AUS VERANTWORTUNG GESTOHLEN

Mischling vor Templiner Tierarztpraxis ausgesetzt

Ein trauriger Anblick bot sich einer Tierarzthelferin in Templin. An der Praxis hatte jemand sein Tier angeleint – völlig abgemagert und ungepflegt.
Mit Kratzstellen im Fell und völlig abgemagert ist der kleine Mischling vor einer Tierarztpraxis in Templin ausgesetzt wo
Mit Kratzstellen im Fell und völlig abgemagert ist der kleine Mischling vor einer Tierarztpraxis in Templin ausgesetzt worden. Monika Strehlow
Templin.

Das ist Tierarzt Dr. Alexander Genschow in seinem ganzen Berufsleben noch nicht passiert. „Jemand hat einen Hund bei mir an der Praxis ausgesetzt. Einfach mit der Leine an einen Strauch gebunden und verschwunden“, berichtete der Templiner am Freitag erschüttert. Vor 23  Jahren hatte er die Praxis eröffnet, doch so etwas war ihm noch nicht untergekommen. In ganz Templin passiere es äußerst selten, dass ein Tier ausgesetzt werde. Es nun aber genau an der Tierarztpraxis abzulegen, das kann er nicht verstehen. „Man hätte mit mir auch reden können. Gemeinsam wäre sicher eine Lösung für den Hund gefunden worden. Doch sich auf diese Art der Verantwortung für ein lebendes Wesen zu entziehen, das ist nicht hinnehmbar.“

Kein Chip implantiert

Das nach seinen Schätzungen etwa zehn Jahre alte Tier befindet sich in einem beklagenswerten Gesamtzustand. Bereits auf den ersten Blick sieht der Mix aus Malteser und Shih Ttzu ungepflegt und untergewichtig aus. Kurz vor halb eins hatte ihn Carolin Radke, die tiermedizinische Fachangestellte, gefunden. „Er kann höchstens zwanzig Minuten dort gesessen haben. Als ich um das Haus gelaufen bin, habe ich aber niemanden mehr gesehen“, so die Praxisgehilfin. Schnell stand fest, dass der Rüde nicht gechipt ist, es damit auch keinen Anhaltspunkt für den Besitzer gibt.

Gesunden Appetit

So musste der Tierarzt die Polizei verständigen, die das Prenzlauer Tierheim informierte. Dessen Leiterin Susanne Bercht, die nachmittags mit Kollegen den ausgesetzten Hund abholte, bestätigte, dass er sehr abgemagert sei. „Jetzt soll er erst einmal zur Ruhe kommen, wir haben ihn bei uns in einem Zimmer untergebracht. Und in der nächsten Woche wird er tierärztlich untersucht.“ Schon jetzt vermutet sie, dass er schwerhörig ist. Zum Glück machte er sich aber sofort hungrig über das angebotene Futter her. Bevor daran zu denken ist, ihn – sollte der Besitzer nicht ausfindig gemacht werden können – zu vermitteln, muss das Fellbündel gründlich aufgepäppelt werden, betonte Susanne Bercht.

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