Der Klinikalltag ist hart. Doch bis heute bekommen Mitarbeiter der Krankenhäuser Prenzlau und Angermünde viel wenige
Der Klinikalltag ist hart. Doch bis heute bekommen Mitarbeiter der Krankenhäuser Prenzlau und Angermünde viel weniger Lohn als beispielsweise die in Eberswalde, obwohl alle drei Standort zum selben Konzern gehören. Das soll sich nun ändern. Fabian Strauch
Tariferfolg

Klinikpersonal in der Uckermark bekommt mehr Geld

Verdi war für Prenzlau und Angermünde mit hohen Forderungen in die vierte Tarifrunde gegangen. Das zahlt sich nun aus, wie Freitag bekannt wurde.
Prenzlau

Das Kämpfen hat sich gelohnt. Der Streik in den Kliniken Prenzlau und Angermünde hat den Durchbruch gebracht – Verdi-Verhandlungsführer Ivo Garbe teilte dem Uckermark Kurier Freitagfrüh mit, dass eine Tarifeinigung erzielt worden ist. In beiden MSZ-Krankenhäusern, die zur Gesellschaft für Leben und Gesundheit (GLG) gehören, wird 16 Prozent mehr Lohn gezahlt. „Das geschieht tabellenwirksam in vier Schritten rückwirkend zum 1. Januar 2022 mit einer Laufzeit bis 29. Februar 2024. Alle Verdi-Mitglieder erhalten die ersten vier Prozent sogar schon zwei Monate vorher.” Der Gewerkschafter stellte heraus, dass die Tarifkommission einstimmig zugestimmt habe. Ohne die Arbeitsniederlegungen in der Woche wäre das nicht möglich gewesen, ist Ivo Garbe überzeugt.

Bis in den späten Abend

Man habe mit den GLG-Vertretern sowie denen vom Verband der Wirtschaft zwar bis in den späten Abend hinein hart verhandelt, sei aber letztlich auf einen Nenner gekommen.

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Er dankte allen Streikteilnehmern in der Uckermark – es waren über 110 an beiden Standorten – für ihr Engagement und ihren Mut, Gesicht zu zeigen. Das sei wirklich sehr positiv zu werten, zumal es sich bei Prenzlau um den ersten Streik überhaupt gehandelt habe, stellte der Verdi-Mann heraus. Einzige bittere Pille sei die noch ausstehende Zahlung der Coronaprämie, räumte Garbe ein: „Hier ist die Finanzierungssituation durch Land und Bund nach wie vor unbefriedigend.”

Politik beschämt Verdi-Mann

Angesichts der Tatsache, dass sich die Abgeordneten die Prämie selbst schon längst gezahlt hätten, finde er das äußerst beschämend. „Was ich denke, wage ich kaum über die Lippen zu bringen.” Verdi werde sich aber bei den Regierungen dafür stark machen, dass die Mitarbeiter im Gesundheitswesen nicht leer ausgehen, versicherte der Gewerkschaftsvertreter abschließend.

 

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