FAKE-ANRUFE

Sächselnde Cousine fordert von Prenzlauer 45.000 Euro

Der Enkeltrick war gestern. Mittlerweile greifen Kriminelle zu anderen Mitleidsszenarien. Gleich drei Vorfälle gab es zu Wochenbeginn.
Claudia Marsal Claudia Marsal
Alle drei potenziellen Opfer beschrieben die Anruferin als Frau mit sächsischem Dialekt.
Alle drei potenziellen Opfer beschrieben die Anruferin als Frau mit sächsischem Dialekt. Joerg Sarbach
Prenzlau.

Die Story vom hilflosen jungen Mann, der nach einem Unfall auf das Geld seiner Großmutter wartet, hat offenbar ausgedient. Nachdem der Enkeltrick aufgrund vermehrter Aufklärung in der Öffentlichkeit immer weniger fruchtet, müssen jetzt andere Märchen herhalten. Aktuell versuchen Ganoven, mit einer Cousinen-Geschichte alte Menschen um ihr Erspartes zu bringen. Gleich drei Anrufe dieser Art wurden zu Wochenbeginn der Polizeiinspektion Uckermark gemeldet.

Zwei ältere Damen und ein Herr als Opfer

In der Wache Prenzlau schilderten zwei ältere Damen und ein Herr aus der Kreisstadt, wie sie ins Verderben gelockt werden sollten. Das Telefon klingelte bei den Rentnern in der Bergstraße, der Friedrichstraße und am Friedenskamp. Am anderen Ende war in allen drei Fällen eine Frau mit sächsischem Dialekt, die sich als entfernte Cousine ausgab, sagt Polizeisprecher Gerald Pillkuhn. Die drei potenziellen Opfer wurden aufgefordert, Geld vom Sparbuch zu holen, um bei einem schnellen Grundstücksrückkauf zu helfen. Im krassesten Fall lag die Forderung bei sage und schreibe 45 000 Euro.

Nicht auf Anrufer eingelassen

Doch sowohl die beiden 72 und 87 Jahre alten Damen als auch der kontaktierte ältere Herr reagierten clever und ließen sich nicht auf die Offerte ein. „Sie haben alles richtig gemacht“, lobt Gerald Pillkuhn die Umsicht. Vor allem ihre unverzügliche Information der Polizei könne unter Umständen andere Menschen vor einem schlimmen Verlust bewahren, stellt er heraus. Die Kripo ging mit der Information über die Betrugsversuche deshalb auch sofort an die Presse. Im Interview mit dem Uckermark Kurier erklärte der Polizeisprecher, dass man bei einem verdächtigen Anruf am besten sofort auflegen sollte.

Sofort Verwandte informieren

„Es empfiehlt sich, danach die Person anzurufen, die angeblich am Telefon war. So lässt sich am besten überprüfen, ob an der Sache etwas dran ist.“ Sollte die Nummer der vermeintlich in Not geratenen Cousine nicht verfügbar sein, rät Pillkuhn zur Information anderer Verwandter oder Bekannter. Die schlechteste Variante dürfte vermutlich sein, die Angelegenheit für sich zu behalten und weiter darüber nachzugrübeln.

Täter versuchen es oft mehrmals

Erfahrungsgemäß lassen sich die Täter, deren Netzwerke nach Aussagen von Pillkuhn oft in Südeuropa zu finden sind, von einem Fehlversuch nicht entmutigen. Sie probieren es mehrmals, melden sich manchmal sogar noch nachts, um die Angerufenen in Angst zu versetzen und mürbe zu machen. Auch die Mitarbeiter von Geldinstituten sind angehalten, bei verdächtigen Geldabhebungen Obacht zu geben. Entsprechende Schulungen des Personals hat es auch in der Uckermark schon gegeben.

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Kommentare (1)

Die stammen wohl alle, von einer Sonderschule