Juliane Kornweih war mit ihrem kleinen Fritz unterwegs, um Misteln zu holen, als das Malheur passierte.
Juliane Kornweih war mit ihrem kleinen Fritz unterwegs, um Misteln zu holen, als das Malheur passierte. Claudia Marsal
Die Bäume hängen voll mit den „Schmarotzern”, die hierzulande als Glücksbringer gelten.
Die Bäume hängen voll mit den „Schmarotzern”, die hierzulande als Glücksbringer gelten. Rita Nitsch
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Pick-up-Fahrer befreit junge Mutter aus misslicher Lage

Der Ausflug mit dem Baby wäre für Juliane Kornweih fast schiefgegangen. Die 34-Jährige aus Schönwerder hatte aber einen Retter in der Not.
Dedelow

Wie kann man nur so dumm sein? Wohl jeder hat sich das nach einer unbedachten Aktion schon mal gefragt. Aber manchmal stürmt man eben drauflos, ohne die Konsequenzen zu überdenken. So ging es auch Juliane Kornweih in dieser Woche. Die Uckermärkerin ist gerade mit Baby Fritz in der Elternzeit und widmet sich der Dekoration ihres Hauses. In der Adventszeit möchte es die dreifache Mutter ihrer Familie besonders schön machen. Und dazu gehört bei ihnen traditionell ein Mistelzweig, der meist Anfang Dezember unterm Vordach angebracht wird. Es ist schließlich überliefert, dass es Paaren Glück bringt, wenn sie sich unter diesen Zweigen küssen. „Und Glück kann man nie genug haben“, sagt die Pflegekraft. Also machte sie sich auf die Suche nach mistelbehangenen Büschen.

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Säugling mit dabei

Zwischen Prenzlau und Dedelow, da sollte sie fündig werden, hatten ihr Bekannte verraten. Also rein ins Auto und los. Ihren fünf Monate alten Säugling hatte sie im Kindersitz dabei. Kurz hinter den Bahnschienen bog die junge Frau mit ihrem roten Flitzer auf einen Feldweg ein und entdeckte ein Prachtexemplar von Mistel. Dummerweise geriet sie mit ihrem Wagen auf dem Rückweg in Schwierigkeiten. Auf dem unbefestigten Weg war dermaßen viel Modder, dass alles Rangieren nicht mehr half. Das Auto bewegte sich im Matsch irgendwann gar nicht mehr. Da war guter Rat teuer.

Zunächst versuchte die junge Frau, im Freundeskreis Hilfe zu organisieren. Doch das klappte nicht. Niemand hatte auf die Schnelle Zeit. Ein Kumpel gab ihr aber den Tipp, es doch mal mit dem Dedelower Agrarbetrieb zu versuchen, der ganz in der Nähe seinen Betriebshof hat. „Das leuchtete mir ein. Die arbeiten dort ja mit Treckern. Da sollte doch etwas dabei sein, das mein kleines Auto rausziehen kann“, erinnert sich die 34-Jährige zurück.

Agrarbetrieb angerufen

Gesagt, getan. Sie fasste sich ein Herz und rief dort an. Eine sofortige Lösung gab es zwar nicht. „Aber die nette Dame am Telefon sagte, dass sie versuchen werde, mir zu helfen. Und wie versprochen rief sie wenig später zurück und sagte, dass ein Kollege unterwegs ist.“ Dieser kam dann kurz darauf mit einem Pick-up angefahren, stellte sich als Herr Muchow vor und leistete ganze Arbeit. Im Nu war Juliane Kornweih befreit und konnte den Rückweg antreten.

Was die Mitnahme von Misteln anbelangt, haben wir noch in Erfahrung gebracht, dass das erlaubt ist.

 

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