TIERSCHICKSAL IN ANGERMÜNDE

Retterin holt Husky-Akita-Hündin in die Familie

Über Tage hinweg hat eine frei laufende Hündin in Angermünde ihre Retter in Atem gehalten. Jetzt scheint die Geschichte ein gutes Ende zu nehmen.
Die Husky-Akita-Hündin ist zurzeit in einer Angermünder Tierpension untergebracht.
Die Husky-Akita-Hündin ist zurzeit in einer Angermünder Tierpension untergebracht. Millane Köhler
Familie Köhler aus Angermünde, im Bild Tochter Millane und Vater Sven, wollen die Husky-Akita-Hündin aufnehmen.
Familie Köhler aus Angermünde, im Bild Tochter Millane und Vater Sven, wollen die Husky-Akita-Hündin aufnehmen. Sie sichern gerade das Grundstück mit einem Zaun, der Zwinger ist fast fertig. Millane Köhler
Angermünde ·

So manches Tierschicksal nimmt eine überraschende Wendung. So auch im Fall der frei laufenden Husky-Akita-Hündin in Angermünde. Eben noch bestand über Tage hinweg die Gefahr, dass die Hündin im Verkehr unter die Räder gerät. Jetzt ist diese Gefahr nicht nur gebannt, sondern es scheint so, dass sich für das hübsche Tier eine Familie gefunden hat.

Millane Köhler ist es, die sich von Anfang an um die Rettung der Hündin gekümmert hat. Die die Polizei rief, als sie mit Freunden das verängstigte Tier an der viel befahrenen Bundesstraße 158 liegen sah. Ihr Anruf war es, der eine über Tage währende Rettungsaktion mit Erfolgen und Rückschlägen auslöste. Und sie ist es, die dem Blick in die Augen der Husky-Akita-Dame nicht widerstehen konnte und jetzt alles daran setzt, um sie für immer zu sich zu holen.

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Noch am vergangenen Donnerstag hatte die 19-Jährige berichtet, dass die Hündin eingefangen und in eine Tierpension gebracht werden konnte. Dort hatte das sehr scheue Tier, das nicht gechipt ist, aber ein Halsband trug, die erstbeste Gelegenheit genutzt und war wieder ausgebüxt. „Am Nachmittag erhielt ich dann einen Anruf von der Tierpension, dass es einer Mitarbeiterin geglückt ist, sie wieder einzufangen und die Hündin jetzt in einem Zwinger untergebracht ist“, erzählte Millane Köhler. Sie war sehr erleichtert, dass damit die schlimmste Gefahr gebannt war.

Schon am Freitag besuchte sie die Hündin in der Tierpension. Diese erneute Begegnung sollte nicht ohne Folgen bleiben. „Von da an stand für mich fest, sie in unsere Familie zu holen.“ Von der Idee musste die Studentin nur noch ihre bei Angermünde lebenden Eltern überzeugen, die über ein entsprechendes Grundstück verfügen. Doch das war offenbar nicht schwer. „Unsere Familie wollte schon immer einen Hund“, erzählte sie. Nicht nur sie, sondern auch ihre Eltern fanden Gefallen an der Husky-Akita-Hündin und so war die Entscheidung gefallen. „Merla“, wie Köhlers die Hündin inzwischen getauft haben, wird ein Mitglied der Familie.

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Ganz so einfach geht das allerdings nicht. „Wir müssen erst das Grundstück mit einem Zaun sichern, damit sie nicht wieder wegläuft“, so Millane Köhler. Ihr Vater Sven Köhler und sie haben sich sofort ans Werk gemacht. Auch ein Zwinger für Merla ist schon fast fertig. „Wenn wir alles fertig haben, wollen sich die Mitarbeiter alles anschauen und entscheiden danach, ob wir sie aufnehmen können.“ Obwohl sie es kaum erwarten kann, bis der Tag kommt, ist sie froh, dass die Hündin noch ein paar Tage unter Aufsicht ist. „Die Hündin ist immer noch sehr scheu, weicht immer wieder vor Menschen zurück. Sie ist noch sehr jung, wird auf etwa ein halbes Jahr geschätzt“, erzählte sie. Immerhin frisst sie.

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Dieses Verhalten sei für Huskys und Akitas nicht ungewöhnlich. „Hunde dieser Rassen brauchen sehr lange, bis sie Zutrauen zu Menschen gewinnen“, weiß Laura Falkenhagen. Sie hat selbst seit zweieinhalb Jahren eine Husky-Dame. Auf der Internetseite des Uckermark Kurier hatte sie von der Suche nach der Hündin gelesen. „Ich hätte mich am liebsten ins Auto gesetzt, um vor Ort mitzuhelfen“, sagte die passionierte Hundehalterin aus Sachsen-Anhalt. Sie kann der Familie nur den Tipp geben, viel Geduld zu haben und einfach zu warten, bis die Hündin von selbst kommt.

Den Rat will Familie Köhler beherzigen. „Wir wollen Merla ein schönes Leben bieten, das sie bestimmt vorher nicht gehabt hatte“, sagte Millane Köhler, die sich nicht erklären kann, wie man einen solch hübschen Hund aussetzen kann.

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Kommentare (3)

….dabei und alles Gute für alle Beteiligten . Gut gemacht. 👍🐕

Den guten wünschen kann ich mich nur anschließen und wünsche viele schöne Stunden und Spaziergänge mit der Hündin. Es wird nicht einfach und ihr braucht viel Geduld aber es lohnt sich mit Sicherheit.
Es wäre schön mal etwas von der Familie zu hören wie der stand der Eingewöhnung ist.

einen ganz langen Atem, viel Geduld, Geduld, Geduld und Verständnis für diesen Hund.
Ich habe selbst einen Alaska - Malamute. Es sind sehr selbstständige Tiere. Sie kommen zum Kuscheln dann, wenn sie es wollen, hören vielleicht auch nicht immer gleich beim ersten Mal.
Und sie brauchen viel Bewegung.
In dem Fall dann wohl noch lange, lange an einer langen, langen Leine, denn Freiheit lieben sie über alles und wer ließe sich solche Gelegenheiten entgehen? Nicht mal wir Menschen...