SCHÄDLINGSBEKÄMPFUNG

Prenzlauer Kammerjäger wird schweigen

Wer Ungeziefer im Haus hat, geht damit nicht hausieren. Er möchte das Problem schnell behoben wissen. Ohne viel Gewese und Gerede...
Claudia Marsal Claudia Marsal
Stefan Herbst ist ab nächste Woche im Einsatz.
Stefan Herbst ist ab nächste Woche im Einsatz. Claudia Marsal
Prokurist Uwe Frick
Prokurist Uwe Frick Claudia Marsal
Der Kammerjäger freut sich auf den neuen Job.
Der Kammerjäger freut sich auf den neuen Job. Claudia Marsal
Maske und Gift gehören zur Ausrüstung.
Maske und Gift gehören zur Ausrüstung. Claudia Marsal
Prenzlau.

Stefan Herbst hat – wenn alles gut anläuft – ab nächste Woche täglich mit Mäusen, Ratten, Kakerlaken und Wanzen zu tun. Dann startet der 48-Jährige nämlich seine Karriere als professioneller Kammerjäger. Sein Arbeitgeber, die Firma Reserv, erweitert damit ihr Geschäftsfeld um das Segment Schädlingsbekämpfung. Prokurist Uwe Frick hatte zuvor bei Marktrecherchen herausgefunden, „dass es in Prenzlau und Umgebung kaum Experten dafür gibt. Wer Probleme mit Schädlingen, Ungeziefer und Lästlingen hat, muss derzeit noch Fachleute von weither holen. Da wollten wir Abhilfe schaffen.” Bei Mitarbeiter Stefan Herbst lief der Chef mit seinem Ansinnen Anfang des Jahres offene Türen ein. Der gelernte Gebäudereiniger sagte sofort zu, sich nochmal ein halbes Jahr auf die Schulbank zu setzen, um sich das nötige Wissen anzueignen. Uwe Frick erledigte den bürokratischen Rest. Die sechs Monate Ausbildung sind jetzt um. Stefan Herbst hat alle Prüfungen bestanden und die nötigen Zertifikate in der Tasche. Aktuell wird sein kleiner, neuer „Hundefänger” auf dem Betriebshof noch mit dem nötigen Equipment ausgestattet. Dann kann es endlich losgehen.

Kein Ekelgefühl

Stefan Herbst freut sich auf die neue Aufgabe, wie er versichert. Gefragt, ob ihn Lebewesen wie Flöhe, Motten und Bettwanzen nicht ekeln, gibt der Hüne gelassen zur Antwort, dass er sie ja nicht essen müsse. Aber vielleicht komme ja bei seinen Einsätzen so viel zusammen, dass man daraus einen neuen gastronomischen Geschäftszweig entwickeln könne, setzt der Prenzlauer scherzhaft hinzu: „In Berlin gibt es ja schon Restaurants, in denen so etwas auf der Karte steht.” Uwe Frick winkt schmunzelnd ab. Ihre Idee sei, im Handel, in der Gastronomie sowie im privaten Bereich Schädlingsbekämpfung anzubieten, nicht mehr und nicht weniger. Er legt großen Wert auf die Feststellung, dass man in allen Fällen Diskretion zusichere. Deshalb hat Reserv auch davon abgesehen, das Auto des Kammerjägers mit entsprechender Werbung zu versehen. „Man stelle sich nur mal vor, dass so ein Wagen vor einem Hotel parkt...”, deutet Uwe Frick vielsagend an. Auf solche Negativwerbung könne wohl jeder dankend verzichten.

Professionelle Ausstattung

„Von uns erfährt jedenfalls niemand, wenn es irgendwo einen Befall gibt. Wir sorgen nur dafür, dass das schnell ein Ende hat”, setzt die Prokurist hinzu. Mitarbeiter Stefan Herbst habe jetzt sowohl das Know-how als auch die professionelle Ausstattung mit Technik und Präparaten, um den unliebsamen Gästen zu Leibe zu rücken. Wenn der Kammerjäger wieder abrücke, seien auch die Mäuse, Ratten und Schaben weg. Der frischgebackene Experte ist sicher, dass ihm die Zusatzausbildung einen Arbeitsplatz auf Dauer gesichert hat. „Schädlinge und Ungeziefer wird es vermutlich immer geben”, ist er sicher. Auch bei Mardern, Wespen und Ameisen kann der Reserv-Fachmann Abhilfe schaffen.

Das Unternehmen in der Brüssower Allee beschäftigt aktuell 135 Mitarbeiter und ist vornehmlich im Bereich der Reinigung von Büros, öffentlichen Gebäuden und Privatwohnungen aktiv. Hinzu kommen Garten- und Landschaftsbau sowie -pflege. Die Schädlingsbekämpfung soll ein drittes Standbein werden, um die Firma auch in den nächsten Jahren auf sichere Beine zu stellen. Wenn es gut läuft, hat Uwe Frick vor, das Personal aufzustocken und weitere Kollegen speziell schulen zu lassen. Kontakt: 03984 87470

 

 

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