ÄRGER MIT LANDESBETRIEB

Reifenplatzer-Opfer beißen im Amt auf Granit (Umfrage)

Drei kaputte Reifen in nur einer Stunde – die Verkehrsinsel an der Ortseinfahrt von Gramzow auf der Bundesstraße 198 sorgt für mächtig Zündstoff.
Konstantin Kraft Konstantin Kraft
Scharfkantig und in Granit ausgeführt bescherte die Verkehrsinsel am Gramzower Ortseingang auf der B 198 schon zahlreichen Fa
Scharfkantig und in Granit ausgeführt bescherte die Verkehrsinsel am Gramzower Ortseingang auf der B 198 schon zahlreichen Fahrzeugführen aufgeschlitzte Reifen. Heiko Schulze
Die Verkehrsinsel in Gramzow lässt weiter Reifen platzen. Jüngst sollen binnen einer Stunde gleich drei Autofahrer in Mitlei
Die Verkehrsinsel in Gramzow lässt weiter Reifen platzen. Jüngst sollen binnen einer Stunde gleich drei Autofahrer in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Heiko Schulze
Verkehrsinsel in Templin. Hier sind die Randstreifen aus Granit abgeschrägt.
Verkehrsinsel in Templin. Hier sind die Randstreifen aus Granit abgeschrägt. Horst Skoupy
Es geht auch anders: Abgeschrägte Bordsteinkanten aus Granit an der Verkehrsinsel in Templin. Langlebigkeit, Sicherheit und N
Es geht auch anders: Abgeschrägte Bordsteinkanten aus Granit an der Verkehrsinsel in Templin. Langlebigkeit, Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit sind dabei im Einklang. Horst Skoupy
Gramzow.

Eine neu gebaute Verkehrsinsel an der Ortseinfahrt von Gramzow sorgt für viel Frustration bei den Autofahrern. Mehr und mehr Fahrzeuge schlitzen sich am scharfkantigen Bord aus Granit die Reifen auf. Genaue Erhebungen, wie viele dies sein könnten, gibt es nicht. Ein ansässiger Mechaniker will bis zu 60 Reparaturen seit Einweihung der Insel im August 2018 gezählt haben.

Landesbetrieb zuständig

In der vergangenen Woche mussten in nur einer Stunde gleich drei Fahrzeuge an der Verkehrsinsel versorgt werden. Da es sich bei der Straße um eine Bundesstraße handelt, ist der Landesbetrieb Straßenwesen zuständig.

Beschwerden häufen sich

Den Ersten, den es an dem besagten Tag „erwischt“ hatte, war sogar ein Gramzower: Hans-Ulrich Gaffrey. Zwei Reifen an seinem neuen Auto sind ihm an der Verkehrsinsel aufgeschlitzt worden. 800 bis 900 Euro werde ihn die Reparatur kosten, schätzte er. „Ich bin richtig sauer“, erklärte Gaffrey und weiß viele Gramzower hinter sich, die ebenfalls frustriert sind.

Auch Urlauber sind betroffen

An dem Tag, an dem sich Gaffrey die Reifen aufgeschlitzt hatte, traf es mindestens noch zwei weitere Autofahrer, erzählte er. „All das in einer Stunde.“ Er sei gerade beim Mechaniker gewesen, als zwei weitere Schadensmeldungen von der Verkehrsinsel eingingen. Unter den Betroffenen waren Urlauber aus Schleswig-Holstein.

Zeit genug um abzubremsen

Der Bau der Verkehrsinsel sei nach den geltenden Vorschriften für die Planung von Bundesstraßen umgesetzt worden, betonte Dr. Cornelia Mitschka von der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit und Medien beim Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg auf Nachfrage des Uckermark Kurier. „Bei der Planung der Ortseingangsinsel wurde eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde berücksichtigt“, so Mitschka. Die Ortseingangstafel stehe circa 100  Meter vor der Verkehrsinsel.

Bei 60 km/h ist Grenze erreicht

„Jedem Fahrzeugführer sollte dadurch die Möglichkeit gegeben sein, von der freien Strecke innerhalb der 100  Meter auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h abzubremsen.“ Darüber hinaus seien die Radien am Fahrbahnaußenrand der westlichen Seite so gewählt, „dass es bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h zu keinen Problemen kommt“. Fahrversuche der Mitarbeiter des Landesbetriebes hätten überdies ergeben, dass sogar höhere Geschwindigkeiten möglich seien. „Bei 60 km/h ist allerdings ein Grenzwert erreicht.“

Langlebiger als Beton

Zudem begründet der landesbetrieb die Ausführung in Grantit damit, dasss dieser langlebiger als Beton wäre. Ein Beispiel in Templin auf der Landesstraße Richtung Lychen zeigt, dass eine andere Bauausführung möglich ist. Dort sind die Kanten der Granitborde abgeschrägt. Langlebigkeit, Sicherheit und nutzerfreundliche Ausführung sind dort im Einklang. „Ich fahre zig tausende Kilometer im Jahr, ohne dass es jemals Probleme an einer Verkehrsinsel gegeben hätte. Nur in Gramzow ist dieser der Fall. Die Dickfälligkeit des Landesbetriebes ist unmöglich und arrogant”, schimpft während der Recherche ein Fahrzeugführer, der am Ortseingang mit einem zerstörten Reifen an seinem Pkw auf den Abschleppdienst des ADAC wartet.

 

 

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Kommentare (2)

Falls die Behörde noch ein Laientipp braucht, hier gibt es ihn kostenlos: da diese Verkehrsinsel innerhalb eines Jahres so viele Verkehrsunfälle produziert, muss über Änderung der Geschwindigkeit oder Änderung der Fahrbahnbeschaffenheit bzw. -begrenzung nachgedacht werden. Dumm ist, dass solche Schlitzvorfälle nicht in der Unfallstatistik der Polizei auftaucht, weil es nicht zum Unfallbericht mit Polizei kommt. Grundsätzlich sind solche Schlitzvorfälle durch Strassenbeschaffenheit Verkehrsunfälle.

Wenn man sich an die Geschwindigkeit hält und einigermaßen Auto fahren kann, kommt man nicht mal in die Nähe des äußeren Randsteins.
Selbst mit einem LKW ist das durchfahren kein Problem.
Also warum die Aufregung?
Siehe Bild 4, Platz für zwei.