Der Landkreis Uckermark hat 20 Kilometer Elektrozaun eingelagert, um bei einem Seuchenfall schnell reagieren zu können.
Der Landkreis Uckermark hat 20 Kilometer Elektrozaun eingelagert, um bei einem Seuchenfall schnell reagieren zu können. Patrick Pleul
Tierseuche

Neue Allgemeinverfügung zur Schweinepest in der Uckermark

Landrätin Karina Dörk hat sich am Freitag mit Jägern aus drei Verbänden getroffen. In der Runde konnten Missverständnisse der Vergangenheit ausgeräumt werden.
Uckermark

Die Gefahr ist real, dass auch in der Uckermark bei einem Wildschwein die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen werden könnte. Der Landkreis ist deshalb in erhöhter Alarmbereitschaft. Bei einem Gespräch mit Landrätin Karina Dörk (CDU) haben sich am Freitag die Vorsitzenden von drei Jagdverbänden aus der Uckermark über das weitere Vorgehen gegen die Schweinepest abgesprochen. Erst in dieser Woche war aus der Jägerschaft Kritik laut geworden, dass sie an dem ersten Treffen des „Koordinierungsstabes ASP” im Landkreis nicht mit am Tisch sitzen durften.

Probe von jedem Wildschwein

In der Gesprächsrunde stand die neue Tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung des Landkreise im Fokus, die zum 12. Oktober in Kraft treten soll. Gleich die erste Anordnung der neuen Allgemeinverfügung sieht eine „flächendeckende verstärkte Bejagung zur Reduzierung des Schwarzwildbestandes im Landkreis Uckermark”. Weiterhin muss für jedes einzelne Wildschwein, ob Totfund, Unfallwild, oder erlegtes Wild von den Jägern eine Probe zur virologischen Untersuchung genommen werden und diese an das Veterinär- und Gesundheitsamt weitergeleitet werden. Ein vorsätzliches oder fahrlässiges Zuwiderhandeln gegen die Allgemeinverfügung kann mit einer Geldbuße von bis zu 30 000 Euro bestraft werden.

Aneignung für Totfund ablehnen

Bei jedem verendet aufgefunden Wildschwein, dass die Jäger entdecken, müssen sie einen „Wildursprungsschein” ausfüllen. Damit gerät der Kadaver in deren Besitz und sie sind für die Entsorgung verantwortlich. „Wir weißen unsere Jäger darauf hin, dass sie die Aneignung bei einem Totfund ablehnen sollen”, sagte Michael Leumann, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Templin. Dazu genüge es auf dem Zettel als Bemerkung „Verzicht der Aneignung” einzutragen, so der Jäger weiter. „Es geht darum, unsere Mitglieder zu schützen”, ergänzte Stefan Dähn, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Ostuckermark.

Jägerschaft Teil des Krisenstabs

Unterm Strich bewerteten die beiden Jäger den Austausch mit der Kreisverwaltung als positiv. „Wir haben heute einen guten Fortschritt gemacht und Missverständnisse der Vergangenheit ausgeräumt”, sagte Michael Leumann. Bei der nächsten Sitzung des Krisenstabes, der am kommenden Dienstag geplant ist, sollen zwei Vertreter der Jägerschaft dabei sein, versicherte Henry Wichmann (CDU), 2. Beigeordneter der Landrätin. „Wir sind gut aufgestellt”, zeigte sich der Sozialdezernent überzeugt.

 

 

 

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