KOMISCHER VOGEL

Pelikan spaziert durch Stoppelfeld in der Uckermark

Störche, Reiher, Kraniche: Dass man ab und zu wirklich große Vögel auf den Wiesen und Äckern unserer Region sieht, ist nichts Neues. Aber ein Pelikan in freier Wildbahn – wie kann das sein?
Simone Schamann Simone Schamann
Pelikan auf Abwegen: Dieses Foto machte Nordkurier-Leserin Ann-Kathrin Mende vom ausgebüxten Zorro.
Pelikan auf Abwegen: Dieses Foto machte Nordkurier-Leserin Ann-Kathrin Mende vom ausgebüxten Zorro. Ann-Kathrin Mende
Andreas Ott aus Gerswalde hatte schon überall nach seinem entflogenen Pelikan gesucht.
Andreas Ott aus Gerswalde hatte schon überall nach seinem entflogenen Pelikan gesucht. privat
Pelikan Zorro in seinem Zuhause in Gerswalde.
Pelikan Zorro in seinem Zuhause in Gerswalde. privat
Zorro (Zweiter von links) mit drei seiner Pelikan-Freundinnen.
Zorro (Zweiter von links) mit drei seiner Pelikan-Freundinnen. privat
Gerswalde.

Nordkurier-Leserin Ann-Kathrin Mende kommt am vergangenen Donnerstag gerade mit einer Kollegin aus der Berufsschule in Templin, als sie im Vorbeifahren den hellrosafarbenen Riesenvogel auf einem Acker in der Nähe von Mittenwalde stehen sieht. Sie sei natürlich total verdattert gewesen, erzählt sie dem Nordkurier. Sie dachte nur: „Ach, du Schreck, was ist das denn? Ein Pelikan? Hier in der Uckermark?”

Erst mal ein Foto machen – sonst glaubt das ja niemand

Die Freundinnen hielten sofort an, um ein Foto zu machen. Sonst glaubt einem das ja niemand! Tatsächlich handelte es sich weder um eine Pappfigur noch um eine eine Verwechslung – da stand wirklich ein ausgewachsener und für unsere Breitengrade absolut exotischer Wasservogel auf dem Feld. Kurz darauf meldete ein anderer Passant, dem der Anblick ebenfalls spanisch vorkam, die Sichtung des Pelikans dem Zoo Angermünde.

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Großes Rätselraten: Wem gehört der komische Vogel?

Die Mitarbeiter dort vermissten zwar kein Tier, schickten aber Direktor Dennis Sonnenberg höchstpersönlich vorbei, um den offenbar ausgebüxten Vogel einzufangen und in Sicherheit zu bringen. Das Einfangen war für den Experten kein Problem – doch gleich danach begann das große Rätselraten: Wem und wohin gehört denn nur der Peli vom Feld?

Eine Nacht und ein paar Telefonate später dann die Auflösung: Der Pelikan gehört Andreas Ott, einem privaten Halter aus Gerswalde. „Ich war vielleicht froh, als mein Telefon klingelte und ich endlich erfuhr, wo mein Zorro sich rumtreibt!”, berichtet Herr Ott dem Nordkurier. Er habe schon überall gesucht, bei der Polizei nachgefragt und die Ufer eines nahegelegenen Sees abgesucht.

Zuhause wurde erst mal im Teich gebadet

Am Nachmittag holte Andreas Ott, der auf seinem Grundstück in Gerswalde sieben Pelikane hält, seinen verlorenen Vogel dann im Zoo Angermünde ab. Insgesamt habe Zorro auf seinem Ausflug fast 40 Kilometer zurückgelegt. „Als wir wieder zuhause waren, hat Zorro erst mal getrunken und im Teich gebadet. Er wirkte ganz fröhlich.”, erzählt er.

Und haben Sie mit dem Pelikan geschimpft, weil er abgehauen ist? „Quatsch, natürlich nicht!”, sagt Herr Ott und lacht. „Ich liebe meine Vögel doch!” Zorro würden jetzt nur ein bisschen die Federn gekürzt (und Herr Ott betont, dass den Tieren das wirklich nicht wehtut oder schadet) – damit er nicht mehr ganz so einfach wegflattern kann.

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