Diesen Spender hat Marion Deniz vom Büro aus im Blick und erlebt unglaubliche Szenen.
Diesen Spender hat Marion Deniz vom Büro aus im Blick und erlebt unglaubliche Szenen. Claudia Marsal
Marion Deniz wünscht sich ein sauberes Wohnumfeld, deshalb spricht sie ihre Mitmenschen auf Verfehlungen an. Nicht immer
Marion Deniz wünscht sich ein sauberes Wohnumfeld, deshalb spricht sie ihre Mitmenschen auf Verfehlungen an. Nicht immer kommt das gut an. Claudia Marsal
Daran halten sich Hunde leider nicht. Aber ihre Besitzer müssen dafür sorgen, dass die Hinterlassenschaften wegkomme
Daran halten sich Hunde leider nicht. Aber ihre Besitzer müssen dafür sorgen, dass die Hinterlassenschaften wegkommen. NK-Archiv
Unsitte in Prenzlau

Kotbeutel zum Einfrieren benutzt

Die Mitarbeiter in der Prenzlauer Stadtverwaltung kommen kaum nach, die Spenderboxen zu befüllen. Ständig werden diese geplündert, das hat eine Bewohnerin im Georg-Dreke-Ring mehrfach beobachtet.
Prenzlau

Hundebesitzer werden das Dilemma kennen: Der Vierbeiner kauert sich beim Gassigehen öfter als ein, zwei Mal hin, und schon sind die mitgeführten Tüten voll und guter Rat teuer. Wie froh ist man dann, wenn die öffentlichen Spenderboxen noch etwas hergeben. Am Georg-Dreke-Ring in Prenzlau ist das allerdings meist aussichtslos. Unsere Leserin Marion Deniz weiß, warum.

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Von ihrem Bürofenster aus beobachtet die Sozialarbeiterin immer wieder, wie sich kurz nach dem Befüllen der Stationen die Leute schamlos am neuen Inhalt bedienen: „Die stehen fast schon Schlange, um sich etliche Tüten auf einmal rauszureißen, meist ohne Hund dabei.“ Kürzlich habe sie eine Dame angesprochen und fotografiert, weil diese unersättlich war und sage und schreibe fünfmal an den Beuteln zog, erzählt die Kreisstädterin. „Da bekam ich nur eine dumme Antwort bäh, bäh, bäh, und sie machte weiter.“

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Letztlich endete das Ganze in einem Telefonat mit der Polizei, in dessen Folge das Bild vom Handy gelöscht, aber auch die Tüten zurückgesteckt werden mussten. Im Gespräch mit dem Prenzlauer Bürgermeister habe sie, so Marion Deniz, dann erfahren, dass das Beutelhamstern wohl überall in Prenzlau ein Problem sei und dass die Leute die Tüten vermutlich zum Einfrieren benutzen. „Das ist ja wohl gar nicht im Sinne des Erfinders. Schämt euch was!”, schimpft die Sozialarbeiterin, die in dem Brennpunkt-Viertel ein Bürgerbüro betreut und selbst allmorgendlich dafür sorgt, dass die Umgebung etwas sauberer wird.

 

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