VERA UNTERWEGS

RTL-Moderatorin "rettet" Rentner aus Prenzlauer Exil

„Vera unterwegs – Zwischen Mut und Armut“, heißt eine Doku-Soap von Vera Int-Veen, die derzeit auf RTL läuft. Jüngst war sie in Prenzlau.
Konstantin Kraft Konstantin Kraft
Im vergangenen Oktober war Vera Int-Veen für die Dreharbeiten zur Doku-Soap in Prenzlau und stieß im Zuge dessen auf das Paar.
Im vergangenen Oktober war Vera Int-Veen für die Dreharbeiten zur Doku-Soap in Prenzlau und stieß im Zuge dessen auf das Paar. Kai Horstmann
Prenzlau.

Auf RTL läuft gerade die neue Sendung der Moderatorin Vera Int-Veen. Diesmal begibt sie sich dabei auf eine Reise quer durch Deutschland, um Orte und Menschen zu besuchen, die durch Armut in die Schlagzeilen geraten sind, so die Ankündigung. Eine ihrer Reisen führte Vera dabei auch nach Prenzlau. Bereits im vergangen Herbst hatte sie das Gespräch mit den Kreisstädtern gesucht. Im Marktkauf wurde dafür ein eigenes TV-Studio eingerichtet, der Uckermark Kurier berichtete.

Wegen günstiger Miete nach Prenzlau gezogen

Bei einem dieser Gespräche lernt die RTL-Moderatorin das Rentner-Ehepaar Franz und Andrea kennen. Die beiden stammen eigentlich aus Ludwigsburg bei Stuttgart und sind vor zwei Jahren nach Prenzlau gezogen, weil sie hier günstiger wohnen können. „Mit ihrer Rente liegen sie unterhalb der Armutsgrenze“, erklärt Vera Int-Veen. Auf die Frage, wie viel den beiden monatlich zum Leben bleibe, antwortet Franz: „300 Euro“.

„Fühlt Ihr euch wohl hier?“, fragt Vera weiter. „Nein, gar nicht“, entgegnet das Rentner-Ehepaar. Nach Prenzlau seien sie „vor der Armut geflüchtet“. Jetzt wohnen sie 750 Kilometer entfernt von Tochter und Enkelkindern. „Vermisst ihr die nicht“, fragt die RTL-Moderatorin. „Doch, unheimlich.“

Kleine Wohnung im Plattenbau

Am Tag nach dem Interview im Einkaufsmarkt besucht Vera Int-Veen das Rentner-Ehepaar in seiner Plattenbauwohnung am Georg-Dreke-Ring in Prenzlau. „Andrea und Franz leben an der Armutsgrenze und sind aus Verzweiflung nach Prenzlau gezogen“, resümiert Vera die Situation, „für die beiden bedeutet das Leben hier den sozialen Abstieg.“

Andrea und Franz, zum Zeitpunkt der Aufzeichnung beide 61 Jahre alt, leben in einer 47 Quadratmeter großen Wohnung. Was hier auffällt, die Räume sind bis zur Decke hin mit Kartons und Kisten voll gestellt. „In der Wohnung ist alles untergebracht, was vorher auf 140  Quadratmetern Platz hatte“, erzählt Vera Int-Veen. Andrea schämt sich für die Wohnung: „Ich lasse hier niemanden rein, das ist mir zu peinlich.“

Viele Klischeebilder von Armut

Die Möbel aus der alten Wohnung konnten nicht mit nach Prenzlau gebracht werden, die Küche beschränkt sich auf eine einzelne Kochplatte sowie eine kleine Spüle. „Die beiden leben isoliert, abgeschottet durch die Armut. Freunde in Prenzlau haben sie nicht“, sagt Vera aus dem Hintergrund. Klischeebilder von Armut, mitten in Prenzlau.

Franz war in Ludwigsburg selbstständiger Betonmischer, bevor er an zwei Bandscheibenvorfällen erkrankte und mit 46 in die Frührente gehen musste. Andrea war Verkäuferin. Als Alleinverdiener wurde der Druck zu groß, weswegen sie auch krank wurde und das Arbeiten einstellen musste.

Paar ist emotional am Boden

„Was sagt deine Tochter dazu“, will Vera wissen. „Mama, Papa, haltet aus, wir finden eine Wohnung für euch“, antwortet Andrea. „Es ist so schlimm“, setzt sie nach und bricht in Tränen aus. „Du darfst da ruhig heulen“, ermutigt sie Vera, „das ist hier kein Zustand, das ist Horror.“ Andrea stimmt zu: „Der Zustand für immer wäre furchtbar.“

Bei Vera ist endgültig der Tatendrang geweckt: „Zwei Jahre auf gepackten Koffern, in einer Wohnung, in der man sich nicht wohlfühlt“, bilanziert die Moderatorin, das könne so nicht weiter gehen. „Ihr vereinsamt doch hier.“ In Prenzlau. „Eines wird mir bei diesem Besuch klar, Armut bedeutet mehr als kein Geld zu haben“, bringt Vera beim Abschied zum Ausdruck, doch sie will wiederkommen.

Rückkehrangebot nach Baden-Württemberg

Ein Kameraschnitt und „ein paar Wochen später“ ist sie zurück in Prenzlau und hat ein unschlagbares Angebot für das Rentner-Ehepaar. Eine Immobilienmaklerin bietet den beiden eine Dreizimmer-Wohnung mit Küche und Bad in Lauda im Taubertal an, nur noch 100 Kilometer von der Familie entfernt. 61,3 Quadratmeter für 470 Euro warm, das ist derselbe Preis, den die Wohnung in Prenzlau kostet. Gepaart wird dieses Angebot mit einer Videobotschaft ihrer Tochter aus Baden-Württemberg. Und wieder fließen die Tränen.

„Die Entscheidung liegt bei euch, ihr könnt zurück“, erklärt Vera Int-Veen. „Ihr seid Menschen, die es wert sind“, setzt sie noch nach. „Hilfe zur Selbsthilfe“ konstatiert die RTL-Moderatorin zu ihrer „Überraschung“. Ihr Schlusssatz: „Mein Bauch sagt mir, die gehören nicht nach Brandenburg, die gehören nach Baden-Württemberg.“ Die Botschaft an Millionen von Fernsehzuschauern: Wer in Prenzlau lebt, ist arm dran.

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Kommentare (4)

Diese Vera ist ja allgemein bekannt für Sendungen in denen sie offensichtlich geistig beeinträchtigten Menschen nach Storybook veralbert.
Prenzlau wurde als absolutes, nicht lebenswertes Loch dargestellt. Filmaufnahmen nur aus dem letzten Ghetto.
Die Bude von den beiden Darstellern als ordentlich und sauber betitelt obwohl das mehr an eine Messibude erinnerte.
Diese Gestalten "vereinsamen" nur, weil die edlen Damen und Herren aus dem schönen Baden-Württemberg nichts mit den verkommenen Ossis zu tun haben wollen.
Alles in allem wieder ein wunderbares Beispiel für eine RTL-Sendung ala coleur.

Alle Prenzlauer sollten gegen Frau Lengsfeld und ihr RTL-Team Strafanzeige wegen Verleumdung, Diskriminierung und Volksverhetzung stellen. Prenzlau ist eine schöne Stadt und bietet für viele Menschen aus der Uckermark eine Perspektive. Diese Stadt und seine Bürger kann für den sozialen Missstand des Rentnerehepaars aus Baden-Württemberg nichts dafür. Diese Verantwortung trägt vor allem die Politik in Berlin, die unsere Mieten nach oben treibt und systematisch den Mittelstand zerstört.

Bin kein Freund von der Frau und dem Sender,aber bin aus dem Ruhrgebiet und seit Jahren hier,in allen belangen ist das hier sehr schwer zu Leben und es wird immer schlimmer was zum Beispiel die Menschen und teilweise das Schuster bleib bei deinen Leisten betrifft.
Sogar etliche Einheimische sagen mir das es teilweise wieder so ist wie in der DDR.
Bin übrigens kein verwöhnter Wessi,aber die Uckermark wird auch viel zu hoch gehangen.
Warum werden denn die Touristen immer weniger und im Westen mehr!

Deskreminierungsfernehen noch - wählt euch einen Macher als Kanzler - Bevölkerungsstand im Osten = 1905 - was für eine Perspektive durch die Volksparteien - ein Wunder das Merkel Schwächeanfälle bekommt vor lauter Überanstrengung - kannte mal jemanden der bekam auch Zitteranfälle, aber nur wenn der Pegel nicht korrekt war - ein Schelm wer böses dabei denkt