Susanne Balbay, Peter Flügel, Christopher Zeiske,Tim Hellwig und Nico Zenker (von links) hoffen, dass an den Adventswoche
Susanne Balbay, Peter Flügel, Christopher Zeiske,Tim Hellwig und Nico Zenker (von links) hoffen, dass an den Adventswochenenden das „to go“-Geschäft im „Mahlwerk“ brummt. Claudia Marsal
Sabine Boettcher kam auf die Idee, „Panorama-Genuss” in Boxen zu packen und zu verschicken. Bestellen kann man onl
Sabine Boettcher kam auf die Idee, „Panorama-Genuss” in Boxen zu packen und zu verschicken. Bestellen kann man online. Claudia Marsal
Hier wächst ein zweiter Trakt mit 30 Zimmern in die Höhe, sagt Inhaber Marko Burmeister. Kernstück wird ein Spa
Hier wächst ein zweiter Trakt mit 30 Zimmern in die Höhe, sagt Inhaber Marko Burmeister. Kernstück wird ein Spa-Badehaus. Claudia Marsal
Gemütlichkeit wird im Panorama-Hotel groß geschrieben.
Gemütlichkeit wird im Panorama-Hotel groß geschrieben. Claudia Marsal
Das „Mahlwerk” hatte erst vor Kurzem eröffnet. Dann musste es erneut schließen.
Das „Mahlwerk” hatte erst vor Kurzem eröffnet. Dann musste es erneut schließen. Claudia Marsal
Blick in die geräumigen Zimmer mit direktem Seezugang.
Blick in die geräumigen Zimmer mit direktem Seezugang. Claudia Marsal
Das Poolhaus soll den guten Ruf des Hotels mehren.
Das Poolhaus soll den guten Ruf des Hotels mehren. Claudia Marsal
Krise

Panorama-Hotel Warnitz gibt's bald „to go”

Der zweite Lockdown hat die Betreiber des Vier-Sterne-Domizils am Uckersee mitten in der Bauphase erwischt. Das zehrt an den Nerven der beiden Betreiber.
Warnitz

All die Jahre haben Marko Burmeister und Sabine Boettcher damit geworben, dass man in ihrem Haus nach Spa und Restaurantbesuch selig schlafen kann. Das Versprechen lockte pro Jahr tausende Besucher in das Vier-Sterne-Domizil am Uckersee. Das „Panorama-Hotel“ hatte sich zu einem echten Geheimtipp gemausert. Nicht nur der weichen Betten wegen. Auch als Hochzeits- und Festlocation war die Warnitzer Adresse gefragt. Doch dann kam die Coronakrise und brachte die Betreiber über Nacht selbst um den Schlaf. Die erste Zwangspause pufferten die beiden Mitvierziger über einen weiteren Kredit ab. „Die Kurzarbeiterregelung hat uns zudem geholfen, unser Personal zu halten.“ Doch was die weiteren, von der Politik in Aussicht gestellten Unterstützungen anbelangt, sei man fast leer ausgegangen. „Es gab ein bisschen Soforthilfe“, erklärt Marko Burmeister dem Uckermark Kurier. Doch darüber hinaus seien ihnen ihre guten Buchungszahlen quasi auf die Füße gefallen.

Nur 30 Prozent Einbuße

„Wir hätten über Sommer 40 Prozent Umsatzeinbuße haben müssen, doch es waren nur 30. Also Glück und Pech zugleich“, resümiert der Unternehmer. Als die Hotels wieder aufmachen durften, habe man sofort losgelegt, schildert das Paar. Glücklicherweise war auch die Belegschaft einsatzbereit, und das, obwohl das Kurzarbeitergeld zum Teil erhebliche Löcher in die Familienkasse gerissen hatte. „Wir haben uns gesagt, wir sorgen jetzt dafür, dass alle Auflagen erfüllt werden und machen weiter“, blickt Sabine Boettcher zurück. Doch dann schaltete die Ampel abermals auf Rot. Der zweite Lockdown erwischte die beiden Warnitzer noch härter als viele Branchenvertreter. Das Beherbergungsverbot trifft sie besonders hart, weil die Übernachtungen bei ihnen seit jeher zu über 90 Prozent touristischer Natur sind. Für die wenigen Geschäftsreisenden, die hier absteigen, lohnt es nicht, aufzumachen, bilanzieren die Hoteliers. Ihr Wellnesstempel ist deshalb zum zweiten Mal komplett dicht. „Auch ein Außer-Haus-Verkauf von Speisen rechnet sich nicht“, ist Sabine Boettcher überzeugt: „Dafür sind wir zu weit ab vom Schuss.“ Eine Ausnahme wollen sie nur fürs „Mahlwerk“, das angeschlossene Bistro/Bakery, machen. Dort wird es an den vier Adventswochenenden Leckereien „to go“ geben. „Nicht das typische Weihnachtsmenü“, beeilt sich Küchenchef Nico Zenker zu versichern.

Genuss-Boxen per Post

Gemeinsam mit Konditormeister Peter Flügel und seinen Kollegen will er leichte, bekömmliche Alternativen kreieren. Außerdem wird in der Küche fleißig eingekocht, gebacken und schokoliert, um Ware herzustellen. Sabine Boettcher hatte die Idee, im Lockdown Panorama-Genussboxen zu packen, die auf Bestellung per Post zu ihren Gästen gehen.

„Wir müssen etwas tun, um in Erinnerung zu bleiben“, ist sich Marko Burmeister bewusst. So wie seine Frau geht er davon aus, dass die Durststrecke noch lange nicht überstanden ist. Beide rechnen damit, dass sie erst Ostern 2021 wieder an den Start gehen dürfen. „Sicher ist das hart für uns, ganz ganz hart“, räumen die Chefs von insgesamt 45 Kollegen ein. Es liefen ja nicht nur die monatlichen Hotelkosten auf, sondern auch die Raten für die Kredite, die während des ersten Lockdowns und lange zuvor für ihr zweites Projekt, den Hotelneubau mit Badehaus, aufgenommen wurden. Im hinteren Bereich des Seeareals entstehen zurzeit 30 Luxuszimmer nebst beheizbarem Außenpool und Fitnesscenter. Wer einen Blick auf das Objekt wirft, versteht, warum den Hoteliers selbst das weichste Bett zurzeit nicht hilft, durchzuschlafen. Aber sie haben ihren Optimismus nicht verloren: „Wir sind überzeugt, dass wir Perspektive haben und dass die Krise irgendwann ausgestanden ist. Dann kommt unsere Zeit. Jung genug für so ein Riesenvorhaben sind wir zum Glück noch.“

Telefon: 039863 63923

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