Jobdesaster

Nach zwei Wochen gekündigt wegen der Coronakrise

Momentan brechen in allen Branchen Jobs in Größenordnungen weg. Im Fall von Steffi Mehrholz ist das besonders bitter, denn hier waren die Kinder „schuld”.
Steffi Mehrholz's Glück währte nicht lang.
Steffi Mehrholz' Glück währte nicht lang. privat
Prenzlau

Für Steffi Mehrholz war im März ein Traum in Erfüllung gegangen. Die alleinerziehende Mutter hatte einen neuen Arbeitsvertrag unterzeichnet, kurz bevor sie in Hartz IV gefallen wäre. Überglücklich trat die gelernte Köchin am 2. März ihre neue Stelle an. „Ich war so froh, etwas gefunden zu haben, was von den Arbeitszeiten her mit meinen Kindern vereinbar war”, berichtet die Alleinerziehende. Sowohl der Sohn als auch die kleine Tochter hätten besonderen Betreuungsbedarf. „Mein Großer ist chronisch krank mit Diabetes Typ I, seine Schwester noch zu jung, um die Abende allein bleiben zu können”, beschreibt die 38-Jährige.

Zeitarbeitsfirma fackelt nicht

Der Job, den sie nun durch eine Zeitarbeitsfirma gefunden hatte, war ideal: Morgens um 6 Uhr Arbeitsbeginn. Um 14.45 Uhr trat sie wieder den Weg nach Hause an. Doch dann überschlugen sich die Ereignisse. Auch im Leben der jungen Prenzlauerin setzte die Corona-Krise etwas in Gang. Als sie ihrem neuen Arbeitgeber andeutete, dass sie keine Unterbringung für den Nachwuchs hat, „wurde es am anderen Ende der Leitung ganz still”, erinnert sie sich an das Telefonat zurück. „Ich bin dann sogar noch mit Halsschmerzen zur Arbeit, weil ich Angst hatte, auf die Straße gesetzt zu werden. Doch das nützte nichts. Am 17. März hatte sie die Kündigung im Kasten. „Dafür brauchte die Firma nicht mal einen Grund, ich war ja in der Probezeit.” Für Steffi Mehrholz brach in diesem Moment eine Welt zusammen.

Drama ohne Ende

Doch das Drama war damit noch nicht zu Ende. Als sie nämlich versuchte, mit der Arbeitsagentur Kontakt aufzunehmen, um sich wieder erwerbslos zu melden, scheiterte sie am Dauerbesetztzeichen. In ihrer Not meldete sich die Kreisstädterin beim Uckermark Kurier, der einen Kontakt herstellte. Pressesprecherin Sabine Endmann bilanzierte, dass das Anrufaufkommen der Arbeitnehmer-Hotline der Bundesagentur für Arbeit in den letzten Tagen auf das Zehnfache des üblichen Niveaus gestiegen und dadurch das Telefonnetz teilweise überlastet gewesen sei.

Behörde entschuldigt sich

„Das tut uns leid. Die Agentur für Arbeit Eberswalde hat sofort auf die veränderte Situation reagiert und regionale Sonderrufnummern für die Uckermark eingerichtet. So können die Uckermärker montags bis freitags von 8 bis 16 vorrangig die Sonder-Rufnummer 03334 37 1001 für dringende Anliegen zu nutzen.

Dazu gehört selbstverständlich auch die Arbeitslosmeldung. Ergänzend dazu gibt es eine zusätzliche E-Mailadresse. Unter [email protected] besteht die Möglichkeit, sich schriftlich an die Arbeitsagentur zu wenden. Außerdem können Anträge generell auch formlos auf dem Postweg gestellt oder in den Hausbriefkasten der Geschäftsstelle eingeworfen werden.” Einen neuen Job hat Steffi Mehrholz dadurch nicht, aber die Bezüge sind erstmal gesichert. Das hilft in der ersten Not.

 

 

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