Tom Scharbert gibt die Hoffnung nicht auf.
Tom Scharbert gibt die Hoffnung nicht auf. Claudia Marsal
Sechs Jahre lang kochte der Gollmitzer hier.
Sechs Jahre lang kochte der Gollmitzer hier. Claudia Marsal
In der Gaststätte „Zum Elch” beginnt das Catering ab 3. Januar 2022.
In der Gaststätte „Zum Elch” beginnt das Catering ab 3. Januar 2022. Claudia Marsal
Neustart

Koch schmeißt alte Dorfküche wieder an

Seit 2015 hat Tom Scharbert (52) in Gollmitz gekocht. Die letzten Monate brachten dem Unternehmer allerdings eine Entscheidung, die alles veränderte.
Gollmitz

Tom Scharbert war Mitte 40, als er sich im Gutshaus Gollmitz mit „TOM Catering” selbstständig machte. Der 52-Jährige versorgte danach gut sechs Jahre lang Kita- und Schulkinder sowie Senioren und Berufstätige mit frischgekochter Hausmannskost. Das Jahr 2021 brachte dem Unternehmer dann allerdings eine unerfreuliche Wende. Die Gemeinde schrieb die Leistungen nach langem Hin und Her neu aus. Den Zuschlag erhielt letztlich ein anderer Bewerber. Zunächst versuchte Tom Scharbert noch, weiter als Angestellter in diesem Unternehmen zu bleiben. „Letztlich hat es nicht geklappt”, bedauert der Uckermärker: „Es sprachen zu viele Gründe dagegen, dort weiter zu bleiben.” Der Familienvater geht deshalb nun nochmals ein großes Wagnis ein. Er hat sich bei seiner Frau anstellen lassen, die in Gollmitz den Dorfladen betreibt.

Lesen Sie auch: Kantinenchef sauer über Mittag zum Schnäppchenpreis

Und quasi als deren Außenposten wird der Koch künftig fünf Tage die Woche in Schapow am Herd stehen. Zu diesem Zweck hat das Paar die ehemalige Gaststätte „Zum Elch” angemietet, die nicht nur eine Küche, sondern auch einen großen Speisesaal zu bieten hat. Vorerst soll es sein Catering aber nur außer Haus geben, erklärt Tom Scharbert: „Ich bin schließlich zunächst nur ein Ein-Mann-Unternehmen. Wenn ich fertig gekocht habe, fahre ich die Mahlzeiten aus. In dieser Zeit stände dann ja niemand an der Essenausgabe.” Als Zukunftsmusik könnte er sich diese Entwicklung aber durchaus vorstellen, setzt der Küchenchef hinzu: „Ich will aber zunächst abwarten, wie sich die Zahlen entwickeln. Mit 20 Essen pro Tag werde ich im neuen Jahr wohl starten können. Bis zu 40 Portionen wären drin, dann würde sich das Ganze auch rechnen.”

Los geht es am 3. Januar

Der Speiseplan für die erste Zeit ist übrigens schon geschrieben. Los geht es am Montag, dem 3. Januar 2022, mit Schnitzel in Pilzsoße. Auch Kartoffelsuppe mit Bockwurst, Kassler, Sauerbraten, Wurstgulasch und vieles mehr will der Gollmitzer in Schapow zubereiten. Er setzt auf deftige Gerichte, wobei auch vegetarische Kost und Salate auf der Karte stehen sollen. Da aber vornehmlich ältere Menschen zu seinen Kunden zählen werden, bevorzugt Tom Scharbert bewusst Rezepte, „die die Senioren noch von früher kennen, vielleicht sogar selbst gekocht haben”.

Er hält wenig davon, konsequent fleischlos zu kochen, „nur weil das gerade in Mode ist. Zu traditionellen Gerichten unserer Region gehören nun mal auch solche mit Rind- und Schweinefleisch. Davon lasse ich mich nicht abbringen.”

Kein Verzicht auf Schweinefleisch

Dass große Essenversorger an Kitas und Schulen aus Rücksicht auf Migranten mittlerweile bewusst auf Schweineflleisch verzichteten, finde er nicht richtig: „Es sollten den Kindern, die aus Glaubensgründen kein Schweinefleisch verzehren, natürlich immer Alternativen angeboten werden. Aber dass deswegen nun alle darauf verzichten müssen, ist meines Erachtens der falsche Weg.” Sein Neustart in Schapow werde zeigen, ob er sich mit dieser Auffassung durchsetzen kann, ist Tom Scharbert bewusst. Er würde sich wünschen, dass die Nachricht von seinem neuen Angebot schnell die Runde macht. „Mund-zu-Mund-Propaganda wird vermutlich die beste sein. Alle, denen es geschmeckt hat, sollen es fix weitererzählen, dann geht in der Küche auch nicht mehr der Ofen aus.”

Kontakt: 039852 544084

 

 

zur Homepage