TOTES BABY

▶ Polizeitaucher auf Spurensuche in Schwedt (mit Video)

Ende März entdeckte ein Passant einen leblosen Säugling an einer Wasserstraße bei Schwedt. Die Polizei ermittelt in einem Tötungsdelikt.
Sieben Taucher suchten im neun Grad kalten Wasser bei Schwedt nach Gegenständen, in die der Leichnam des Mädchens ge
Sieben Taucher suchten im neun Grad kalten Wasser bei Schwedt nach Gegenständen, in die der Leichnam des Mädchens gewickelt worden sein könnte. Konstantin Kraft
Beamte der Bereitschaftspolizei aus Oranienburg suchten am Ufer nach verdächtigen Objekten.
Beamte der Bereitschaftspolizei aus Oranienburg suchten am Ufer nach verdächtigen Objekten. Konstantin Kraft
„Wenn etwas gefunden wird, kommt die komplette Kette hoch“, sagte Tauchgruppenführer Uwe Czerny.
„Wenn etwas gefunden wird, kommt die komplette Kette hoch“, sagte Tauchgruppenführer Uwe Czerny. Konstantin Kraft
Ein Müllsack aus dem Wasser, ohne Anhaltspunkte zur Tat
Ein Müllsack aus dem Wasser, ohne Anhaltspunkte zur Tat Konstantin Kraft
Maik Zimmermann, Leiter der Mordkommission der Polizeidirektion Ost
Maik Zimmermann, Leiter der Mordkommission der Polizeidirektion Ost Konstantin Kraft
Beamte der Bereitschaftspolizei aus Oranienburg suchten am Ufer nach verdächtigen Objekten.
Beamte der Bereitschaftspolizei aus Oranienburg suchten am Ufer nach verdächtigen Objekten. Konstantin Kraft
Vorbereitungen für den Tauchgang: Insgesamt sieben Polizeitaucher gingen ins Wasser.
Vorbereitungen für den Tauchgang: Insgesamt sieben Polizeitaucher gingen ins Wasser. Konstantin Kraft
Die Polizei bittet um Mithilfe aus der Bevölkerung.
Die Polizei bittet um Mithilfe aus der Bevölkerung. Konstantin Kraft
Schwedt.

Mit Polizeitauchern, Kriminalpolizisten und Kriminaltechnik ist am Mittwoch ein Bereich der Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße nordöstlich der Kernstadt Schwedt nach Spuren zu einem Tötungsdelikt abgesucht worden. Am Nachmittag des 22. März war im Uferbereich der Wasserstraße zwischen Gatow und Friedrichsthal der leblose Körper eines weiblichen Säuglings entdeckt worden. Zu diesem Zeitpunkt war das Kind schon seit einigen Wochen tot. Der Einsatz eines Spürhundes deutete darauf hin, dass der Leichnam weiter südlich in das Wasser gelegt worden sein konnte.

[Video]

 

Suche nach Gegenständen

Und so suchten die sieben Polizeitaucher, die aus Potsdam zum Einsatz angereist waren, den Grund der Wasserstraße nach Kleidungsstücken, Behältnissen und sonstigen Gegenständen ab, in die der Leichnam eingewickelt worden sein könnte. Parallel dazu durchforstete ein Suchtrupp aus Bereitschaftspolizisten den Uferbereich. Auch eine Drohne der Polizei kam zum Einsatz, die die Wasserstraße aus der Luft abfilmte.

Hinweise nicht zielführend

Abgesucht wurde ein Abschnitt an der Querfahrt-Brücke. Er sei gewählt worden, weil ein Spürhund dort eine Fährte gewittert hätte, erläuterte Maik Zimmermann, Leiter der Mordkommission bei der Polizeidirektion Ost. Der Sucheinsatz der Polizeitaucher sei auch deshalb nötig, weil eine Öffentlichkeitsfahndung bisher keine Ergebnisse erzielt hatte. „Wir haben bislang neun Hinweise aus der Bevölkerung erhalten, die aber noch nicht zielführend waren”, schilderte Zimmermann.

Kein natürlicher Tod

Bei dem Baby handelte es sich um einen „weiblichen Säugling, der voll lebensfähig war”, erklärte der Leiter der Mordkommission unter Verweis auf die Ergebnisse der Obduktion. Das Kind kann also nicht auf natürliche Weise gestorben sein. „Wir ermitteln in einem Tötungsdelikt.” Inzwischen ist zudem klar, dass es bei dem toten Mädchen, das Ende März gefunden war, keine Verbindung zu einem bislang ungeklärten Fund einer Babyleiche im 2014 gebe. Das habe ein DNA-Abgleich ergeben, so ein Polizeisprecher.

Kurz vor der Brücke

Kurz nach zehn Uhr stiegen die Polizeitaucher gemeinsam ins neun Grad kalte Wasser. Mehrere Meter tief war der Fluss an dieser Stelle. Gut 100 Meter gegen den Strom bis zur Brücke und dann zurück auf der anderen Seite des Flusses suchten sie den Grund nach Gegenständen ab. „Wenn etwas gefunden wird, kommt die komplette Kette hoch”, sagte Tauchgruppenführer Uwe Czerny.

Kissen, Handtuch und Karte

Kurz vor der Brücke tauchten die Spezialkräfte geschlossen auf. Ein verdächtiges Objekt. Maik Zimmermann streifte sich Handschuhe über und inspizierte das Fundstück. Schnelle Ernüchterung. Es war nur eine alte Mülltüte, die schon Muscheln angesetzt hatte. Mit dem mutmaßlichen Tötungsdelikt habe sie nichts zu tun, berichtete Zimmermann. Im Laufe der Suchaktion konnte noch eine Gesundheitskarte, ein kleines Kissen und ein Handtuch gefunden werden, war aus der Polizeidirektion Ost zu erfahren. Ob ein Zusammenhang zur Babyleiche bestehe, sei noch unklar.

Bitte um Mithilfe

„Wir erhoffen uns Hinweise aus der Bevölkerung”, sagte Maik Zimmermann. Beim Fund etwa 100 Meter von der Teerofenbrücke entfernt, war das Kind bereits seit Wochen tot. Hinweise zu den Eltern, insbesondere der Mutter des Kindes, aber auch zu verdächtigen Fahrzeugbewegungen an der Wasserstraße zwischen Schwedt und Friedrichsthal seien gefragt. Der Zeitraum: zwischen dem 1. Januar und dem 22. März. Wer also in den vergangenen Wochen eine schwangere Frau bemerkt hat, deren Schwangerschaft beendet ist, aber offenbar kein Baby bei ihr lebt, wird gebeten, sich an die Polizei zu wenden. Gleich gilt für Hinweise Personen oder Fahrzeuge an der Wasserstraße, die mit der Ablage des Säuglings in Verbindung stehen könnten.

Polizeitelefon: 03984 350

 

 

 

 

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