Die alte Leitung aus der Zeit von vor dem Jahr 1931 ist inzwischen getrennt.
Die alte Leitung aus der Zeit von vor dem Jahr 1931 ist inzwischen getrennt.
Gasexplosion

Lychener erwarten nach Unglück nun Antworten

Nach der Explosion eines Hauses laufen immer noch Mitarbeiter der NBB mit Gasmessgeräten durch Lychen. Die Menschen fühlen sich unsicher.
Lychen

Fünf Tage nach der verheerenden Explosion in einem Wohn- und Geschäftshaus am Lychener Markt sind die Einwohner der Stadt noch nicht im Alltag angekommen. Zu beunruhigend ist für sie die Tatsache, dass Techniker des Gasversorgers sprichwörtlich Tag und Nacht im Stadtbild und zum Teil in den Wohnhäusern zu sehen sind.

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„Man kommt sich vor, wie auf einem Pulverfass“, drückte es Ricardo Messinger drastisch aus. Mit weiteren Einwohnern der Stadt saß er abends an der Bushaltestelle am Markt und die Gespräche drehten sich natürlich unter anderem um die Explosion am frühen Freitagmorgen, bei dem die 55-jährige Angestellte der Landbäckerei Janke verletzt wurde. „Das Schlimme ist, das man nichts erfährt. Ist das Leck nun gefunden? Warum laufen die Leute immer noch mit Messgeräten herum? Weiß man inzwischen, was die Ursache für das Unglück ist?“, zählte eine Frau, die ungenannt bleiben will, ihre Fragen auf, die sie beschäftigen. Und nicht nur sie, ist sie sich sicher.

+++ Gasleck nach Explosion in Lychen entdeckt +++

Während sich unten die Lychener unterhielten, spielte das Unglück hoch oben im Versammlungsraum des ehemaligen Ratseck ebenfalls eine Rolle. Dort fand am Montagabend die Sitzung des Finanzausschusses der Lychener Stadtverordneten statt. „Kommen auf die Stadt irgendwelche Kosten zu?“, wollte Dorit Dierich, sachkundige Einwohnerin, wissen.

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Kosten sind der Stadt auf jeden Fall entstanden, informierte Bürgermeisterin Karola Gundlach (parteilos). Schon allein durch den Feuerwehreinsatz, der sich von morgens gegen 5.00 Uhr bis in die Abendstunden gegen 21.00 Uhr hinzog. Ob und inwieweit die aktuell noch gesperrte Straße Strandberg betroffen ist, kann sie noch nicht einschätzen, solange dort die Trümmer des Hauses liegen. Darüber hinaus gebe es noch Sachschäden, beispielsweise eine zerstörte Straßenlampe. Und nicht zuletzt sei die Woba Lychen GmbH, deren 100-prozentiger Gesellschafter die Stadt ist, dabei, Schäden in ihren Häusern zu erfassen und Reparaturen vorzunehmen.

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Unterdessen unterhält die Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg (NBB) in Lychen immer noch eine sogenannte Grabenwache, informierte Pressesprecher Andreas Bendt. Die NBB betreibt im Auftrag der Energie Mark Brandenburg GmbH das Gasnetz in Lychen. „Die Mitarbeiter überwachen seit Freitag 24 Stunden rund um die Uhr die Gaskonzentrationen in der Luft und in Gebäuden“, erklärte er. Noch immer sind an verschiedenen Stellen Gaskonzentrationen messbar. Das sei nicht ungewöhnlich. Wenn Gas über einen so langen Zeitraum wie in Lychen ausgetreten ist, brauche es eine Weile bis es sich verflüchtigt hat. Eine Gefahr für die Bewohner bestehe allerdings nicht, so Andreas Bendt. Nicht zuletzt schließen NBB-Mitarbeiter Baugruben, die im Zuge der Suche nach einem Leck an verschiedenen Stellen geöffnet worden war.

Was die Katastrophe ausgelöst hat, ist immer noch nicht klar. In Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt werde weiter nach der Ursache geforscht.

 

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