UCKERMÄRKER AUF YOUTUBE

Pfarrer kritisiert Corona-Politik bei Russia Today

Die Kritik von Thomas Dietz aus der Uckermark an der deutschen Corona-Politik hat das russische Staatsfernsehen auf den Plan gerufen.
Den Ausführungen des Uckermärkers haben auf dem YouTube-Kanal des russischen Staatssenders Senders Russia Today Deutschland schon Tausende Menschen gelauscht.
Den Ausführungen des Uckermärkers haben auf dem YouTube-Kanal des russischen Staatssenders Senders Russia Today Deutschland schon Tausende Menschen gelauscht. Screenshot YouTube
Schönfeld.

Die coronakritischen Worte von Pfarrer Thomas Dietz haben dem Schönfelder neben harscher Kritik, vor allem aus Kirchenkreisen, auch bundesweite Beachtung und Zuspruch beschert. Nach seinem Interview in der Lokalzeitung am 28. August erfuhr der 2015 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrte Mann große Resonanz vor allem in der Bevölkerung. Auch in der Redaktion gingen in den Wochen danach unzählige Zuschriften zu seinen Aussagen über Panikmache und mehr ein. Längst nicht alle Schreiber waren seiner Meinung, aber viele Leser äußerten sich dankbar, dass kontroverse Meinungen zum Thema widergespiegelt werden.

Jetzt hat der 60-Jährige dem Sender RT Deutsch, einem Auslandsmedium des Russischen Staates, Rede und Antwort gestanden. Der angesehene Seelsorger, der zahlreiche Gemeinden in Brandenburg betreut, betonte in dem Gespräch, das seit dem Wochenende im Internet auf Youtube zu sehen ist, unter anderem, dass er weiter eine große Verängstigung durch alle Generationen hinweg erlebe. In der 35-minütigen Videobotschaft erklärte der Familienvater, wovor die Menschen in der Uckermark seinem Erleben zufolge Angst haben und was er sich sowohl von der Regierung als auch von seiner Kirche wünscht.

Ziel ist Normalität

In den ersten Stunden nach der Veröffentlichung wurde der Beitrag knapp 20000 mal angeklickt. Thomas Dietz bilanzierte in dem Interview nochmals, dass es für ihn nicht nachvollziehbar gewesen sei, dass zu Ostern keine Gottesdienste hatten stattfinden dürfen, obwohl die Menschen gerade in der Krise Trost und Zuspruch gebraucht hätten. Nach wie vor grassiere seiner Beobachtung nach Verunsicherung. „Die Angst ist nicht weniger geworden”, antwortete Dietz auf eine Frage der Interviewerin. Er wolle dazu beitragen, dass diese Ängste abgebaut werden und habe sich deshalb mit seinen Mitarbeitern das Ziel gesetzt, Mut zu machen, indem alles, was irgendwie möglich sei an Veranstaltungen, auch durchgeführt werde. Besuche, Gemeindenachmittage, Ausflüge, Kinderfreizeiten – man müsse versuchen, alles zu tun, damit endlich wieder Normalität eintrete.

Grippe trotz Impfstoff

Er, so Dietz, teile die Ansicht derjenigen Wissenschaftler, die Corona für vergleichbar mit einem gefährlichen Grippevirus halten und zog Zahlen heran, nach denen in einer der letzten Grippewelle 25.000 Menschen trotz vorhandenem Impfstoff verstorben seien. Dem ständen in Deutschland bislang rund 9000 Menschen gegenüber, die an und mit Corona gestorben seien. Zahlen, die allerdings durch sehr unterschiedliche statistische Verfahren zustande kommen und deren Urheber immer wieder betonen, dass sie nicht einfach vergleichbar seien. Was die sogenannte zweite Welle anbelangt, bleibt Thomas Dietz kritisch.

Dass sich die Zahlen der positiv Getesteten jetzt erhöhten, hänge doch damit zusammen, dass die Tests um ein Vielfaches erhöht worden seien, glaubt der Pfarrer. Traut man den offiziellen Zahlen, stieg die Zahl der täglichen Neuinfektionen in den vergangenen Wochen in Deutschland allerdings schneller als die Zahl der ingsesamt durchgeführten Tests. Fakt sei, so Dietz, dass die Belegung der Krankenhausbetten weiterhin minimal wäre. Er wisse nicht, ob man nicht eher auf eine zweite Welle hinteste... Auf einen möglichen zweiten Lockdown angesprochen, mahnte der Pfarrer, dass das in strukturschwachen Gegenden wie der unseren der Wirtschaft und dem Zusammenleben das Genick brechen würde. Thomas Dietz zufolge müsse man generell wieder lernen, mit Krankheit und Tod zu leben. „Wir wissen, dass das Leben begrenzt ist und können nichts erzwingen.” Er rät vielmehr dazu, darüber nachdenken, was wirklich wichtig ist im Leben, was die Werte sind. „Wir haben bisher in einer Welt gelebt, die zeitweise überzogen war”, räumte der Kirchenmann ein. Dass das jetzt reflektiert werde, könne ein Pluspunkt dieser Krise sein.

Sender RT Deutsch

Der Sender RT Deutsch, der seine Nachrichten vor allem über das Internet verbreitet, steht häufig im Fokus kontroverser Debatten. Nach eigenen Ausgaben will das Medium "die etablierte deutsche Medienlandschaft aufrütteln" und "hinterfragen". Kritikern zufolge handelt es sich hierbei allerdings um einen Auslands-Propagandakanal des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der Sender wird direkt vom russischen Staat finanziert, immer wieder gibt es auch Vorwürfe, dass die Regierung Einfluss auf Inhalte und Personal nehme.

In der Uckermark sind die Reaktionen zwiespältig. Leser Jörg Postman sagt: „Meine Anerkennung geht eindeutig an Herrn Pfarrer Dietz. Ein Mann, der den Mut hat, Wahrheiten auszusprechen und unangenehme Fragen aufzuwerfen. Herr Dietz, bleiben Sie so, wie Sie sind. Es stehen sehr viele hinter Ihnen. Ich bin stolz, Sie zu kennen.” Auch Jana Bohl findet: „Ein Pfarrer mit Herz und Verstand!” Patrick Telligmann hingegen sieht vor allem das Medium überaus kritisch und zitiert dazu aus einem Artikel von „Die Zeit”: „Echte Nachrichten und Analysen neben irrelevant Buntem und purem Unsinn – das macht diese Art der Propaganda aus. Insgesamt ist es haarsträubend, was dort als Journalismus verkauft wird.”

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Kommentare (9)

Eine freie Gesellschaft lebt nicht zufriedener, wenn tagtäglich Horrormeldungen - die keine sind - verbreitet und Politiker die Zügel beim Bürger straffen (jetzt weiss ich, warum neuerdings Rückenschmerzen). Leider ist der Hysterie-Zug abgefahren. Die Videos zu den Militärfahrzeugen in Norditalien sind fest verankert, als die italienischen Bestatter die Leichen über Wochen nicht abholten, weil sie Angst vor dem Virus hatten und staatlich wohlwollende Institute den Experten der Pathologie dringendst empfahlen, keine Leichen zu obduzieren. Die Medien nudelten solch Desinformationen rund um die Uhr. Bis heute bin ich auf dem Standpunkt, dass ab April 2020 sämtliches Wissen der letzten einhundert Jahre über ansteckende Krankheiten kollektiv verschüttet wurden. Man arbeitet sich im Journalismus anscheinend gewollt an den paar echten Corona-Leugner-Spinnern ab, um medienwirksam weiterhin den schlagzeilenträchtigen Notstand aufrecht zu erhalten und der Politik zu Munde zu reden. Das kann dramatische Folgen haben, wenn es heisst, regierungstreue Medien liest und schaut man nicht mehr (1989 gab es das).

In einem anderen Artikel geht’s es (wieder einmal) um die Erhöhung der Zwangsgebühren.
Natürlich wird da auch wieder mal zugestimmt werden.
Aber dann möchte ich doch in diesen ganzen öffentlich-rechtlichen Corona-Sondersendungen so etwas wie dieses Interview sehen.
Warum sind unsere öffentlich-rechtlichen Programmmacher zu feige dazu?
Aber sich die stattliche Altersrente vom Gebührenzahler erpressen!

... seine vermeintliche Wahrheit an. In Sachen Viren und Ansteckung möchte ich mich aber weder auf die Meinung eines Hausmeisters noch eines Pfarrers verlassen. Und ebensowenig auf die von Veganköchen, Pop Sängern entlassenen Journalisten, Influenzern und Youtubern.

Es geht nicht um Wahrheiten. Es geht um Realitäten, Meinungen, Zusammenhänge.

Schon klar.

Ohnehin bei einem Mann des "Glaubens" Wissen zu erwarten, ist ziemlich blöde.

ist wie eine Ausnüchterung mit einem Glas Sonnenblumenöl abzuschließen - - die Regeln müssten noch viel härter sein, leider kann sich D/ die dt. Politik das nicht leisten, da es sich nicht auf dem Zeit gemäßem technischem Standard befindet - Schule usw. im Homeoffice, 5G, Vernetzung

aber ob die nun unbedingt im Staatskanal des Menschenvergifters und Kriegstreibers Putin sein muss???

ja pommernsch. es muß es darf sein auch wennsie als Linksfaschist das anders sehen.

Hab mir gerade das Video angesehen - schwer zu ertragen! Leider kann er nicht verstehen, dass es in einer völlig neuen Pandemiesituation keine breite Diskussion über die Maßnahmen geben kann. Er hätte sich gern gewünscht, dass alle sofort wissen, was zu tun ist. Klar wäre das schön gewesen, aber das ist leider völlig unrealistisch. Warum hat er seine Ostergottestdienste nicht online gehalten und so seine Schäfchen getröstet. Ist er wohl nicht drauf gekommen. Im Nachhinein sich hinzustellen und zu sagen, ab dem 20. April hätte man wissen können, dass es nicht so schlimm wird, finde ich einfach lächerlich. Leider merkt er in seinem Drang nach Selbstdarstellung auch nicht, wie er vom Putin Sender benutzt wird, um die Gesellschaft hier in Deutschland zu spalten. Darüber sollte sich der Herr Pfarrer mal Gedanken machen! Nicht sehr christlich.