Das Sorgenkind von Bund und Land: PCK in Schwedt/Oder.
Das Sorgenkind von Bund und Land: PCK in Schwedt/Oder. Annette Riedl/dpa
Wirtschaftsförderung

Landkreis Uckermark sucht Top-Manager

Rund 500 Millionen Euro Wirtschaftsfördermittel stehen in den nächsten 15 Jahren für Kreis und Land bereit.
Prenzlau

Wie investiert man in den nächsten Jahren am sinnvollsten 500 Millionen Euro Fördergelder in die Uckermark, um zu verhindern, dass weiterhin junge und hochqualifizierte Menschen abwandern, weil sie anderswo eine bessere Zukunft für sich sehen? Dies ist die wichtigste Frage, an deren Beantwortung die zukünftige neue Geschäftsführung des „Investor Center Uckermark GmbH (ICU)“ mitarbeiten muss. Zu 50 Prozent ist der Landkreis an der Gesellschaft beteiligt. In einer Vorlage aus dem Amt für Kreisentwicklung, die dem Kreistag am 7. Dezember zum Beschluss vorliegt, werden 150 000 Euro beantragt, um für das ICU Fachpersonal anzuwerben, das helfen soll, Gewerbegebiete zu erschließen, neue Firmen anzusiedeln und die Infrastruktur im Kreis zu verbessern. Laut Vorlage soll die ICU durch die neue Geschäftsführung „zur kompetenten, leistungsfähigen und regionalen Struktur im künftigen Transformationsprozess“ aufgewertet werden.

Studie: Unternehmen leiden unter schlechter Infrastruktur

Die einwohnerreichste Stadt im Landkreis ist Schwedt/Oder, bei deren Nennung jeder sofort an die PCK-Raffinerie denkt. Woher kommt im nächsten Jahr das Benzin für Brandenburg und Berlin und was wird in Zukunft aus dem ehemaligen Petrolchemischen Kombinat? Dieses Thema beschäftigt Wirtschaft und Politik im Land seit der Entscheidung der Ampelregierung, ab Januar 2023 kein russisches Erdöl mehr zu importieren. Wie der Osten Deutschlands danach ausreichend mit Erdölprodukten versorgt wird, ist weiterhin ungewiss. Am 16. September beschloss die Bundesregierung ein Maßnahmenpaket zur Transformation der ostdeutschen Raffineriestandorte und Häfen (Rostock), die für die Energieimporte benötigt werden. 750 Millionen Euro, die zu gleichen Teilen von Bund und Ländern kommen, sollen dazu in den nächsten 15 Jahren für die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ zur Verfügung stehen.

Aktuell dazu: Wie gelingt der Umbau des PCK?

Nach Angaben des Amtes für Kreisentwicklung stehen davon allein 375 Millionen für den Standort Schwedt und den Landkreis Uckermark zur Verfügung. Dazu kämen über 100 Millionen Euro aus weiteren Fördertöpfen, wie dem „Just Transition Fund“. Rund 500 Millionen Euro also, wie eingangs genannt, die zur Verfügung stehen, um das wirtschaftliche Umfeld in Schwedt und Umgebung zu entwickeln und die Infrastruktur der Uckermark insgesamt zu verbessern. Auf die neue Führung des ICU warten verantwortungsvolle Aufgaben.

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