Politischer Druck
Kritik an geplanter Erdgasbohrung wächst

Sie erwarten Unterstützung aus Potsdam: Lychens Bürgermeisterin Karola Gundlach, Frank Zimmermann, Bürgermeister der Gemeinde Boitzenburger Land, Andreas Rutter, Amtsdirektor von Gerswalde, und Templins Bürgermeister Detlef Tabbert (von links).
Sie erwarten Unterstützung aus Potsdam: Lychens Bürgermeisterin Karola Gundlach, Frank Zimmermann, Bürgermeister der Gemeinde Boitzenburger Land, Andreas Rutter, Amtsdirektor von Gerswalde, und Templins Bürgermeister Detlef Tabbert (von links).
Michaela Kumkar

Die Region Templin macht Druck gegen eine Erkundung von Gaslagerstätten bei Zehdenick. Brandenburgs Ministerpräsident wird aufgefordert, einzuschreiten.

Nicht nur die Stadt Templin will Probe- und Förderbohrungen im Untersuchungsfeld Zehdenick Nord unbedingt verhindern. Die Firma Jasper Resources GmbH hat vor, dort Erdgaslagerstätten zu erkunden. Das Gebiet grenzt an den Bereich Grunewald, Groß Dölln und Storkow, der zur Gemarkung Templin gehört.

Unterstützung aus Fachministerien gefordert

Auch in Lychen, der Gemeinde Boitzenburger Land und im Amtsbereich Gerswalde mag man sich mit dieser Vorstellung nicht anfreunden. Bürgermeisterin Karola Gundlach (parteilos), Bürgermeister Frank Zimmermann (parteilos) und Amtsdirektor Andreas Rutter haben sich gemeinsam mit Templins Stadtoberhaupt Detlef Tabbert (Die Linke) in einem Brief an Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) gewandt. Von ihm erhoffen sie sich Unterstützung gegen die geplante Erdgasförderung in der Region. Man brauche die Hilfe der Fachministerien, um gegen dieses Vorhaben vorgehen zu können.

Gefahren befürchtet

Das Vorhaben lasse sich nicht mit der touristischen Entwicklung der Region vereinbaren, heißt es unter anderem in dem Schreiben an Woidke. Schon allein aufgrund der durchgeführten seismischen Messungen und geplanter Bohrungen sowie der beabsichtigten Erdgasproduktion sei ein erheblicher Imageverlust für die Region und letztendlich ein Rückgang der Besucherzahlen zu befürchten. Aus Sicht der Bürgermeister und des Amtsdirektors ist das Risiko einer Verunreinigung durch Probebohrung und Produktion mit entsprechenden Folgen für Natur, Umwelt und Tourismus unkalkulierbar. Es müsse durch ein Verbot der Förderung von Erdgas ausgeschlossen werden. Die Region stünde für eine umweltbelastete und risikobehaftete Gasindustrie nicht zur Verfügung, steht in dem Brief an den Ministerpräsidenten.

Neben dem Protest der Kommunen schlägt dem Vorhaben auch ziviler Widerspruch entgegen. In Templin hat sich eine Bürgerinitiative "Gegen das Gasbohren" gegründet.

Kommentare (1)

Bürgermeister Zimmermann als Vorstandsmitglied im Zweckverband Wasserversorgung ZVWU in Templin sieht bei der Verhinderung von Freiland- Intensivtierhaltungsanlagen in geplanten Trinkwasserschutzgebiet Zone 3 in seiner Gemeinde kein Handlungsbedarf, da wundert es einen schon auf welchen Pfaden er sich jetzt bewegt da sollte erst mal vor der eigenen Amtstür gefegt werden mit besonders großen Besen. Die bis zu 1000 Anschlussnehmer sind ihm hier EGAL, übrigens dem Vorstandsvorsitzenden B. Riesener des ZVWU auch, der antwortet auf Schreiben erst gar nicht und versucht das ganze nach Merkelmanie auszusitzen.