Vor der neunstündigen Fahrt an die Grenze sammeln die vier Fahrer noch einmal Mut und Kraft.
Vor der neunstündigen Fahrt an die Grenze sammeln die vier Fahrer noch einmal Mut und Kraft. privat
Das Lager an der Grenze half übergangsweise bis die Ukrainer die Grenze erreichten und alle Hilfsgüter in den Bus ve
Das Lager an der Grenze half übergangsweise bis die Ukrainer die Grenze erreichten und alle Hilfsgüter in den Bus verladen konnten. privat
Aus dem Lager an der Grenze holten die Ukrainer alle Sachspenden und brachten sie zu dem Reisebus.
Aus dem Lager an der Grenze holten die Ukrainer alle Sachspenden und brachten sie zu dem Reisebus. privat
Ein riesiger ukrainischer Reisebus wird mit den Spenden des Vereins beladen.
Ein riesiger ukrainischer Reisebus wird mit den Spenden des Vereins beladen. privat
Spenden

Krebskranken Patienten in Ukraine geholfen

Der Verein „Uckermark gegen Leukämie“ reagierte umgehend, als die ersten Nachrichten über den Krieg in der Ukraine Deutschland erreichten. Bei einer einmaligen Aktion soll es nicht bleiben.
Uckermark

Die ersten Meldungen bezüglich des Krieges in der Ukraine erreichten gerade Deutschland, da gehörte Ines Baumgarten zu jenen, die reagierten. Die Vorsitzende des Vereins „Uckermark gegen Leukämie e.V. – Gemeinsam gegen Krebs“ rief alle Mitglieder zusammen, um zu beratschlagen, welche Unterstützung sie in diesem fordernden Moment speziell für krebskranke Ukrainer leisten könnten. „Menschen, die an Leukämie erkrankt sind, können nicht einfach über die Grenze“, betonte Ines Baumgarten. Sie seien unter anderem von der Dialyse abhängig. Viele Kranke, befürchtet sie, seien bereits in den ersten Kriegstagen aufgrund der fehlenden Versorgung in angegriffenen Krankenhäusern gestorben.

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Alle Vereinsmitglieder seien sich sofort einig gewesen, Patienten in der Onkologie in der Ukraine zu unterstützen, bestätigte Ines Baumgarten. Durch ein polnischsprachiges Mitglied im Verein wurde über eine Krebsstation in Polen ein Erstkontakt in die Ukraine hergestellt. Eine gute Zusammenarbeit, wie sich später herausstellte, denn der Ansprechpartner der onkologischen Kinderklinik vor Ort meldete sich einen Tag später mit einer Liste dringend benötigter Materialien und Medikamente. Innerhalb von drei Tagen wurden alle Sachen gesammelt, verpackt und verladen. Die Flut an Spenden und die große Hilfsbereitschaft, zu der auch die Bereitstellung der Transportfahrzeuge gehörte, war grenzenlos, so Baumgarten. Nach Arbeitsschluss fuhren dann vier Vereinsmitglieder sowie Helfer mit zwei Großraumtransportern zur ukrainischen Grenze. Die Transporter waren bis zum Dach voll bepackt. Auch real, Kaufland, Apotheken, Firmen und viele Geschäftsleute hatten mehrere Sachspenden abgegeben. Allein die GLG Fachklinik Wolletzsee habe eine Geldspende in Höhe von 1000 Euro gespendet, welche sofort in Medikamente wie frei verkäufliche Schmerzmittel in Tablettenform für Kinder, Verbandsmaterialien und hochwertige Pflaster investiert wurden. Die Fahrtkosten übernahm der Verein

Von 17 bis 2 Uhr, also neun Stunden seien die Männer durchgefahren, mit nur einer kleinen Pause, die zum Fahrerwechsel diente. An der ukrainischen Grenze wurden die Kisten und Kartons abgeladen und zwischengelagert: Die Ukrainer hatten zu diesem Zeitpunkt die Grenze noch nicht erreicht, um die Sachen in Empfang nehmen zu können. Unkomplizierte Absprachen mit Partnern an der Grenze machten eine Lagerung möglich. „Alles funktionierte reibungslos und die Ukrainer konnten ihren mitgebrachten Reisebus Stunden später befüllen“, so Ines Baumgarten. Dank des geringen Verkehrsaufkommens auf den Autobahnen und der fortlaufenden Unterstützung durch das Internet und aller Helfer seien die vier Fahrer aus der Uckermark wieder gesund zu Hause angekommen.

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„Nun müssen die ukrainischen Krebspatienten auf die Zuweisung in Folgekliniken warten. Das geschieht nach und nach“, erklärte Baumgarten zuversichtlich. Die Kinderonkologie in Berlin Buch hätte bereits Betten zur Verfügung gestellt, habe sie erfahren. Und ihr Verein werde weiter helfen.

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