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Neuer Umweltbecher für die Uckermark

„Uckerccino“ heißt der Becher, der seit November in der Uckermark zu finden ist. Er ist biologisch abbaubar und soll den Kaffeegenuss nachhaltiger machen.
UDG-Geschäfsführer Thomas Hacker, hier mit Pressesprecherin Anja Teschke-Surau im Bild, meint: „Abfall, der ga
UDG-Geschäfsführer Thomas Hacker, hier mit Pressesprecherin Anja Teschke-Surau im Bild, meint: „Abfall, der gar nicht erst entsteht, ist der beste Abfall.” Konstantin Kraft
In der Ratskantine in Prenzlau ist der „Uckerccino” bereits zu finden.
In der Ratskantine in Prenzlau ist der „Uckerccino” bereits zu finden. Konstantin Kraft
Uckermark.

Den Kaffee auf die Hand, neudeutsch „Coffee to go“, gibt es inzwischen bei fast jedem Bäcker. Serviert wird er zumeist in einem herkömmlichen Einwegbecher, aus Plastik oder Pappe. Die schiere Anzahl ist erschreckend. Laut einer Studie des Umweltbundesamtes nutzen die Deutschen 2,8 Milliarden Wegwerfbecher im Jahr. Auf jeden Bürger entfallen im Schnitt 34 Becher. Hinzu kommen noch einmal 1,3 Milliarden Deckel. Pro Stunden werden 320 000 Einwegbecher verbraucht und landen danach direkt im nächsten Mülleimer, oder eben am Straßenrand, auf öffentlichen Plätzen und in der Landschaft.

Pfandbecher im Umlauf

Um diese Unmengen an Abfall zu vermeiden, gibt es in der Uckermark nun eine Alternative. Die Uckermärkische Dienstleistungsgesellschaft (UDG) hat ein Pfandbechersystem für den „Coffee to go“ auf den Weg gebracht. Es läuft unter dem Namen „Uckerccino“. Die Becher sind seit Anfang November im Umlauf.

Das System soll wie folgt funktionieren: Bei verschiedenen Kooperationspartnern, die über die gesamten Uckermark verteilt sind, etwa Bäckereien, Kantinen und Cafes, kann der Pfandbecher erworben werden. Bei der ersten Befüllung fallen dafür Gebühren in Höhe von 4,50 Euro an. 2,50 Euro für den Becher und 2 Euro für den Deckel. Dazu kommt der Preis für den Kaffee. Der Becher samt Inhalt kann dann mitgenommen werden. Bei der nächsten Befüllung wird der Becher ausgetauscht und gereinigt. Dafür gibt es einen neuen Pfandbecher mit auf den Weg. Jetzt muss nur noch der Kaffee bezahlt werden.

Kooperationspartner gesucht

Das Problem: Bislang konnte nur eine handvoll Kooperationspartner für das Pfandsystem gewonnen werden. Wer sich als Verkäufer beteiligen möchte, wird gebeten, sich über die Online-Seite „www.uckerccino.de“ mit der UDG in Verbindung zu setzen. Derzeit seien rund 1000 Mehrwegbecher im Landkreis unterwegs, sagte UDG-Geschäftsführer Thomas Hacker.

Je mehr mitmachen, desto weniger Müll und desto näher zur nächsten Rückgabestelle. In den Schaufenstern der Partner hängt ein Aufkleber mit der Aufschrift „Wechselshop“ sowie dem „Uckerccino“-Schriftzug. Mit dabei sind derzeit unter anderem die Ratskantine in Prenzlau, die Bäckerei Schreiber in Angermünde und der Marstall in Boitzenburg.

Werbung für die Region

Bei der Entwicklung des „Uckerccino“-Bechers, der übrigens ein eingetragener Name ist, haben zwei Punkte im Vordergrund gestanden. Das Thema Nachhaltigkeit und Abfallvermeidung sowie eine „Eigenwerbung für die Region“. Bei der Gestaltung des Bechers hat die UDG mit den großen Städten in der Uckermark zusammengearbeitet. Im Konterfeit sind die Wahrzeichen von Templin, Prenzlau, Schwedt und Angermünde verewigt. Auch Rolandlauf und der Hügelmarathon haben es auf den Becher geschafft.

Weniger Abfall

In Sachen Umweltverträglichkeit wurde bei dem schwarz-gelben Pfandbecher an alles gedacht. Der „Uckerccino“ wird von der Firma „Nowaste“ in Deutschland produziert. Er besteht vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen und natürlichen Materialien, auch beim Deckel wurde bewusst auf Silikon verzichtet. Der Becher ist biologisch abbaubar und frei von jeglichen Schadstoffen. Auf einer Deponie wäre er in 180 Tagen komplett abgebaut. Doch das ist nicht das Ziel. Vielmehr soll er so lange als möglich durch die Hände von Kaffeeliebhabern in der Uckermark wandern. „Abfall, der erst gar nicht entsteht, ist der beste Abfall“, betonte Hacker.

 

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