Das von der Explosion betroffene Haus ist so schwer zerstört, dass es abgerissen werden muss.
Das von der Explosion betroffene Haus ist so schwer zerstört, dass es abgerissen werden muss. Jens Kalaene
Lychens Bürgermeisterin Karola Gundlach ist erleichtert, dass die Katastrophe vergleichsweise glimpflich verlief.
Lychens Bürgermeisterin Karola Gundlach ist erleichtert, dass die Katastrophe vergleichsweise glimpflich verlief. Horst Skoupy
Gasexplosion

▶ „Lychen hatte noch Glück im Unglück“

Das Zentrum von Lychen wurde am Freitag von einer heftigen Detonation erschüttert. Darum hielten sich die Folgen dennoch in Grenzen.
Lychen

Am Wochenende nach der verheerenden Gasexplosion in einer Bäckerei am Markt herrschen in Lychen Betroffenheit und Erleichterung zugleich. Am Freitagfrüh gegen kurz vor 5 Uhr hatte eine Explosion in der Landbäckerei Janke mitten in der Flößerstadt für so schwere Zerstörungen an dem Wohn- und Geschäftshaus geführt, dass es abgerissen werden muss. Dennoch sagte Lychens Bürgermeisterin Karola Gundlach (parteilos) am Wochenende: „Wir hatten noch Glück im Unglück, dass die Katastrophe zu einer so frühen Tageszeit passierte. Dadurch wurde nur eine Bäckereiverkäuferin, wenn auch schwer, verletzt.”

 

 

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Hätte sich das Unglück zwei oder drei Stunden später ereignet, hätten die Auswirkungen noch viel schlimmer seien können, ist sich die Bürgermeisterin sicher. In der Bäckerei würden normalerweise mehrere Angestellte zugleich arbeiten, zudem herrsche dort tagsüber reger Kundenverkehr. „Schließlich gibt es in der Bäckerei auch einen Cafébereich, wo Kunden Kaffee trinken und Gebäck essen”, erläuterte Karola Gundlach. Der schwer verletzten Verkäuferin, die mit einem Rettungshubschrauber ins Unfallkrankenhaus nach Berlin geflogen werden musste, ging es am Wochenende schon wieder deutlich besser. „Sie ist nicht lebensgefährlich verletzt worden”, erklärte Polizeisprecherin Bärbel Cotte-Weiß.

+++ Gasleck nach Explosion in Lychen entdeckt +++

Die Bewohner der Nachbarhäuser des zerstörten Gebäudes hätten am Sonnabendmorgen wieder in ihre Wohnungen zurückkehren können, nachdem die Gaskonzentration am Unfallort deutlich gesunken war, berichtete Karola Gundlach.

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Unterdessen ist die Unglücksursache noch nicht final geklärt. In den Tagen vor der Explosion hätten Mitarbeiter der nahe gelegenen VR-Bank Gasgeruch wahrgenommen, erklärte Ulf Richter, Dienstgruppenleiter der Polizeiinspektion Uckermark, am Sonntag. Eine Spezialfirma habe daraufhin bis Freitagfrüh um 2 Uhr den betreffenden Bereich in der Innenstadt untersucht, ohne eine Gefahr feststellen zu können. Festzustehen scheint unterdessen, dass eine ganz alte Gasleitung, die in einem Kataster von 1931 verzeichnet ist, in späteren aber nicht mehr, im Zusammenhang mit der Detonation steht. „Diese alte Leitung war nicht mehr in Benutzung, stand aber offenbar noch unter Gasdruck”, so Ulf Richter.

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Ebenfalls noch offen ist, ob die alte Gasleitung bei Erdarbeiten Ende März beschädigt worden sein könnte, als eine Firma unterirdisch Breitbandkabel im Bereich des Marktes verlegt hatte. Der Polizei zufolge gehen die Untersuchungen des Unfallortes durch Beamte des Landeskriminalamtes (LKA) am Montag weiter.

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