Am Computer von Michael Stein (rechts) konnte sich André Reichow überzeugen: Mit 200 MBit/s surfte der Betreiber d
Am Computer von Michael Stein (rechts) konnte sich André Reichow überzeugen: Mit 200 MBit/s surfte der Betreiber des Seehotels Lindenhof in Lychen durch das Internet. Horst Skoupy
Benedict Lipp, Projektleiter Uckermark bei der e.discom, und sein Geschäftsführer Gerhard Roth, André Reichch
Benedict Lipp, Projektleiter Uckermark bei der e.discom, und sein Geschäftsführer Gerhard Roth, André Reichchow vom Landkreis Uckemark (von links) sowie Wolfgang Karbe vom gleichnamigen Computerservice und Lars Freundt (von rechts) von den Stadtwerken Schwedt beglückwünschten die Hotelbetreiber Monique Tomacka und Michael Stein zum Anschluss des Seehotels Lindenhof in Lychen ans Glasfasernetz. Horst Skoupy
Breitbandausbau

Lychener Hotelbetreiber rauscht 30-mal schneller durchs Internet

Seit drei Jahren ist davon die Rede, dass in der Uckermark das Glasfasernetz ausgebaut wird. Jetzt sind die ersten Nutzer am Netz.
Lychen

Monique Tomacka und Michael Stein gehören zu den Uckermärkern, die den Ausbau mit schnellem Internet herbeigesehnt haben. Das ist kein Wunder. Die Geschwindigkeit, mit der die Betreiber des Seehotels Lindenhof in Lychen bislang im Internet unterwegs waren, hatte so rein gar nichts mit Tempo zu tun. „Wir hatten an unserem Anschluss sechs Megabit pro Sekunde (Mbit/s) anliegen”, erzählte Michael Stein, als Landkreis, e.dis com, Stadtwerke Schwedt und Computer-Service Karbe am vergangenen Freitag in dem Hotel offiziell den ersten Abschnitt des Breitbandausbaus für die Uckermark (ohne Schwedt) in Betrieb genommen hatten. Damit zählte das Unternehmen zu den vielen Internetnutzern, für die der Begriff „unterversorgt” geprägt worden ist. Für ein Hotel ist eine solche Internetleitung eine Katastrophe, denn in einem solchen Betrieb spielt sich vieles über das Internet ab: Warenbestellungen, Buchungen, Werbekampagnen, kabelloses Internet (WLAN) für die Gäste. Für all das war der bisherige Anschluss nicht ausgelegt.

Mehr zum Thema: Bis Ende März schnelles Internet in ersten Häusern

Das hat sich geändert. Die Hotelbetreiber in Lychen gehören zu den ersten Uckermärkern, deren Glasfaseranschluss nicht nur bis an das Modem heran verlegt wurde, sondern von ihnen auch genutzt werden kann. Wenn Michael Stein heute im Computer ein digitales Messgerät für seine Internetgeschwindigkeit aufruft, dann schnellt der Zeiger auf das 30-fache vom bislang angezeigten Wert. Kein Wunder, dass der Hotelier von einem „Quantensprung” als Sinnbild für eine enorme Verbesserung spricht. Der Unternehmer hatte bei den Stadtwerken Schwedt ein 250-MBit-Tarif beantragt. „Wir haben die ersten Buchungen für Tagungen mit Videokonferenzen”, konnte Monique Tomacka voller Stolz verkünden. Das war bislang undenkbar. Ebenso, wie Geschäftsleute zu beherbergen, die auf das Homeoffice angewiesen waren. Doch jetzt können die Hoteliers sogar Träume wagen. „Wir prüfen die Möglichkeit, die Fernsehgeräte in den Gästezimmern nachzurüsten, um Streamingdienste anzubieten”, so Michael Stein.

Auch das gehört dazu: Im Osten Prenzlaus stockt der Breitbandausbau

Die Hotelbetreiber in Lychen sind übrigens nicht die einzigen, die sich über ihr schnelles Internet freuen können. Bei rund 300 Kunden in Lychen, Retzow, Wichmannsdorf und Angermünde sind mittlerweile die Glasfaseranschlüsse, die Voraussetzung dafür sind, aktiv, wusste Benedict Lipp, Projektleiter der e.discom für die Uckermark, zu berichten. Das Unternehmen baut das Glasfasernetz in sechs Landkreises aus. In der Uckermark sind 800 von insgesamt 1700 Kilometern der Leitungen verlegt.

Die Inbetriebnahme des ersten Abschnittes in Lychen ist auch für André Reichow ein Meilenstein. Schließlich handelt es sich mit einem Volumen von 140 Millionen Euro um das größte Förderprojekt in der Geschichte des Landkreises, der Uckermark Kurier berichtete. Seit drei Jahren sei vom Breitbandausbau in der Uckermark immer wieder die Rede, jetzt beginne die Phase, wo täglich neue Haushalte an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Das konnte Wolfgang Karbe vom Templiner Unternehmen Computer-Service Karbe, der als Servicepartner der Stadtwerke Schwedt unterwegs ist, um Bürger zu beraten, mit ihnen Verträge abzuschließen und am Ende auch bei Installationsproblemen hilft, nur bestätigen.

Lesen Sie auch das: Uckermärker Schulen werden endlich digitalisiert

Je mehr der Breitbandausbau voranschreitet, umso stärker wird das Interesse der Uckermärker, an die schnelle Daten-Autobahn angebunden zu werden. „2019 waren es noch 9300 Haushalte, die einen Glasfaseranschluss haben wollten. Aktuell sind es rund 10.700”, wusste Lars Freundt, Vertriebskoordinator der Stadtwerke Schwedt. Verwunderlich sei das nicht. Jeder Glasfaseranschluss mache Schule, denn plötzlich wolle auch der Nachbar einen.

zur Homepage