KATZENKASTRATION

Mai-Kätzchen fordern uckermärkische Tierschützer

Der Appell an Besitzer von Samtpfoten, ihre Vierbeiner kastrieren zu lassen, ist nicht neu. Trotzdem verhallt er noch zu oft ungehört.
Insgesamt vier kleine Kätzchen haben sich hier aneinander geschmiegt. Sie wurden aus Gollmitz ins Prenzlauer Tierheim gebracht.
Insgesamt vier kleine Kätzchen haben sich hier aneinander geschmiegt. Sie wurden aus Gollmitz ins Prenzlauer Tierheim gebracht. Konstantin Kraft
Dieses etwa neun Tage alte Kätzchen trinkt bis vier Milliliter Milch am Tag. In gut zwei Monaten kann es vermittelt werden.
Dieses etwa neun Tage alte Kätzchen trinkt bis vier Milliliter Milch am Tag. In gut zwei Monaten kann es vermittelt werden. Konstantin Kraft
Templin.

Im Mai sind die Tierschutzvereine in Templin und Prenzlau durch die vielen geborenen „Mai-Kätzchen” besonders gefordert. Vor wenigen Tagen wurde die erste frei lebende Katze samt Nachwuchs im Prenzlauer Tierheim aufgenommen, so Frauke Förster, Vorsitzende des Tierschutzvereins in der Kreisstadt. „Am Mittwoch brachte man uns einen Wurf mit vier mutterlosen Jungtieren, und am Freitag mussten wir schon die nächste Katzenfamilie mit vier neugeborenen Welpen aufnehmen.” Und dies sei ganz sicher erst der Anfang. Dabei müsste die unkontrollierte Vermehrung durch unkastrierte Katzen und Kater, die Freigang haben, nicht sein. Vorausgesetzt, die Besitzer würden ihre Tiere kastrieren lassen. Doch das tun eben nicht alle.

Vereine kümmern sich um herrenlose Katzen

Unerwünschten Nachwuchs bei herrenlosen Katzen zu verhindern, darum kümmern sich die Tierschutzvereine nach ihren Möglichkeiten. Dort, wo Katzenpopulationen besonders groß sind, fangen sie die Tiere mit Kastenfallen, bringen sie zum Tierarzt. Sie müssen dann allerdings auch die Kosten für den Eingriff tragen. „Die liegen bei einer Katze bei 100 Euro. 50 Euro sind es, wenn ein Kater kastriert wird”, so Heike Rutkowski vom Tierschutzverein Templin. Der hat 30 Mitglieder. Nur mit Mitgliedsbeiträgen allein lassen sich diese Kosten nicht aufbringen. Die Vereine in beiden Städten sind also auf Spenden angewiesen, veranstalten Basare und Trödelmärkte und bemühen sich um Fördermittel beim zuständigen Landesministerium.

In Templin muss man sich in den beiden Pflegestellen zurzeit zwar nicht um Katzennachwuchs kümmern. „Was allerdings nicht bedeutet, dass es das Problem nicht gibt”, betont Heike Rutkowski. Denn nicht in jedem Fall werden die Tierschützer eingeschaltet. „Obwohl das der bessere Weg ist, als die Kätzchen womöglich auszusetzen, weil man nicht weiß, wohin damit. Oder gar noch Schlimmeres zu tun, was gesetzlich verboten ist.” Wem etwas an seinem Tier liege, der sei auch bereit, es kastrieren zu lassen. „Wir hören oft das Argument, man muss seine Katze einmal jungen lassen. Daran stimmt nichts”, sagt die Templinerin.

Tiere im Spätherbst oder Winter kastrieren lassen

Der beste Zeitpunkt, sein Tier kastrieren zu lassen, sei im Spätherbst oder im Winter, empfiehlt Frauke Förster Katzenbesitzern. Grundsätzlich sei es nicht schwierig, kleine Kätzchen zu vermitteln. „Vorausgesetzt der Nachwuchs frei lebender Katzen kommt rechtzeitig in unsere Obhut. Ist er älter als ein Vierteljahr, dann kann man ihn nicht mehr sozialisieren und an Menschen gewöhnen. Wir müssen die Tiere also nach der Kastration dorthin zurückbringen, wo wir sie gefunden haben.”

 

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