VOGELKOT NERVT PRENZLAUER

Schwalben müssen akzeptiert werden

Anwohner der Geschwister-Scholl-Straße ärgern sich über Schwalben und deren Hinterlassenschaften. Doch eine Lösung für das Problem ist nicht in Sicht.
Marita Schröder an ihrem Schlafzimmerfenster in der Geschwister-Scholl-Straße.
Marita Schröder an ihrem Schlafzimmerfenster in der Geschwister-Scholl-Straße. Benedikt Dittrich
Alle heimischen Schwalbenarten werden durch die Vogelschutzrichtlinie der Europäischen Union als europäische Vogelarten „besonders geschützt“.
Alle heimischen Schwalbenarten werden durch die Vogelschutzrichtlinie der Europäischen Union als europäische Vogelarten „besonders geschützt“. Jens Büttner
Prenzlau.

Wer die Hausfassaden an der Geschwister-Scholl-Straße genau betrachtet, sieht es in den Fensterecken von einigen Wohnungen funkeln. Alu-Folie klebt in den Ecken. Anwohner versuchen damit zu verhindern, dass Schwalben dort ihre Nester bauen. Ein schwieriges Unterfangen ist das für Marita Schröder. Denn sie braucht eine Leiter, um die Ecken zu erreichen und jedes Jahr muss sie die Folie erneuern. Ansonsten würden sich Vögel dort einnisten, ist sich Schröder sicher.

Wohnbau sieht sich nicht verantwortlich

Seit Jahren liegt Schröder deswegen mit der Wohnbau im Clinch – schon 2012 hatte das städtische Wohnungsunternehmen ihr mitgeteilt, dass sie für solche Abwehrmaßnahmen selber aufkommen müsse, die Wohnbau sehe sich da nicht in der Verantwortung. Schröder als Mieterin aber auch nicht. „Das Problem haben auch andere Anwohner“, sagt sie – und ein Blick in Richtung Fensterfassade bestätigt das.

Schwalben sind besonders geschützt

Der Wohnbau Prenzlau ist das Problem bekannt. „Wir erhalten hin und wieder Beschwerden zu Schwalbennestern“, so Jenny Busse, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit bei der Wohnbau. Leider unterliegen Schwalben und Schwalbennester grundsätzlich dem Bundesnaturschutzgesetz. „Es ist verboten, wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen, zu töten oder ihre Entwicklungsformen, Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören“, heißt es dort unter anderem.

Schwalben müssen akzeptiert werden

Somit seien der Wohnbau die Hände gebunden. Es gäbe zwar die Möglichkeit eine Schwalbenabwehr anzubauen. Erfahrungen hätten aber gezeigt, dass diese Abwehrsysteme die Schwalben nicht unbedingt von ihren langjährigen und beliebten Nistplätzen fern hielten. Hinzu käme, dass solche Abwehrsysteme nur dann angebracht werden dürfen, wenn keine Schwalbennester vorhanden sind. Da diese ja nicht zerstört werden dürfen. „Es ist richtig, dass der Vogelkot natürlich auch die Fassade verdreckt. Das müssen wir im Sinne des Naturschutzes hinnehmen“, lässt Jenni Busse wissen.

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