Die Polizei ermittelt zu dem Vorfall, der sich an dieser Badestelle in Fürstenwerder zugetragen hatte.
Die Polizei ermittelt zu dem Vorfall, der sich an dieser Badestelle in Fürstenwerder zugetragen hatte. Privat
Badestelle Fürstenwerder

Rentner an Badestelle brutal überfallen

Die Polizei ermittelt zu einem Vorfall, der sich am 26. Juni an der Badestelle Fürstenwerder ereignete. Ein 70-Jähriger wurde mit dem Tode bedroht.
Fürstenwerder

Über Massenschlägereien in Berliner Freibädern, ausgelöst durch den Einsatz von Wasserpistolen, kann man nur mit dem Kopf schütteln. Gleiches gilt für das, was dem Uckermärker Edmund Stüber an der alten Badestelle in Fürstenwerder wiederfahren ist.

Mit seinem Rad ist der rüstige 70-jährige Rentner in der gesamten Uckermark unterwegs, an den Wochenenden nicht selten zwischen 150 und 200 Kilometer weit. Seit acht Jahren ist er zudem Teilnehmer beim größten Radevent in der Region, dem Prenzlauer Hügelmarathon.

+++ „Ich habe versucht, den alten Mann zu beschützen“ +++

Am heißen 26. Juni führte ihn seine Tour zur alten Badestelle in Fürstenwerder. Dort stellte er gegen 16 Uhr sein Fahrrad ab, legte Wertsachen, wie seine Uhr, im Schutzhelm ab und suchte Abkühlung im Großen See. Plötzlich tauchte ein offensichtlich angetrunkener Mann mit Hund an der Badestelle auf. Dieser drohte dem Senior damit, ihn „im Wasser zu ersäufen, bis Dich keiner wieder finden wird.“ Zugleich begann er damit, Sachen des 70-Jährigen ins Wasser und dessen Fahrrad in den Schilfgürtel zu werfen. Eine Frau, offensichtlich aus dem Bekanntenkreis des Wütenden, hielt diesen am Arm zurück, um ihn an noch mehr Gewalttätigkeiten zu hindern, schilderten Zeugen.

Schließlich habe eine Familie, allen voran eine junge Frau, ihm in der bedrückenden Situation geholfen, so Edmund Stüber. Ihnen gelang es, ein Großteil der Sachen des Opfers aus dem Wasser und dem Schilfgürtel zu bergen. Seine Uhr, sein linker Schuh und sein Fahrradtacho blieben bis heute verschwunden. „Ich bin den Leuten, die mir geholfen haben, unendlich dankbar und möchte sie das über einen Artikel in unserer Heimatzeitung wissen lassen“, schildert der leidenschaftliche Fahrradfahrer.

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Alarmierte Polizisten erschienen wenig später an der alten Badestelle, was in Fürstenwerder für einiges Aufsehen sorgte. Ihre Ermittlungen zu der Körperverletzung sind noch nicht abgeschlossen, hieß es dazu am Donnerstag auf Nachfrage der Redaktion.

Das Ereignis selbst werde wohl noch eine ganze Weile in ihm nachhallen, bekennt der 70-Jährige. Für ihn sei es der schlimmste Vorfall dieser Art gewesen. Er könne Menschen, die plötzlich in vergleichbare Situationen geraten sollten, nur wünschen, dass es dann ebenfalls mutige Zeugen gibt, die eingreifen würden.

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Die alte Badestelle in Fürstenwerder gehört zu den beliebtesten in diesem Bereich der Uckermark. Mitglieder des Vereins „Mittenmang in Fürstenwerder“ e.V, engagieren sich regelmäßig, um die Badestelle und den Weg dahin in einem ansprechenden Zustand zu halten. Unter ihnen ist die Empörung über den Vorfall ebenso groß wie bei jenen, die am 2. Juli ab 11 Uhr zum Fürstenwerderer Sommerfest einladen. Dieses findet einschließlich Flohmarkt im Festgarten am Sportplatz statt.

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