UMWELTSCHUTZ

"Plastikrebellen" räumen die Stadt auf

In Prenzlau hat sich eine Umweltinitiative gegründet, die für Schlagzeilen sorgt. Die Zahl der Mitglieder wächst. Nächstes Mal sind die Raucher dran.
So geht aktiver Umweltschutz.
So geht aktiver Umweltschutz. privat
Prenzlau ·

30 Grad und Sonnenschein – es gibt vermutlich unzählige Varianten, wie man derzeit die schönen Spätsommertage rumkriegen kann. Den wenigsten Menschen käme dabei aber wohl Müllsammeln in den Sinn. Aber es gibt ein paar Enthusiasten, die ihre Zeit genau dafür opfern. Und das nicht zum ersten Mal. Damit gemeint ist die Gruppe „Prenzlauer Plastikrebellen", die seit ein paar Wochen nicht nur in den sozialen Medien von sich reden macht. Obwohl sich das Team um die Kreisstädterin Peggy Braun einst auf Facebook zusammengefunden hat, gibt es mittlerweile auch schon in der Realität Berichtenswertes zu vermelden.

Dem Gründertreffen im Wohngebiet an der Schnelle vor sechs Wochen ist mittlerweile bereits eine zweite Aktion im benachbarten Garagenkomplex gefolgt. Dort gingen vor zwei Tagen zwei Männer, ein Kind und sechs Frauen an den Start. „Wir haben in zwei Stunden einen Transporter und einen Anhänger mit Müll voll bekommen. Die Technik hatte uns dankenswerter Weise Enrico Muchow von der Firma Universal-Service-Uckermark zur Verfügung gestellt. Er erklärte sich darüber hinaus bereit, die Entsorgung sicherzustellen.

Rotary Club zahlt die Entsorgung

Die Kosten des 2. CleanUp wird der Rotary Club aus Prenzlau übernehmen. Dafür an dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle Beteiligten für die Unterstützung”, ließ Peggy Braun den Uckermark Kurier wissen: „Es sind 1500 Kilo, also 1,5 Tonnen Sperr-und Sondermüll zusammengekommen. Ich möchte appelieren, den Müll nicht einfach in die Natur zu schmeißen sondern fachgerecht zu entsorgen. Wir haben Gott sei dank ein Entsorgungssystem in Deutschland im Gegensatz zu anderen Ländern, also sollte man es auch nutzen.” Und weil das so gut geklappt hat, lässt die nächste Aktion der „Prenzlauer Plastikrebellen” nicht lange auf sich warten. Es gibt schon einen Termin für den kommenden Monat. Treffen Nummer 3 wird am Sonntag, dem 22. September 2019, in der Prenzlauer Innenstadt über die Bühne gehen. „Wir wollen das Bewusstsein der Menschen für Umweltschutz stärken und freuen uns über Gleichgesinnte, die uns bei den nächsten Aktionen unterstützen wollen”, so Braun. Details werden in der Facebook-Gruppe „Prenzlauer Plastikrebellen“ kommuniziert und auch im Uckermark Kurier bekannt gegeben. Ganz besonderes Augenmerk wollen die Müllsammler beim 3. CleanUp auf weggeworfenen Zigarettenstummel legen.

40 Liter Grundwasser vergiftet

„Weltweit werden unter dem hashtag #fillthebottle Zigarettenstummel gesammelt, und wir werden bei dieser Challenge mitmachen, um das Bewusstsein der Raucher zu wecken, dass die achtlos weggeworfenen Stummel pures Gift für die Umwelt sind. Eine Zigarette, übrigens das häufigste Abfallprodukt, ist in fünf Minuten geraucht. Aber sie belastet die Umwelt noch viele Jahre lang. Arsen, Blei, Chrom, Kupfer, Cadmium, Formaldehyd, Benzol und Nikotin – diese Gifte sickern bei Regen in den Boden, in die Kanalisation und landen auch in Seen, in Flüssen und im Meer. Laut Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) vergiftet schon ein einziger weggeworfener Zigarettenstummel schätzungsweise 40 Liter Grundwasser. Wissenschaftler in den USA haben gezeigt, dass eine Zigarette, aufgelöst in einem Liter Wasser, Fische nach nur vier Tagen tötet. Vielen Rauchern ist das gar nicht bewusst – und das wollen wir ändern”, erklärt Peggy Braun abschließend.

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