Angermündes Stadtbrandmeister Jürgen Duckert und sein Vize René Pöschl (von links) halfen im Katastrophe
Angermündes Stadtbrandmeister Jürgen Duckert und sein Vize René Pöschl (von links) halfen im Katastrophengebiet und berichteten Ministerpräsident Dietmar Woidke (rechts) von ihrem Einsatz. Mit im Bild: Bernward Tewes, stellvertretender Leiter der PCK-Werkfeuer- wehr (Mitte) und Kreisbrandmeister Tony Zillmer Ivonne Hackbarth
Einsatz im Flutgebiet

Landesvater dankt der „Ölwehr Uckermark“

Elf Feuerwehrleute aus der Uckermark waren bei der Katastrophe in Rheinland-Pfalz im Einsatz und halfen beim Abpumpen der Öltanks. Für sie war es eine Ehrensache, wofür ihnen Ministerpräsident Dietmar Woidke großen Respekt zollte.
Prenzlau

Die Bilder, die die uckermärkischen Feuerwehrleute bei ihrem Einsatz im Hochwassergebiet in Rheinland-Pfalz gesehen haben, werden ihnen sicher nicht so schnell aus dem Kopf gehen. „Es ist schwer zu beschreiben, was wir dort vorgefunden haben“, sagte Angermündes Stadtbrandmeister Jürgen Duckert und beschrieb ein Szenario von Verwüstung und Zerstörung wie nach einem Krieg. „Die Realität war noch viel schlimmer als die Bilder, die im Fernsehen gezeigt wurden.“

Für die Uckermärker sei das der emotionalste Einsatz seit Langem gewesen – in vielerlei Hinsicht. „Wir sahen großes Leid: Viele Leute hatten auf einen Schlag alles verloren, und das Schlimme: auch ihren Mut. Auf der anderen Seite waren sie so unglaublich dankbar, dass sie nicht allein gelassen werden, sondern Hilfe erfahren, wodurch viele wieder Zuversicht schöpften“, ergänzte Duckerts Vize, René Pöschl.

Langer Arbeitstag

Zwölf Tage dauerte der Einsatz der Uckermärker im Verbund des Leitstellenbereichs Nordost in Kreuzberg im Landkreis Ahrweiler. Die Aufgabe der Helfer war es, Öltanks aufzuspüren und abzupumpen. Das stellte sich mitunter äußerst schwierig dar, denn von vielen Häusern waren nur noch die Fundamente übrig. Allein mit den Gerätewagen voranzukommen, war eine Herausforderung, da Straßen weggespült und Brücken eingestürzt waren.

Nicht selten wurde aus den ursprünglich für den Tag geplanten Aufgaben die doppelte Anzahl an Hilfeleistungen, sodass ihr Arbeitstag mitunter erst bei Einbruch der Dunkelheit endete. „Insgesamt haben wir 314 000   Liter Öl und Öl-Wasser-Gemisch abgepumpt“, verdeutlichte Jürgen Duckert die Dimension und verriet, dass die Einheimischen die Uckermärker deshalb bereits als „Ölwehr“ titulierten.

Helfer sind Aushängeschild

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hörte den Schilderungen der Zurückgekehrten aufmerksam zu. Dass dieser Einsatz den Kameraden wie auch den Mitgliedern des Ortsverbandes Prenzlau des Technischen Hilfswerks, die für knapp zwei Wochen in Altenahr im Aufräumeinsatz waren – inklusive Vermisstensuche, körperlich und auch seelisch einiges abverlangt hatte, daran ließ der Landesvater keinen Zweifel. Für ihn war es deshalb eine Herzensangelegenheit, den Uckermärkern persönlich zu danken.

Woidke betonte, dass für die Betroffenen vor Ort natürlich jegliche finanzielle Unterstützung wichtig sei, aber auch das Gefühl, physische Hilfe zu erfahren. „Sie haben den Menschen im Katastrophengebiet Mut und Hoffnung gegeben und ihnen ihren Optimismus zurückgebracht. Sie sind die Gesichter und damit die Botschafter Brandenburgs, und dafür spreche ich Ihnen meinen größten Dank aus. Ihr Einsatz hat ein Symbol gesetzt, dass wir eine starke Gemeinschaft sind.“ Der Landeschef sehe es nun seinerseits als Verpflichtung an, alles dafür zu tun, dass die Ehrenamtlichen ihren Dienst entsprechend verrichten können.

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