahlung im Konzern.
Prenzlau

„Wenn in Prenzlau oder Angermünde eine Krankenschwester zur Schicht fährt, dann weiß sie, dass ihre Kollegin im keine 70 Kilometer entfernten Forßmann-Krankenhaus in Eberswalde für dieselbe Arbeit ein paar hundert Euro mehr im Monat bekommt, obwohl sie für den selben Konzern, die Gesellschaft für Leben und Gesundheit (GLG), arbeitet.” Verdi-Sekretär Ivo Garbe findet diesen Fakt ebenso ungeheuerlich wie die Tatsache, dass an beiden Standorten bislang keine Corona-Prämien zur Auszahlung gekommen sind. Umso erfreuter war der Gewerkschafter, dass am Mittwoch, dem 27. April, punkt 10 Uhr über 30 Mitarbeiter der Prenzlauer Klinik dem Streikaufruf folgten.

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In der benachbarten Angermünder Klinik, die ebenfalls als Teil des Medizinisch-Sozialen Zentrums (MSZ) zur GLG gehört, legten sogar 80 Frauen und Männer die Arbeit nieder, um ihren Unmut zu bekunden. Die Notversorgung der Patienten, so Garbe, sei selbstverständlich gesichert gewesen. Nach den Streikzielen befragt sagte er dem Uckermark Kurier, dass man für die Kollegen 16 Prozent mehr Lohn verlange sowie 1500 Euro Corona-Prämie; „sie haben noch nicht einen Cent gesehen.”

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Weitere 500 Euro Einmalzahlung sollen Verdi-Mitglieder erhalten. Mit diesen Forderungen werde die Gewerkschaft am Donnerstag, dem 28. April, in Eberswalde ab 14 Uhr beim GLG-Konzern am Verhandlungstisch sitzen. Verdi zufolge zielt man auf eine Einigung ab. Allerdings sei es schon die vierte Runde, und bislang biete die Geschäftsführung stattdessen nur eine Lohnanhebung von je vier Prozent in drei Schritten bis 2024 an, womit die Kollegen in Prenzlau und Angermünde dann immer noch unter dem Verdienst der übrigen Mitarbeiter lägen. Deshalb signalisiere man auch klar, dass bei Nichteinigung einer Fortsetzung des Streiks nichts entgegenstehe. Die Mitarbeiter beider Häuser hätten die Nase mittlerweile gestrichen voll und seien bereit, abermals die Arbeit niederzulegen, so Garbe.

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