MÜLLAKTION

Naturschutzgebiet soll „parteiübergreifend” entrümpelt werden

Felix Teichner (AfD) hat einen Verein für Umwelthilfe gegründet. Bei seiner ersten Müllräumaktion machen die Prenzlauer Plastikrebellen mit.
Felix Teichner ist Vorsitzender des neuen Vereins.
Felix Teichner ist Vorsitzender des neuen Vereins. Claudia Marsal
Der Müll ist zum Teil schon eingewachsen.
Der Müll ist zum Teil schon eingewachsen. privat
In den Naturschutzgebiet finden sich sogar Altreifen in Gewässern.
In den Naturschutzgebiet finden sich sogar Altreifen in Gewässern. privat
Dass man hier nichts in die Gegend schmeißt, sollte eigentlich selbstverständlich sein.
Dass man hier nichts in die Gegend schmeißt, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Claudia Marsal
Zollchow.

Alte Möbel, Linoleumrollen, Küchenabfälle, Asbestplatten, Schrott, Industriemüll – was Felix Teichner vor geraumer Zeit im Naturschutzgebiet von Zollchow gefunden hat, ließ dem 29-Jährigen lange keine Ruhe mehr. „Sogar Altreifen liegen da in der Gegend rum. Das hat mich wirklich erschreckt.“ Der zweifache Vater suchte deshalb Gleichgesinnte, um dort eine Aufräumaktion zu starten. Schon zu diesem Zeitpunkt war dem Ortsvorsteher von Güstow und Prenzlauer Stadtverordneten, der für die AfD im Landtag sitzt, klar, dass das ein Mammutprojekt wird. „Doch wenn man nicht irgendwann anfängt, dann wird das nichts“, bekräftigt der gelernte Industriemechaniker und verweist auf den großen CleanUp, der nun am 1. August über die Bühne gehen soll. Gerade noch rechtzeitig dafür ist die Gründung des Vereins „Umwelthilfe Uckermark“ erfolgt, dessen Vorsitz er inne hat.

Der guten Sache wegen

Die erste Aktion wollen die acht Gründungsmitglieder gemeinsam mit den Prenzlauer Plastikrebellen meistern. „Ich habe schon bei deren Müll-Einsätzen in der Kreisstadt oft mitgemacht und fand die Sache toll“, erklärt der Uckermärker. Felix Teichner betont, dass der Subbotnik ihm privat am Herzen liegt und nicht als Parteivertreter. „Sicher ist das eine politische Angelegenheit, aber nicht parteiisch, sondern bestenfalls parteienübergreifend“, sagt er und hofft, dass auch Leute, die seine Ansichten nicht teilen, dazu stoßen – „der guten Sache wegen“. Niemand müsse fürchten, mit AfD-Schildchen ausgestattet oder anderweitig zu Werbezwecken benutzt zu werden. Peggy Braun von den Plastikrebellen legt dann auch Wert auf die Feststellung, „dass es nicht um politische Ansichten geht und ich mich klar von der AfD distanziere. Das einzige Thema, was uns verbindet, ist der Umweltschutz.“

Große Unterstützung

Felix Teichner versichert deshalb: „Es soll an diesem Tag nur darum gehen, wie wir es schaffen, das Naturschutzgebiet wieder so herzurichten, dass es den Namen verdient.“ Alle notwendigen Absprachen habe er bereits getätigt, sagt der Uckermärker, der froh ist, bereits viele Firmen und die angrenzenden Landwirtschaftsbetriebe mit im Boot zu haben. Unterstützung zugesagt hätten ein Containerdienst und ein Metallhandel. „Von denen bekommen wir Bewährungseisen, die wir an den Stellen mit Asbestverunreinigung in die Erde rammen. Da dort gehen wir selbstverständlich nicht ran. Das ist später dann die Sache von Fachfirmen.“ Örtliche Bauern hätten schon signalisiert, Schubkarren für den Müll bereitzustellen, freut sich Teichner „Jetzt suchen wir noch einen Sponsor für Handschuhe, die wir den hoffentlich zahlreich erscheinenden Helfern geben können.“

Treff ist am Sonnabend, dem 1. August, um 14 Uhr an der Zollchower Kirche. Von dort fahren die Gruppen zusammen in das Naturschutzgebiet. Das Logo des neuen Vereins ist übrigens ein grüner Baum, dessen Krone die Silhouette des Uckermarkkreises darstellen soll.

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