GROßE OFFENBACHIADE IN PRENZLAU

Neuer Chefdirigent gibt furiosen Einstand

Jürgen Bruns, neuer Chefdirigent der „Preußen” hat am Freitagabend mit der „Großen Offenbachiade“ eine überzeugende Vorstellung geboten.
Mathias Scherfling Mathias Scherfling
Die Chemie zwischen dem neuen Chefdirigenten Jürgen Bruns und dem Preußischen Kammerorchester scheint zu stimmen. D
Die Chemie zwischen dem neuen Chefdirigenten Jürgen Bruns und dem Preußischen Kammerorchester scheint zu stimmen. Davon konnte sich das Konzertpublikum im Prenzlauer Kultur- und Plenarsaal überzeugen. Mathias Scherfling
Der Neue Chefdirigent und Musikdirektor Jürgen Bruns in Aktion.
Der Neue Chefdirigent und Musikdirektor Jürgen Bruns in Aktion. Mathias Scherfling
Der Cellist Balint Gergely spielte eine Musette für Cello und Streichorchester.
Der Cellist Balint Gergely spielte eine Musette für Cello und Streichorchester. Mathias Scherfling
Am Ende des gelungenen Konzerts gab es für das Orchester, die Solisten und den neuen Chefdirigenten stehende Ovationen.
Am Ende des gelungenen Konzerts gab es für das Orchester, die Solisten und den neuen Chefdirigenten stehende Ovationen. Schlussapplaus
Prenzlau.

Wenn man an Jacques Offenbach denkt, fallen Musikliebhabern sicher gleich einige weltbekannte Werke ein. Das fängt mit der Operette „Orpheus in der Unterwelt“ an und endet mit der Oper „Hoffmanns Erzählungen“. Darin sind unvergängliche Evergreens wie beispielsweise der „Cancan“ oder auch die „Barcarole“ enthalten. Das zum Oeuvre Offenbachs, der in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag feiert, aber noch weit mehr musikalische Kostbarkeiten gehören, konnte das Prenzlauer Konzertpublikum am vergangenen Freitag erleben.

Konzert vor vollem Haus

Vielleicht lag das große Interesse auch daran, dass der neue Chefdirigent Jürgen Bruns mit diesem Konzert seinen Einstand gab. Schon die Eröffnung – die Ouvertüre zu „Orpheus in der Unterwelt“ gelang wunderbar. Ab den ersten Tönen konnte das Preußische Kammerorchester unter seiner neuen Führung das Publikum sprichwörtlich fesseln. Ist diese Ouvertüre doch ein sehr effektvolles Stück. Zudem gibt Offenbach auch gleich einige seiner bekanntesten Melodien zum Besten. Es verwundert also nicht, dass schon nach diesem ersten Stück das Publikum in wahre Begeisterungsstürme ausbrach.

Genaue Vorstellung vom Klang

Angenehm ist hier zu erwähnen, dass Jürgen Bruns zwischen den Stücken immer wieder ein Mikrofon zur Hand nahm, um dem Publikum kurz und treffend das folgende Musikstück zu erläutern. Vor den Musikern agierte der neue Chefdirigent sehr beweglich und zuweilen impulsiv. Was aber in keiner Weise aufgesetzt wirkte. Es schien eher, als wolle er die Musiker zu noch größeren Leistungen anspornen. Was ihm auch gelang. Denn, das Humoristische, die Überspitzungen aber auch die Sentimentalität in Offenbachs Musik auf den Punkt zu bringen, Akzente zu setzen und letzten Endes auch die kleinen Nuancen aus den Musikern heraus zu kitzeln, war beeindruckend.

Junge Sänger präsentieren ihr Können

Für diese Spielzeit besteht zwischen der Uckermärkischen Kulturagentur und der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin eine Kooperation. Deshalb wurden während des Konzerts die Gesangsparts ausschließlich von Studierenden der Hochschule sehr ordentlich absolviert. Sara Oh (Sopran), Jinyoung Lee (Mezzo-Sopran) und Lawrence Halksworth (Tenor). Musikalisch brachte das Programm lange in Vergessenheit geratene Werke Offenbachs zu Gehör. Wie beispielsweise Stücke aus der Opera bouffe „Barkouf oder ein Hund an der Macht.“ Eine bittersüße Satire auf patriarchale Herrschaftsformen, die von der Pariser Presse verrissen wurde.

Stehende Ovationen

Herausragend und so ganz anders präsentierte Balint Gergely die „Musette“ Op. 24 für Violoncello und Orchester. Humor bewies Jürgen Bruns mit der keinen „Inszenierung“ der „Symphonie de l´Avenir“, mit der Offenbach Wagners Musik auf die Schippe nimmt. Wunderbar zart hingegen gelang die „Barcarole“ aus Hoffmanns Erzählungen, in der die Sängerinnen zu brillieren wussten. Das als Zugabe dann noch einmal der Cancan gegeben wurde, veranlasste das Publikum zu lang anhaltenden stehenden Ovationen.

 

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