GUTE NACHRICHT

Prenzlauer Obdachlosenheim bleibt geöffnet

Viele Menschen fürchten aktuell um ihren Job oder ihr Vermögen. Doch es gibt Frauen und Männer, die schon lange vorher alles verloren haben.
Die Johanniter betreiben die Einrichtung für Wohnungslose schon seit vielen Jahren.
Die Johanniter betreiben die Einrichtung für Wohnungslose schon seit vielen Jahren. Claudia Marsal
Prenzlau.

In manchen Großstädten haben die Heime für Obdachlose wegen der Coronakrise bereits ihre Türen geschlossen. Als Ersatz sind in Metropolen stundenweise Kältebusse unterwegs, aber das lindert die Not nur bedingt. Erschwerend hinzu kommt, dass vielerorts auch die Tafeln die Segel streichen mussten, weil es aktuell kaum noch Lebensmittelspenden aus dem Handel gibt. Mittellose Menschen sind somit in größeren Schwierigkeiten denn je. Zumindest für Prenzlau gibt es in dieser schlimmen Lage aber eine gute Nachricht.

20 Dauer-Nutzer

Die Unterkunft für wohnungslose Menschen in der Franz-Wienholz-Straße ist wie gehabt weiter geöffnet. Leiter Peter Kell erklärte am Freitag auf Nachfrage des Uckermark Kurier, dass sich hier aktuell 20 Frauen und Männer dauerhaft aufhalten. Das sei quasi die Stammbesetzung. Neuzugänge habe es in der letzten Zeit kaum gegeben, ließ der über den Träger Johanniter angestellte Heimchef wissen. Er sei froh, dass sich an diesem Zustand nichts geändert habe, erklärte Kell. „Unser Betrieb läuft ganz normal. Alle Hygienemaßnahmen werden selbstverständlich beachtet. Aber noch geht es allen gut. Und das wird hoffentlich auch so bleiben.“

Lob für Johanniter

Die Prenzlauer Einrichtung am Rande der Stadt wird seit 2007 von den Johannitern betrieben und genießt einen hervorragenden Ruf. Die meisten Klienten leben seit Jahren hier. Von Problemen hört man selten, obwohl die Einrichtung in der Nähe eines Wohngebietes liegt. Im Haus hat jeder seine Privatsphäre. Es gibt keine Stubendurchgänge oder ähnliches. Der Regionalvorstand der Johanniter Nordbrandenburg hatte vor vier Jahren in einem Interview allerdings eingeräumt, dass 80 Prozent der Bewohner alkoholkrank in fortgeschrittenem Stadium seien und oft Hilfe und Beratung ablehnten. Manche sogar die Körperpflege, aber man könne sie zu bestimmten Dingen eben nicht zwingen. Ernsthafte Hilfen sind da nicht mehr möglich, aber die Mitarbeiter gäben jeden Tag ihr Bestes, versicherte Opitz.

Die Stadt stellte damals heraus, dass der Johanniter-Verein umfangreiche Erfahrungen in der Betreuung dieser Personen vorweisen könne. „Wir sind sehr froh darüber, dass wir die Johanniter verpflichten konnten“. Die Kommune sei stets bestrebt, die materiellen Bedingungen im Heim zu verbessern.

Telefon: 03984 833605

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