COVID-19

Neue Karte zeigt Corona-Risikogebiete weltweit

Ob ein Land Corona-Risikogebiet ist oder nicht, kann sich schnell ändern. Damit Reiserückkehrer wissen, wie die Lage ist, hat ein Templiner eine interaktive Karte entwickelt – auch weil das RKI das noch nicht geschafft hat.
Joseph Berkner hat eine Karte entwickelt, die alle aktuellen Corona-Risikogebiete auf der Welt zeigt. Solche Informationen sind besonders für Reiserückkehrer wichtig.
Joseph Berkner hat eine Karte entwickelt, die alle aktuellen Corona-Risikogebiete auf der Welt zeigt. Solche Informationen sind besonders für Reiserückkehrer wichtig. Montage: NK
Templin.

Manchmal kann es sehr schnell gehen. Alle paar Tage, manchmal auch öfter, gibt es auf der Seite des Robert-Koch-Instituts (RKI) neue Meldungen, für welche Länder eine Reisewarnung gilt. Deutschen wird dann von einer Reise in diese Länder abgeraten. Menschen, die aus einem dieser Länder nach Deutschland reisen, müssen sich mitunter in Quarantäne begeben. Länder werden zum Covid-19-Risikogebiet, wenn die Zahl der neuen Infektionen mit dem Coronavirus besonders hoch ist oder aus anderen Gründen ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht. Zuletzt hat die Bundesregierung ihre Reisewarnung für mehr als 160 Länder verlängert.

Die Liste der aktuellen Risikogebiete ist lang – und furchtbar unübersichtlich. Daran störte sich der Geograf Joseph Berkner aus Templin, der deswegen mit den Daten des RKI eine eigene Karte entwickelt hat. Auf dieser interaktiven Weltkarte gibt es nun auf einen Blick alle Regionen, die das Auswärtige Amt als sicher einstuft, oder in die man derzeit besser nicht reisen sollte.

Hier geht es zur Karte mit den aktuellen Corona-Risikogebieten im Blog von Joseph Berkner.

Berkner hat seine Karte so programmiert, dass sie sich regelmäßig die neuen Daten auf der Seite des RKI sucht und auswertet. Ein vergleichbares Angebot gibt es derzeit nicht. Da die Daten der Seuchenschutzbehörde sich nicht ohne weiteres auslesen lassen, können aber Fehler auftreten, betont Berkner. Zur Sicherheit sollten man also auch auf die offiziellen Listen des RKI achten. Gerne würde Berkner deswegen mit dem Institut in Berlin zusammenarbeiten, um eine bessere Karte für alle Menschen anbieten zu können. Doch das Institut, dessen Lageeinschätzungen seit Beginn der Corona-Pandemie von enormer Bedeutung für das Leben von Millionen Menschen ist, hat auf seine Anfrage noch nicht reagiert, so Berkner.

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Wenig blau und ganz viel rot

Als Geograf geht es Berkner auch darum, die Daten anschaulich darzustellen, um daraus Erkenntnisse gewinnen zu können. „Mit der Karte kann man beispielsweise sehen, dass Südostasien und Westeuropa ganz gut abschneiden. Das kann man in einer Liste nicht sehen”, sagt er. So sind Deutschland, Dänemark, Polen, Schweden, Großbritannien oder die Niederlande blau eingefärbt – dort ist das Infektionsrisiko derzeit gering. Doch je weiter man nach Osten, Süden oder Westen reist, desto dramatischer wird es. Frankreich ist noch gelb, dort wird nur vor einzelnen Regionen gewarnt. Doch Spanien und viele Staaten auf dem Balkan sind inzwischen wieder rot – sie gelten als Risikogebiete, das Auswärtige Amt rät derzeit von Reisen in diese Länder ab. Noch dramatischer sieht es jenseits des Atlantiks aus, wo abgesehen von Uruguay, einigen Karibikinseln und Kanada der gesamte amerikanische Kontinent rot leuchtet.

Für Berkner hatte die Arbeit an der Karte auch einen ganz praktischen Sinn. Er wohnt mit seiner Familie derzeit in Südkorea und plant, im September wieder zurück nach Deutschland in seine Heimatstadt Templin zu ziehen. Und in Zeiten der Pandemie ist das gar nicht so einfach. „Wir haben zwar bereits Arbeit, Wohnung und Kitaplätze, unsere Flüge wurden aber bereits verschoben oder auch ganz gestrichen”, sagt Berkner. Er hofft nun, dass es bei den aktuellen Flügen bleibt. Immerhin: Südkorea ist auf seiner Karte blau – die Lage in dem Land ist schon seit einiger Zeit stabil.

Templin soll wieder Heimat werden

In Templin war der 30-Jährige schon seit fast einem Jahr nicht mehr. Doch nun soll die Stadt wieder zu seinem Lebensmittelpunkt werden. „Meine Frau ist Koreanerin und wir haben 2017 Zwillinge bekommen. Da wollten wir der Familie meiner Frau die Möglichkeit geben, die Kiddies auch richtig kennenzulernen, weshalb wir uns 2018 entschieden haben, für eine Weile in Korea zu leben.” Sie lebten in der Stadt Daejeon, wo Berkner als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem technischen Instituts der Universität KAIST gearbeitet hat. Dabei war er zuletzt auch an der Entwicklung der einer Corona-App beteiligt. So war er für die Verbesserung der Abstandmessung zwischen zwei Smartphones zuständig.

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Dass er Geographie studiert hat, hat übrigens auch mit seiner Heimat zu tun: „Ich hatte eine super Geo-Lehrerin im Gymnasium, die die Themen immer sehr interessant gestaltete.” Nach dem Abitur ging er zuerst für ein Jahr nach Australien (der Uckermark Kurier berichtete seinerzeit darüber), dann studierte er zunächst in Berlin, bevor er nach Fernost auswanderte. Doch an der Uckermark liegt ihm bis heute viel, wie er sagt: „Ich habe es erst jetzt nach meinem Leben in Berlin und Korea gemerkt, wie schön wir es dort haben und ich möchte das, was ich erfahren durfte in meiner Kindheit, meinen Kindern nicht vorenthalten.” Durch die Arbeit im Home-Office sei dies ohne weiteres möglich.

Und so freut sich Joseph Berkner schon auf ein Leben in der alten Heimat, in der die Wege zur Verwandtschaft und in die Natur nicht weit sind.

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Kommentare (1)

Was bei Corona ein Risiko ist, ist unbekannt. Ist ein Todesfall ein Risiko, ist ein Patient auf der Intensivstation ein Risiko, ist ein Erkrankter ein Risiko, ist ein mopsfideler Infizierter ein Risiko, ist die weltweite Corona-Politik ein Risiko? Sind Angst, Panikmache und Hysterie Risiken? Das einzig spürbare Risiko ist das Corona-Missmanagement. Und für politisches Missmanagement gibt es keinen Risikogebieteatlas. Mittlerweile hat das Missmanagement erkannt, dass das inflationäre Testen medizinisch sinnfrei ist.