NEUES MODELL

Krankschreibung per WhatsApp

Wer möchte, kann sich seinen Krankenschein bei einer Erkältung auch per WhatsApp ausstellen lassen. Ist das sinnvoll?
Konstantin Kraft Konstantin Kraft
Die Telemedizin wird künftig wohl einen immer größeren Teil im Gesundheitsbereich einnehmen.
Die Telemedizin wird künftig wohl einen immer größeren Teil im Gesundheitsbereich einnehmen. Jens Kalaene
Krankschreibungen per WhatsApp müssen von Arbeitgebern nicht akzeptiert werden.
Krankschreibungen per WhatsApp müssen von Arbeitgebern nicht akzeptiert werden. Martin Gerten
Uckermark.

Was wäre, wenn man für eine Krankschreibung nicht mehr zum Arzt gehen müsste, sondern diese einfach von zu Hause aus am Telefon erledigen könnte? Das Hamburger Unternehmen „au-schein.de“ macht es Arbeitnehmern mit einer Erkältung möglich, sich für neun Euro von einem Arzt per Telemedizin online krankschreiben zu lassen. Ganz ohne persönliche Untersuchung, der Krankenschein wird per WhatsApp verschickt.

Online-Formular mit Fragen

Vorab beantwortet der Arbeitnehmer in einem Online-Formular eine Reihe von Fragen zu seinen Symptomen, gibt seine persönlichen Daten an, zahlt die Gebühr und schickt per WhatsApp ein Foto seiner Versichertenkarte. Ein diensthabender Arzt stellt daraufhin die Diagnose und übersendet die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Diese gilt für ein bis drei Tage und kann von Patienten zweimal im Kalenderjahr genutzt werden.

Wenn keine Besserung, zum Arzt

Sinnvoll sei ein solches Verfahren nur bei Erkältungserkrankungen sowie akuten Magen- Darm-Infekten, erklärt Antje Charlotte Zierach, Fachärztin für innere Medizin und Hausärztin in Prenzlau. Bei diesen Erkrankungen falle es den Patienten ohnehin schwer, in die Öffentlichkeit zu gehen, „und da man hochkontaktiös ist, besteht dabei auch noch die Gefahr andere anzustecken“. Wenn die Beschwerden nicht nach zwei Tagen besser seien, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden, betont die Medizinerin.

Wissen um Hausmittel schwindet

Darüber hinaus bedürfe es einer besseren Aufklärung der Patienten, wie sie sich bei solchen Erkrankungen verhalten sollen. Das Wissen um Hausmittel und Hygienemaßnahmen gehe leider zurück, berichtet die Hausärztin: „So verschlimmern sich Erkrankungen oder Familienmitglieder stecken sich an.“

zur Homepage