Auch auf den zweiten Blick wirkt die E-Mail echt.
Auch auf den zweiten Blick wirkt die E-Mail echt. Claudia Marsal
Jörg Pfütze lässt sich nicht austricksen.
Jörg Pfütze lässt sich nicht austricksen. Privat
Das ist ein Fake, warnt unser Leser.
Das ist ein Fake, warnt unser Leser. Claudia Marsal
Verräterische E-Mail

Postbote fällt nicht auf miesen Trick rein

Jörg Pfütze weiß, was passiert, wenn Zollgebühren fällig werden. Er hat damit dienstlich zu tun. Keinesfalls läuft es so ab, wie hier beschrieben...
Prenzlau

„Die Betrüger gehen verdammt clever ans Werk”, das muss Jörg Pfütze ihnen ja lassen. „Aber um uns übers Ohr zu hauen, müssten sie früher aufstehen”, sagt der 60-Jährige. Unser Leser wurde nämlich stutzig, als seine Partnerin dieser Tage eine verdächtige Email bekam. „Diese sollte von DHL stammen und forderte dazu auf, über einen mitgeschickten Link einen fehlenden Betrag zu begleichen”, erzählt das Fast-Opfer. Dumm nur, dass der Mann selbst bei der Post arbeitet und deshalb mit Sicherheit weiß, dass derlei Kontaktaufnahme wegen Zollgebühren nicht zum Geschäftsgebahren des Unternehmens zählt.

+++ Vorsicht! E-Mail oder SMS von der Bank ist gefälscht +++

In der E-Mail war von einem vermeintlichen Paket die Rede, das auf die Zollabfertigung warte: „Hallo, ich bin Katrin Heiner, verantwortlich für DHL. Ich informiere Sie, dass wir Ihr Paket momentan nicht liefern können, der Importeur muss die Mehrwertsteuer bezahlen. Nach den geltenden Zollbestimmungen ist jede Einfuhr aus einem Land außerhalb der Europäischen Union mit einem Handelswert von mehr als 22 Euro unabhängig von der Art der Waren steuerpflichtig.”

Komisches Gesetz

Dann wird in dem Schreiben auf ein Gesetz Nr. Art 68 (V) verwiesen. „Sie können ihre Zahlung von Zöllen mit einer symbolischen Steuer von 1,99 Euro validieren”, heißt es in der E-Mail weiter: „Um die Lieferung Ihres Paketes nach Hause zu ermöglichen, bitten wir Sie, Ihre nicht bezahlten Zollgebühren wie folgt zu bezahlen...” Dann kommt ein Link, auf den geklickt werden soll. Nach Bezahlung habe man 48 Stunden Zeit, um das Paket abzuholen, anderenfalls werde es an den Absender zurückgesandt – mit diesen Worten endet das Schreiben.

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Aber Jörg Pfütze brauchte gar nicht zu Ende zu lesen, um zu wissen, dass sie hier gehörig abgezockt werden sollten: „Wenn Zollgebühren fällig sind, kassieren wir Postboten die vor Ort ab, oder der Kunde bezahlt bei der Postfiliale direkt.” Er möchte andere eindringlich warnen, sich auf dieses Prozedere einzulassen. Die Familie wird den Fall zur Anzeige bringen, hat es aber bislang nicht geschafft, die E-Mail an die Polizei weiterzuleiten. „Das funktioniert nicht, noch ein Zeichen mehr dafür, wie gerissen diese Betrüger sind.”

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