Die Herausforderungen an die Pflege werden in den nächsten Jahren aus demografischen Gründen noch größer.
Die Herausforderungen an die Pflege werden in den nächsten Jahren aus demografischen Gründen noch größer. Privat
Pflege in der Uckermark

Medizinische Schule bietet ihre Hilfe an

Das Prenzlauer Lehrkräfteteam unterbreitet der Pflegebranche ein breites Angebot von Aus- und Fortbildungen, das fürs Personal gebucht werden kann.
Prenzlau

„Die Akteure in der Pflege der Region sind bereits recht gut vernetzt“, das kann Ilona Thiedig mit Bestimmtheit sagen. Die Leiterin der Medizinischen Schule Uckermark (MSU) zählt ad hoc 96 Partner auf, mit denen ihr Kollegium in engem Austausch steht. Es bot sich daher an, den mehrmals im Jahr tagenden „Runden Tisch“ der Branche in ihren Räumen in Prenzlau stattfinden zu lassen, versichert die Prenzlauerin. „Wir freuen uns, auch weiterhin der Gastgeber sein zu dürfen“, sagte sie dem Uckermark Kurier nach der jüngsten Veranstaltung in ihrem Schulgebäude an der Stettiner Straße.

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Getroffen hatten sich hier nach langer Coronapause erstmals wieder Vertreter von Pflegeeinrichtungen, des Landkreises und der Beratungsstellen der Uckermark, um Lösungswege und -möglichkeiten für Bedarfe in der Pflege und Betreuung zu entwickeln. „Das Förderprogramm ‚Pflege vor Ort‘ ist eine Säule des Brandenburger Paktes für Pflege, der am 1. April 2021 gestartet ist und insbesondere Pflegebedürftige und ihre Angehörigen im ländlichen Raum unterstützen soll“, so Ilona Thiedig im Gespräch mit der Redaktion. Das Vorhaben ziele auf den Ausbau der Beratungsstrukturen und auf die Fachkräftesicherung in der Pflege durch attraktive Ausbildungs- und Beschäftigungsbedingungen ab.

Impuls vom Landkreis

Die Impulse für den Pflegefachkreis kamen vom Landkreis Uckermark. Unter der Leitung der Sozialplanerin des Landkreises erörterten die anwesenden Vertreter die momentane Situation in der Pflege und Betreuung. Ilona Thiedig zufolge gebe es vor allem bei der Ausbildung noch Potenzial bei den Firmen. Längst nicht alle Pflegeeinrichtungen und -dienste hätten sich bis dato an diesen verantwortungsvollen Part gewagt, obwohl es der einfachste Weg sei, sich eigenen Berufsnachwuchs heranzuziehen, resümiert die Medizinpädagogin.

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Ilona Thiedig möchte die Herausforderung für die Ausbildungsbetriebe nicht kleinreden, aber der Aufwand lohne sich, versichert die Fachfrau. Die MSU erneuere deshalb ihr Angebot, den Firmen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und so eventuelle Befürchtungen abzubauen und wichtige Impulse zu geben, betont Ilona Thiedig: „Wir stehen verlässlich an der Seite der Praxis.“ Denn nur durch die Intensivierung der Ausbildung könnten die Personalengpässe abgebaut werden, ist sie überzeugt. Das sei mit Blick auf die demografische Entwicklung in der Zukunft wichtiger denn je.

90 neue Schüler

Ihr Lehrkräfteteam bietet der Branche zudem Aus- und Fortbildungen der Belegschaft an. Die Dozenten seien stets auf dem neusten Stand bei Gesetzen und Vorschriften und würden dieses Wissen gern bei Seminaren weitergeben, versicherte die MSU-Chefin. An der Schule, die 21 Mitarbeiter zählt, werden derzeit 280 Frauen und Männer unterrichtet; darunter fünf Klassen, deren Absolventen den neuen Berufsabschluss „Pflegefachkraft“ ansteuern. Momentan ist man bereits in der Vorbereitung des neuen Schuljahres. Ab Oktober 2022 werden hier weitere 80 bis 90 Schüler erwartet. Damit seien die Klassen gut voll und die Kapazität ausgeschöpft, betonte die Leiterin. Ilona Thiedig ermuntert in diesem Zusammenhang, sich an ihre Schule zu wenden, wenn man auf der Suche nach einer Ausbildung beziehungsweise in einer Neuorientierung ist.

Telefon: 03984 2270

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