Mit solch einem Foto werden User gebeten, die Nachricht zu teilen. Doch das kann Konsequenzen haben.
Mit solch einem Foto werden User gebeten, die Nachricht zu teilen. Doch das kann Konsequenzen haben. Screenshot
Facebook

Polizisten entlarven Entführungsfoto als Fälschung

In Templin soll ein achtjähriges Kind gewaltsam gekidnappt worden sein. Die Beamten gehen der Nachricht auf den Grund.
Templin

Ein Albtraum für Eltern: Das eigene Kind wird gewaltsam entführt. Verständlich, dass User, die einen solchen Hilferuf im sozialen Netzwerk Facebook sehen, die Eltern und die Polizei beim Suchen nach dem Entführer unterstützen möchten.

So auch im jüngsten Fall. Angeblich soll ein Mann am Sonnabend ein achtjähriges Kind vor einen Einkaufszentrum in Templin entführt haben. Davon erfuhr die Polizei und leitete sofort umfangreiche Ermittlungen ein. Doch diese brachten, so Polizeisprecher Stefan Möhwald von der Polizeidirektion Ost, keine Hinweise auf eine derartige Tat.

Wie sich herausstellte, war diese Meldung bereits am 25. November in den sozialen Medien verbreitet worden. „Niemand hat sich darüber hinaus bei der Polizei gemeldet, um eine Entführung anzuzeigen und auch das beschriebene Einkaufszentrum ist in der Stadt nicht existent”, so Möhwald.

User bestreitet Verbreitung

Die Polizisten suchten im Laufe ihrer Untersuchungen auch den Verbreiter der Nachricht auf. Der Mann erklärte jedoch, nicht für den Eintrag verantwortlich zu sein und sperrte umgehend seinen Auftritt.

„Nach intensiver Prüfung ist davon auszugehen, dass es sich bei dem Beitrag offensichtlich um eine bewusste Falschmeldung handelt. Aufgrund des Erscheinungsbildes der Netzseite konnte der Eindruck erweckt werden, dass hier eine tatsächliche Entführung als Nachrichtenbeitrag beschrieben worden sei.”

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Stefan Möhwald appelliert an die Nutzer von Sozialen Medien: „Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang, dass Verfassern derartiger Beiträge strafrechtliche Konsequenzen drohen. Dann steht nämlich der Vorwurf der Vortäuschung einer Straftat im Raum.”

Vorsicht: Betrug

Die Polizei Rheinland-Pfalz hatte bereits am 24. November über die angebliche Entführung eines 8-jährigen Mädchens informiert und erklärt, dass das Foto eine Falschmeldung sei. Sie warnte auf ihrer Facebook-Seite: Teilen Sie bitte weder den Hinweis der angeblichen Entführung, noch klicken Sie auf die Verlinkung zum Video. Dieser Link könnte ein Betrugsversuch sein und zum Beispiel zum Abfischen Ihrer persönlichen Daten führen. Die Polizei steht nicht in Verbindung mit dieser Meldung und distanziert sich hiermit ganz klar von dieser.”

 

 

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