NACHRUF

Prenzlauer sind Tierheim-Mäzen auf ewig dankbar

Witwer Dr. Norbert Kliemann war ein absoluter Glücksfall für Prenzlau. Mit dem Bau des Tierheimes setzte der Hamburger das Vermächtnis seiner Frau um.
Diesen Schnappschuss machte der Verein bei der ersten Spritztour des Gönners mit dem gesponserten Rasentraktor.
Diesen Schnappschuss machte der Verein bei der ersten Spritztour des Gönners mit dem gesponserten Rasentraktor. privat/Tierschutzverein Prenzlau
Prenzlau ·

Der Prenzlauer Tierschutzverein hat in dieser Woche mit einem berührenden Post auf seiner Facebook-Seite seines großen Mäzens Dr. Norbert Kliemann gedacht. Der vor drei Jahren verstorbene Tierfreund und Gönner wäre am Mittwoch nämlich 92 Jahre alt geworden. Dass Prenzlau 2011 ein Tierheim bekam, sei dem, immer „unser Doc“ genannten Mann zu verdanken, heißt es in dem Nachruf. Er habe damit das Vermächtnis seiner Frau Erika erfüllt, nach der später in Prenzlau sogar eine Straße benannt wurde.

Viele Erinnerungen

Der Verein schreibt, „dass wir bis zu seinem Tod gute Freunde blieben. Und so haben wir viele Erinnerungen an ihn: an gemeinsame Ausflüge wie die Dampferfahrt über die Uckerseen, seine rasende Jungfernfahrt mit unserem, natürlich von ihm gesponsorten Rasentraktor, den ersten (und wahrscheinlich auch einzigen) Döner seines Lebens in unserem Büro, die Ankunft im obersten Türmerzimmer nach flottem Aufstieg auf die Marienkirche (mit 80 Jahren!), feucht-fröhliche Grillabende unter unserem Carport, die offiziellen Anlässe wie seine Rede zur Grundsteinlegung, unsere alljährlichen Jahresfeiern und vieles, vieles mehr. Schade, dass er nicht mehr bei uns ist.“

Überrascht von Stiftung

Im Rückblick auf der Vereinsseite heißt es weiter, dass man Mitte 2009 völlig überrascht gewesen sei, dass die Hamburger „Erika und Dr. Norbert Kliemann Stiftung“ ihnen den Bau eines Tierheims ermöglichen wollte.

„Bis zu diesem Zeitpunkt hätten wir nie daran zu denken gewagt. Mit der von uns bisher praktizierten Betreuung auf Pflegestellen waren wir aber gerade zunehmend an unsere Grenzen gestoßen, so dass wir das Angebot überglücklich annahmen und uns mit großem Enthusiasmus an die Umsetzung des Projektes machten. Nach schwieriger Standortsuche, während der wir Bekanntschaft mit den verschiedensten, uns behindernden gesetzlichen Regelungen schließen durften, wurde ein Grundstück am Stadtrand von Prenzlau gekauft. Lange Zeit feilten wir auch an den Grundrissen für die Gebäude, sollen sie doch später optimale Bedingungen für 30 Hunde, 40  Katzen sowie diverse Vögel und Kleintiere bieten und darüber hinaus eine Wohnung für die Tierheimleiterin beinhalten.“

Bis zuletzt ein Freund

Auch galt es immer wieder, Kompromisse mit dem Stiftungsgründer – und inzwischen Vereinsmitglied und gutem Freund – Dr.  Kliemann zu finden, der das Projekt begleitete und anspruchsvolle individuelle Vorstellungen vom Aussehen des Tierheims verwirklichen wollte, wohingegen ihnen hauptsächlich an der Funktionalität gelegen gewesen sei. Das über 20.000 Quadratmeter große Gelände ließ viel Raum für Planung, und so sollten nicht nur großzügige Ausläufe, sondern unter anderem auch ein Badeteich für die Hunde und später ein Tierfriedhof entstehen. Mit dem Tierheim eröffnete sich die Möglichkeit, außer Katzen auch Hunde, Vögel und Kleintiere aufnehmen zu können, was bisher nur in Ausnahmefällen möglich war. Der Verein, der 2006 gegründet wurde, zählt heute rund 50 Mitglieder.

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