BEHÖRDENZOFF

Platzt sein Traum vom Häuslebau im Mohn?

Günter Fehmer hat einen Wunsch. Der 71-Jährige möchte das Vermächtnis seiner Eltern erfüllen und Blindow wachsen lassen. Doch das scheitert am Amt.
Der Blindower Kirchturm liegt in Sichtweite, nebenan sind schon neue Häuser entstanden, aber das Grundstück von G&uu
Der Blindower Kirchturm liegt in Sichtweite, nebenan sind schon neue Häuser entstanden, aber das Grundstück von Günter Fehmer liegt hinterm Ortsausgangsschild, das ist das Problem. Claudia Marsal
Günter Fehmer hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben.
Günter Fehmer hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Claudia Marsal
Blindow.

Wer von Blindow in Richtung Prenzlau fährt, kommt momentan an einem wunderschön leuchtenden roten Mohnfeld vorbei. Der Acker am Ortsausgang gehört Günter Fehmer. Und eigentlich hätte der Rentner ihn längst bestellt, wenn er nicht die Hoffnung hegen würde, dass er sein Grundstück zeitnah als Bauland verkaufen kann.

Der Gedanke war ihm gekommen, als er vor über zwei Jahren im Uckermark Kurier von einer Überlegung der Prenzlauer Stadtverwaltung las. Diese hatte den Stadtverordneten vorgeschlagen, im Ortsteil Wollenthin einen Streifen entlang der Straße als Wohngebiet auszuweisen. Grund dafür war die anhaltende Nachfrage nach Eigenheimparzellen, vor allem im Prenzlau nahen Raum. Es standen viele Bauwillige in der Warteschleife.

Nicht mehr verpachtet

Da wurde der 71-Jährige hellhörig. Ihm gehört nämlich im Prenzlauer Ortsteil Blindow ein ganzer Hektar direkt an der B109. Der pensionierte Bauer rechnete sich aus, dass auf dem Feld acht Parzellen ausgewiesen werden könnten. Doch als er 2018 mit diesem Ansinnen ins Rathaus ging, „wurde gesagt, dass man zunächst versuchen wolle, die Lücken direkt im Ort zu füllen“, erinnert er sich zurück. Daraufhin habe er den Acker zwar nicht mehr an den Bauern verpachtet, aber nochmal selbst Weizen angebaut und die Pläne in die Zukunft verschoben.

Dann aber sah der Rentner, dass wenige Meter neben seinem Feld ein neues Haus nach dem anderen entstand und er verzichtete auf eine weitere Bestellung. Anschließend trat er mit seiner Bank in Kontakt und ließ die Grundstücke zum Verkauf veröffentlichen.

Sogar Interessenten gebe es schon, sagt Fehmer. Jetzt fehle eigentlich nur noch die Unterschrift der zuständigen Behörden, glaubt der Blindower. Er würde hier gern das elterliche Vermächtnis erfüllen, sagt der Uckermärker. Mutter und Vater hätten ihm und seinen einst drei Geschwistern viel Land hinterlassen. „Sie wären stolz, wenn dort etwas Neues entsteht.“

Schwieriges Prozedere

Doch damit wird es wohl auch weiterhin nichts, erklärt Dr. Andreas Heinrich, 2. Beigeordneter des Bürgermeisters: „Ursprünglich ging die Stadt davon aus, dass sie durch Änderung der Ergänzungssatzung für den Ortsteil Blindow auf dem Grundstück Fehmann Baurecht schaffen könnte. Allerdings hat das Planungsamt des Landkreises darauf hingewiesen, dass dieses Instrument hier nicht in Anwendung gebracht werden kann, sondern ein Bebauungsplan erforderlich sei, da die Fläche des in Rede stehenden Grundstückes so groß ist, dass sich dessen Bebauung nicht mehr als zwanglose Fortsetzung der vorhandenen Bebauung auf den umliegenden Grundstücken aufdränge. Somit müsste ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Da aber Herr Fehmann der alleinige Grundstückseigentümer ist, bedeutet dies, dass er als Vorhabenträger über einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan, den er natürlich auch bezahlen muss, Baurecht zusammen mit der Stadt schaffen muss. Und genau diese Zusammenhänge möchte ich ihm in dem von mir vorgeschlagenen Gespräch gerne im Detail erläutern.“

Natürlich könne man vorher parzellieren und verkaufen, nur verkaufe man dann keine Parzelle, auf der Baurecht bestehe, sondern einfach nur eine Wiese..., setzte Dr. Heinrich abschließend hinzu.

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