Dennis Gransee ist der ominöse Golf-Fahrer, der viele Menschen entlang der ehemaligen Draisinestrecke neugierig gemacht h
Dennis Gransee ist der ominöse Golf-Fahrer, der viele Menschen entlang der ehemaligen Draisinestrecke neugierig gemacht hat. Horst Skoupy
Um die ehemalige Draisinenstrecke zwischen Himmelpfort und Templin mit seinem umgebauten Golf erleben zu können, haben An
Um die ehemalige Draisinenstrecke zwischen Himmelpfort und Templin mit seinem umgebauten Golf erleben zu können, haben André Holznagel und seine Freundin eine 630 Kilometer lange Anreise aus Solingen auf sich genommen. Horst Skoupy
Im Schienen-Golf geht die Fahrt weiter nach Templin.
Im Schienen-Golf geht die Fahrt weiter nach Templin. Horst Skoupy
Mit Liebe zum Detail: Die Golf-Scheinwerfer – und übrigens auch die Rücklichter – hat André Holzn
Mit Liebe zum Detail: Die Golf-Scheinwerfer – und übrigens auch die Rücklichter – hat André Holznagel durch bahntypische Leuchten ersetzt. Horst Skoupy
Wie bei echten Loks hat André Holznagel auf dem Dach vorn und hinten eine dritte Lampe montiert.
Wie bei echten Loks hat André Holznagel auf dem Dach vorn und hinten eine dritte Lampe montiert. Horst Skoupy
Mit bahntypischen Beschriftungen hat André Holznagel seinen Schienen-Golf versehen.
Mit bahntypischen Beschriftungen hat André Holznagel seinen Schienen-Golf versehen. Horst Skoupy
Alte Bahnstrecke

Rätsel um geheimnisvollen VW Golf ist gelöst

Bevor die Draisinenstrecke Templin–Fürstenberg abgebaut wird, wollten zwei Bahn-Enthusiasten sie mit ihren umgebauten Fahrzeugen noch mal nutzen. Jetzt weiß man, wer sie sind.
Templin

Das Rätselraten um den Piloten des aufsehenerregenden „Schienen-Golfs“ ist gelöst. Dennis Gransee war es, der am 13. März auf der ehemaligen Draisinenstrecke Fürstenberg-Templin mit seiner „Sonderfahrt“ für viele Schnappschüsse im Internet und noch mehr Neugier bei den Uckermärkern gesorgt hat.

Bei einer erneuten Fahrt auf der entwidmeten Eisenbahnlinie hatte ihn der Uckermark Kurier in Neu Placht getroffen. Und nicht nur ihn: Dem Berliner folgte ein zweiter Golf, der mit seiner bahntypischen Beschriftung nach ausgefallener war.

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„André Holznagel ist nicht ganz unschuldig daran, dass ich mir einen Golf für die Fahrt auf Schienen umgebaut habe“, erzählte Dennis Gransee, der beruflich selbst Eisenbahner ist. Vor Jahren hatte er einen Bericht über den Solinger gelesen, der das gleiche schon 2008 getan hatte. „Ich hatte mich damals gefragt, wie das wohl funktioniert, einen Straßenwagen so umzubauen, dass er auf Schienen fahren kann“, so Dennis Gransee.

Bei André Holznagel war er da an der richtigen Adresse. Den gelernte Garten-Landschaftsbauer interessiert schon von Kindheit an alles, was mit Eisenbahn zu tun hat. Als Erwachsener hatte er Bilder von einem Bully T1 gesehen, der zum Schienenfahrzeug umgebaut worden war. „Was mit einem Bully geht, funktioniert auch mit einem Golf, habe ich mir damals gedacht“, erzählte der 41-Jährige. Ihn reizt es, mit dem Schienengolf auf stillgelegten oder entwidmeten Eisenbahnstrecken zu fahren und sie aus der „Zugperspektive“ zu erleben. Rund 20 000 Kilometer hat er mit seinem Golf schon auf diese Weise in den verschiedensten Regionen abgespult. Deshalb hatte er mit seiner Freundin auch die 630 Kilometer lange Anfahrt nach Himmelpfort auf sich genommen, um dort sein gerade erst auf Bahn getrimmtes „DB Notfalltechnik“-Fahrzeug aufzugleisen und die landschaftlichen Reize der Uckermark genießen zu können.

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Die beiden Enthusiasten sind dem Eigentümer der Bahnlinie Fürstenberg–Templin Timo Meißner sehr dankbar, dass sie die Strecke – natürlich auf eigene Verantwortung – befahren durften. Dennis Gransee hatte davon gelesen, dass die Gleise abgebaut werden und wollte die Strecke deshalb unbedingt vorher noch einmal erleben. Das Erlebnis wollte er André Holznagel als Ideengeber für seinen Golf nicht vorenthalten.

Beide berichteten übereinstimmend von begeisterten Menschen an der Strecke. „Sie waren natürlich neugierig, wer wir sind und wie wir zu diesem Hobby kommen. Aber sie waren auch sehr hilfsbereit, haben uns Kaffee und Kuchen angeboten“, erzählte Dennis Gransee. Solange es geht, will er unbedingt wiederkommen.

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