NATURSCHUTZ

Schwalbenfreunde dringend gesucht

Zu laut, zu dreckig, zu unbequem – immer mehr Hausbesitzer verbarrikadieren sich vor nestsuchenden Vögeln. Der Naturschutzbund kämpft dagegen an.
Die weiße „Schmiererei“ hilft den Vögeln, nicht gegen Scheiben zu fliegen.
Die weiße „Schmiererei“ hilft den Vögeln, nicht gegen Scheiben zu fliegen. Claudia Marsal
Fünf auf einen Streich – nicht nur in Zollchow gibt es reichlich Nachwuchs.
Fünf auf einen Streich – nicht nur in Zollchow gibt es reichlich Nachwuchs. Claudia Marsal
Der NABU verleiht zum Dank Plakatten an Schwalbenfreunde aus der Uckermark.
Der NABU verleiht zum Dank Plakatten an Schwalbenfreunde aus der Uckermark. Claudia Marsal
Prenzlau.

Ein bisschen Kalk an die Scheiben geschmiert, das kann schon Leben retten. Vogelleben genauer gesagt, denn die gefiederten Besucher haben Probleme, blankgeputzte Fenster als Hindernis zu erkennen. Auch Landwirtin Viola Paulsen hat sich dafür entschieden. Vor allem Schwalben sind bei der Bäuerin willkommene Gäste. Das kann seit kurzem auch jeder sehen, der mag. Denn am Eingang ihres Zollchower Kuhstalls prangt eine hübsche Plakette vom Naturschutzbund (NABU), die sie als Schwalbenfreundin outet. Das Ganze fußt auf dem Projekt: „Schwalben willkommen! Mehr Toleranz bei Schwalbenansiedlungen.” Wer an seinem Haus Schwalben duldet oder aber aktiv schützt, indem er zum Beispiel Nisthilfen anbietet, hat die Möglichkeit, sich um die Plakette „Schwalben willkommen!“ des NABU zu bewerben.

Kein Nest geduldet

Der Bestand der beiden heimischen, an Gebäudestrukturen angepassten und auch angewiesenen Vogelarten zeigt laut NABU-Niederlassung Potsdam seit Jahren eine stetig abnehmende Tendenz: „Die Vögel werden immer seltener, auch, weil die Menschen keine Schwalbennester mehr an Wohnhäusern, Nebengebäuden und Ställen dulden.” Die Naturschützer möchten deshalb im Rahmen des Projektes auf das Problem aufmerksam machen sowie Bürger zu mehr Toleranz gegenüber den wohnungssuchenden Vögeln bewegen. Im Mittelpunkt steht die Auszeichnung der schwalbenfreundlicher Häuser mit einer aus Acrylglas gefertigten Plakette, welche öffentlichkeitswirksam an einem Privathaus, einem Hotel, einem Stall, einem Pferdehof oder einer Schule angebracht werden kann.

Die Plaketten an den schwalbenfreundlichen Häusern sollen dem NABU zufolge nicht nur von der Tierfreundlichkeit ihrer Besitzer zeugen, sondern auch andere Menschen motivieren, sich für den Schutz der heimischen Schwalben einzusetzen. Wer Nisthilfen, Kunstnester oder Kotbretter selber bauen möchte, findet auf der Internetseite des Naturschutzbundes Brandenburg nützliche Tipps und Anleitungen.

Wenig Nestbaumaterial

„Als Kulturfolger haben sich Mehl- und Rauchschwalben an eine vom Menschen geprägte Umgebung angepasst. Mehl- und Rauchschwalben haben sich dem Menschen angeschlossen – im Schutz des Hauses ziehen sie ihre Jungen auf. Dennoch gehen die Schwalbenbestände seit vielen Jahren zurück, und den Vögeln mangelt es bei uns zunehmend an geeigneten Bedingungen zum Brüten. Veränderungen in der Landwirtschaft, die zunehmende Bodenversiegelung und ein verstärktes Hygieneempfinden sind die Ursachen dafür, dass Schwalben nur noch schwer Nestbaumaterial und geeignete Neststandorte finden. Rauchschwalben legen ihr schalenförmiges, offenes Nest in den Innenräumen von Ställen oder Hallen an. Mehlschwalben hingegen kleben ihr kugelförmiges, weitgehend geschlossenes Nest außen an die Hauswand.”

Eine Verschmutzung der Hausfassade lässt sich übrigens durch das Anbringen eines Brettes unterhalb des Nestes verhindern. Streut man Sand auf den Boden unter dem Nest, ist auch der Kot leicht wegzufegen.

Informationen unter:

Telefon 0331/20 15 570

[email protected]

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