Ramona Schulz hat sich in der Kurzzeitpflege über viele Punkte geärgert.
Ramona Schulz hat sich in der Kurzzeitpflege über viele Punkte geärgert. Sven Wierskalla
Ramona Schulz war nach einem Krankenhausaufenthalt eine Woche lang in der Kurzzeitpflege des Seniorenzentrums „Dr. Marge
Ramona Schulz war nach einem Krankenhausaufenthalt eine Woche lang in der Kurzzeitpflege des Seniorenzentrums „Dr. Margerete Blank”. Sven Wierskalla
Ramona Schulz leidet an der Lungenkrankheit COPD und ist daher auf eine Atemhilfe angewiesen und an den Rollstuhl gefesselt.
Ramona Schulz leidet an der Lungenkrankheit COPD und ist daher auf eine Atemhilfe angewiesen und an den Rollstuhl gefesselt. Sven Wierskalla
Lesersorge

Patientin lässt kein gutes Haar an Kurzzeitpflege in Prenzlau

Eine Woche lang hielt sich Ramona Schulz in der Kurzzeitpflege des Seniorenzentrums „Dr. Margarete Blank“ auf. Dort hatte sie eine Menge auszusetzen.
Prenzlau

Ramona Schulz war nach einem Aufenthalt in der Kurzzeitpflege des Seniorenzentrums „Dr. Margarete Blank“ regelrecht aufgebracht und beschwerte sich beim Uckermark Kurier. Sie sei während der Tage in der Kurzzeitpflege überhaupt nicht adäquat behandelt worden, sagte sie, und brachte viele Kritikpunkte vor. Zuvor sei sie einige Zeit auf der Intensivstation des Prenzlauer Krankenhauses gewesen. Die 56-Jährige ist schwer krank, leidet unter der sogenannten chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) und ist daher ständig auf eine Atemhilfe und auf einen Rollstuhl angewiesen.

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Die Patienten nannte eine ganze Menge Punkte, weshalb sie sich bei ihrem Aufenthalt in der Kurzzeitpflege in der Schwedter Straße 10 in Prenzlau überhaupt nicht wohl gefühlt hat. Das fing schon mit dem Essen an. „Das Mittagessen kam mehrfach verspätet, war kalt oder höchstens lauwarm“, ärgerte sich die Frührentnerin. Zugleich räumte sie allerdings ein, dass sie die Pflege tagsüber mehrfach über mehrere Stunden verlassen hatte, weil sie sich im Seniorenzentrum nicht wohlgefühlt habe. Der Bezirksverband Potsdam der Arbeiterwohlfahrt (AWO), die das Heim betreut, antwortete darauf, die Bewohnerin habe die Einrichtung über Stunden verlassen und sich nicht beim Pflegedienst abgemeldet. Daher sei eine angemessene Verpflegung nicht möglich gewesen und das Essen kalt geworden.

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Ramona Schulz bemängelte darüber hinaus, sie sei drei Tage lang nicht gewaschen worden, obwohl sie bei der Körperpflege auf Hilfe angewiesen sei. Die Pflegekräfte hätten sich geweigert, sie zu waschen, während sie ihre Atemhilfe trägt, die sie aber zwingend ständig tragen müsse. Der Sprecher der AWO konterte diesen Vorwurf mit dem Hinweis, die Patientin habe bei der Aufnahme angegeben, Toilettengänge und Körperpflege selbstständig vornehmen zu können. Diese Angaben seien auch durch die Pflegedokumentation nachweisbar.

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Des Weiteren fühlte sich die kranke 56-Jährige nachts nicht sicher, weil ihrer Ansicht nach viel zu wenig Kontrollgänge unternommen worden sind und nur eine Pflegekraft im ganzen Haus anwesend gewesen sein soll. Allerdings räumte Ramona Schulz der Redaktion gegenüber auch ein, dass sie keinesfalls den Notknopf zum Herbeirufen von Pflegekräften betätigt hat. Die AWO als Betreiber entgegnete zu diesen Punkten, es seien regelmäßig Sichtkontrollen vorgenommen worden und es hätten sich in den Nächten stets mindestens drei Pflegekräfte im Haus aufgehalten.

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Schließlich ärgerte sich Ramona Schulz über eine ihrer Einschätzung nach mangelnde Sauberkeit in den Zimmern und Sanitärräumen. Der Sprecher der AWO verwies darauf, für die Reinigung sei eine externe Firma zuständig, aber man werde der Kritik nachgehen.

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