LANDTAGSWAHLEN IN BRANDENBURG

Plakatschlacht links und rechts der B109

Die politische „Hängepartie” von Politikern, die sich am 1. September der Wahl in den Landtag stellen, droht in der Uckermark auszuufern.
Heiko Schulze Heiko Schulze
Die Wahlplakate, mit denen Parteien und Wählergruppen in der Uckermark auf Stimmenfang für die Landtagswahlen am 1. Septembe
Die Wahlplakate, mit denen Parteien und Wählergruppen in der Uckermark auf Stimmenfang für die Landtagswahlen am 1. September gehen, sind nicht zu übersehen. Heiko Schulze
Mehrdeutig: Kampf den Eliten oder den Rauchern?
Mehrdeutig: Kampf den Eliten oder den Rauchern? Heiko Schulze
Zum Verwechseln: In der Farbe Blau präsentieren sich die (roten) Linken.
Zum Verwechseln: In der Farbe Blau präsentieren sich die (roten) Linken. Heiko Schulze
Dreimal AfD an einem Mast. Offensichtlich sind in Güstow, dem Heimatort des AfD-Kreischefs Felix Teichner, die Hängeplätze
Dreimal AfD an einem Mast. Offensichtlich sind in Güstow, dem Heimatort des AfD-Kreischefs Felix Teichner, die Hängeplätze knapp geworden. So befördern die Alternativen CDU und SPD kurzerhand nach oben. Sigrid Werner
Prenzlau.

Kein Uckermärker kommt derzeit an den Politikern, die Sitze im neuen brandenburgischen Landtag anstreben, vorbei. Das hat weniger mit ihrer charismatischen Ausstrahlung zu tun, als mit ihrer permanenten Papp-Präsenz links und rechts der Fahrbahnen. Da bekommt beispielsweise die B 109 als „Ein- und Ausfallstraße“ eine ganz neue Bedeutung.

Ist Linken ihr Rot peinlich?

Ob die „Ein- und Ausfälle“ auf den Plakaten wegweisend sind, darüber lässt sich trefflich streiten. Die Linke Brandenburg scheint den Farbtopf verwechselt zu haben und wirbt für „Freiheit“ – im großflächigen Blau statt traditionellen Rot! Ob es den Linken peinlich geworden ist, mit dem Potsdamer Rot-Rot in Verbindung gebracht zu werden?

Kürzel SPD versteckt

Ihr Koalitionspartner hält ebenfalls sein Kürzel SPD auf den Plakaten „bescheiden versteckt“, um umso größer für „EIN Brandenburg“ zu werben. Diese Einsicht scheint bitter nötig, um Scherben zu kitten, nachdem die Gebietsreform zunächst „durchgeschrötert“ werden sollte, bevor sie in später Einsicht doch noch „durchgeschreddert“ wurde.

Landei kontra UckerEi

Während die Prenzlauer SPD-Direktkandidatin Hanka Mittelstädt auf den Plakaten jegliche Verbindung zwischen ihrer Kandidatur und der Familienfirma „UckerEi“ vermeidet, geht der brandenburgische CDU-Spitzenkandidat Ingo Senftleben als bekennendes (und besungenes) „Landei“ in die plakative Offensive. Ein wenig erinnert er dabei an die TV-Show „Bauer sucht Frau“, aber das liegt sicher im Auge des Betrachters.

Schon immer früh aufgestanden

So wie die Beurteilung des AfD-Spruches „Der Osten steht auf“. Als wenn gerade die Bürger aus den neuen Bundesländern nicht immer schon früher aufgestanden wären, gerade weil sie es nie leichter und bequemer hatten. Sie brachten 1989 die Mauer zu Fall. Die Wende ´89 möchte die blaue Alternative nun also als 2.0-Variante vollenden. Wie dieses aussehen soll, war bislang auf der Internetseite der AfD Uckermark nicht zu erfahren. Dort heißt es – knapp fünf Wochen vor dem Wahltag: „We`re coming soon... under construction.“

Hallo Torfu – Tschüss Mett?

Weiteres „Überraschungsei“ sind die Grünen. Werden sie im Nordosten auf ihrer momentanen Erfolgswelle weiterschwimmen? In der Uckermark heißt eine ihrer Botschaften „Hallo Biene – Tschüss Pestizide“. Mit „Hallo Tofu-Hack – Tschüss Mett-Brötchen“ würden sie wohl auch nur wenige Blumentöpfe gewinnen können.

AfD bringt Konkurrenz nach oben

Nach dem behördlich verordneten Konterfei-Rückzug der ausufernden Plakatoffensive des Dietmar Woidke hat sich dieser an den Laternenmasten auffallend rar gemacht. Die CDU stieß flugs in die freien Lücken – und musste sich ebenfalls auf Anordnung wieder dünne machen. Die AfD versucht sich dagegen an einigen Masten doppelt und dreifach und verhilft so einigen ihrer Mitkonkurrenten zu beachtlichen Höhen...

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