Diese „Botschaft“ der unbekannten Täter richtet sich wohl an die Verwaltung.
Diese „Botschaft“ der unbekannten Täter richtet sich wohl an die Verwaltung. Birgit Bruck
Nagelneu, noch hinter einem Bauzaun – das ist seit heute Nacht am „Ratseck“ zu lesen.
Nagelneu, noch hinter einem Bauzaun – das ist seit heute Nacht am „Ratseck“ zu lesen. Birgit Bruck
Adressat ist die Lychener Wählervereinigung „Lychen tut gut“.
Adressat ist die Lychener Wählervereinigung „Lychen tut gut“. Birgit Bruck
An der Bushaltestelle – Kritik am Nahverkehr?
An der Bushaltestelle – Kritik am Nahverkehr? Birgit Bruck
Diese Unterstellung könnte unter Umständen ebenfalls ein Fall für die Justiz sein.
Diese Unterstellung könnte unter Umständen ebenfalls ein Fall für die Justiz sein. Birgit Bruck
Graffiti

Lychener reagieren empört auf Schmierereien

Bisher Unbekannte haben in der Nacht zu Dienstag an Hauswänden mitten in der Flößerstadt ihre „Botschaften“ hinterlassen.
Lychen

Am frühen Dienstagmorgen haben Anwohner der Straße Am Markt in Lychen bemerkt, wie zwei dunkel gekleidete Personen die Wände von vier Gebäuden mit Graffiti beschmiert haben. Betroffen davon waren das Rathaus, ein Mehrgenerationenhaus sowie ein ehemaliges Hotel und eine Bushaltestelle. Insgesamt entstand so ein Schaden von rund 3000 Euro.

Sprüche gegen Kommunalpolitik

An der Eisdiele „Zum Flößer“ richteten sich die Sprayer an die in der Stadtverordnetenversammlung (SVV) vertretene Wählergruppe „Lychen tut gut“, die man orthografisch falsch für „Langweilige Teilnamslose Geizhälse“ hält. Der Verwaltung unterstellt man „Kein Interesse am Wohl der anderen“ und „Viel reden, wenig machen“.

Die Lychener reagierten mit Wut und Empörung auf die Schmierereien an zentralen Gebäuden der Stadt. „Wenn hier irgendwem etwas nicht passt, dann soll er es laut sagen. Oder, wenn ihm der Mut dazu fehlt, es auf ein Stück Papier schreiben und an eine geeignete Adresse schicken. Aber nicht die Wände beschmieren“, regte sich Manfred Kleiner auf.

Schaden kostet Stadt viel Geld

Hilmar Alexandrin, am Dienstag im Rathaus als amtierender Bürgermeister tätig, hat wegen der großen Sachbeschädigung die Polizei verständigt. „Das kostet viel Geld, das wir für andere Dinge dringend gebrauchen könnten“, sagte er. In diese Kerbe schlug die Landtagsabgeordnete Carla Kniestedt (parteilos in der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen): „Es gibt so viele Probleme zurzeit, auch in den Kommunen, denen die Einnahmen wegbrechen. Die einen arbeiten Tag und Nacht an Lösungen, und anderen ist das völlig egal, und sie richten stattdessen zusätzlichen Schaden an“.

Vor dem Ratseck, in dem derzeit unter anderem Seniorenwohnungen und die neuen Räume der Touristinformation entstehen und das von den Sprayern als „Hotel zum grauen Adler“ betitelt wird, steht Elgine Ignerski vom Pflegedienst Hampe. „Ich bin empört, und meine Patienten sind es auch“, sagt sie. „Ich arbeite in diesen schwierigen Zeiten jeden Tag, bin für Menschen da und zahle Steuern. Und diese hart erarbeiten Steuern müssen jetzt ausgegeben werden, um diesen Blödsinn zu entfernen.“

 

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